EM 2018: Hoffen, dass der Finger hält

EM 2018

Im Laufe der kommenden Woche entscheidet sich, ob Markus Böckermann und Lars Flüggen bei der Europameisterschaft in Holland starten können. Nach dem Kuriosum, dass sich beide Nationalspieler die Finger gebrochen hatten, stehen die Vorzeichen für eine erfolgreiche EM ohnehin alles andere als gut.

„Die Formkurve ging nach oben“

Lars Flüggen muss einen ausgeprägten Gerechtigkeitssinn haben. Und zudem wollte sich der Beach-Volleyball-Nationalspieler wohl einfach besser in seinen Spielpartner hineinversetzen. Markus Böckermann hatte sich vor rund einem Monat den linken Ringfinger beim Athletiktraining gebrochen, seitdem ist der Blockspieler spielunfähig.

Beim ersten Turnier, bei dem Flüggen ohne seinen Partner auskommen musste, verletzte er sich ebenfalls. Und brach sich nach einer unglücklichen Aktion den Zeigefinger an der rechten Hand. „Das ist natürlich maximal scheiße, dass die Verletzungen genau vor dem Block mit den Turnieren kamen, die wir spielen wollten. Da hatten wir uns wieder so gefühlt, dass wir wieder angreifen können“, so Flüggen. Angreifen, das meint Flüggen nicht wörtlich, sondern angreifen auf die vorderen Plätze der Weltrangliste, zu denen sie durch zahlreiche Verletzungen den Anschluss verloren hatten.

Jetzt waren sie Mitte Mai Neunte beim 4-Sterne-Weltserienturnier in Brasilien geworden, bei den folgenden Events hätten sie sich den mühevollen Weg durch die Qualifikation ersparen können. „Die Formkurve ging nach oben“, so Flüggen. Stattdessen mussten sie die Turniere aus der Ferne verfolgen und sahen, wie sich die nationale Konkurrenz um Julius Thole und Clemens Wickler gute Platzierungen und Weltranglistenpunkte erspielte.

Teilnahme im Bereich des Möglichen

Am kommenden Montag darf Flüggen den Gips ablegen, der sich noch schützend um das Gelenk legt. Nur sieben Tage später sollte er normalerweise im Sand stehen, dann ist für die Deutschen das erste Spiel der Europameisterschaften in Holland angesetzt: Am 16. Juli treffen Böckermann/Flüggen in Den Haag auf Koekelkoren/Van Walle aus Belgien, die EM-Halbfinalisten des vergangenen Jahres.

Es ist utopisch zu glauben, dass Böckermann und Flüggen fit in das Turnier gehen werden. Die Frage ist, ob sie überhaupt bei der Europameisterschaft teilnehmen werden. „Wenn der Gips ab ist, wird ein Bild gemacht und aufgrund des Bildes kann man dann entscheiden, ob wir die EM spielen können. Es ist aber im Bereich des Möglichen“, gibt sich Flüggen optimistisch.

Sein Partner Markus Böckermann, mit dem er 2016 bei den Olympischen Spielen in Rio spielte, legt seine Schiene schon drei Tage früher ab. Es ist beinahe so, als ob sie sich zeitlich abgesprochen hätten. „Wir wollen die EM spielen und das als erstes Turnier von uns wieder angehen. Wir müssen dann aber auch schauen, wie wir mit der für uns neuen Situation dann auch umgehen. Wenn man im Training ängstlich ist, dann hat das keinen Sinn, ein Turnier zu spielen“, so Flüggen.

Was passiert mit dem deutschen Startplatz?

Die Gruppe des Hamburger Duos hat es auch in sich: Neben den Belgiern geht es zudem gegen die Lokalmatadoren Brouwer/Meeuwsen, Olympiadritte von 2016 und EM-Dritte von 2017, und die Türken Giginoglu/Gögtepe. Ohnehin ist außer ihnen in Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms nur ein weiteres deutsches Herren-Duo dabei – während die Frauen vier Duos stellen – , sollten Böckermann und Flüggen ausfallen, würde der Startplatz für Deutschland verfallen.

Das könnte nur bei einer Interims-Konstellation verhindert werden: Falls einer der beiden Nationalspieler spielfähig sein sollte, darf ein Ersatzpartner nominiert werden. So kam Yannick Harms im Übrigen 2017 zu seinem ersten EM-Einsatz – an der Seite von Markus Böckermann. Schon damals fiel Flüggen verletzt aus. Umso motivierter dürfte er jetzt sein, doch noch rechtzeitig zur EM fit zu werden. Am Montag nach seinem Arzttermin weiß er mehr. „Bis dahin heißt es abwarten“, sagt Flüggen.

Alles zu den Europameisterschaften 2018

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