Entscheidung zwischen Sand und Hallenboden

DM Timmendorfer Strand 31.08. - 03.09.2017

Markus Böckermann hatte den Namen Lukas Pfretzschner wie viele Beach-Volleyball-Fans vorher noch nie gehört. Das änderte sich mit der Deutschen Meisterschaft 2017 schlagartig, denn der 17-Jährige spielte ein famoses Turnier – ob er aber im Sand bleiben wird, muss Pfretzschner erst noch entscheiden.

Applaus für den 17-Jährigen DM-Debütanten

Es war ein bisschen so, als würde Markus Böckermann seinem jungen Partner ein schlechtes Gewissen machen wollen. Nach der 1:2-Niederlage im Viertelfinale gegen Philipp Arne Bergmann und Yannick Harms, die für den Titelverteidiger das Aus mit Platz fünf bei den Deutschen Meisterschaften bedeutete, schnappte sich Böckermann das Mikrofon des Stadionsprechers.

„Der Junge hat eine harte Entscheidung vor sich“, sagte der Nationalspieler und schaute zu seinem Partner, „nämlich die, ob er in die Halle geht oder beim Beach-Volleyball bleibt. Und ich denke mit eurem Applaus können wir es ihm ein bisschen leichter machen.“ Natürlich gab es von den Rängen der Ahmann-Hager-Arena den geforderten Applaus für Lukas Pfretzschner, für den 17-Jährigen DM-Debütanten, der an der Seite des Nationalspielers Böckermann ein richtig gutes Turnier spielte.


Böckermann hatte den Namen seines Partners vorher nie gehört

„Markus hat mich besser gemacht. Es ist die Art, wie professionell er den Sport angeht und welche Mentalität er in schwierigen Situationen zeigt – ich habe immer neue Sachen dazu gelernt“, berichtet Pfretzschner. Das Interimsduo mit Böckermann kam nur zu Stande, weil Lars Flüggen nach seiner Knie-Operation nicht rechtzeitig fit wurde. Bundestrainer Eric Koreng stellte den Kontakt her, Böckermann hatte den Namen Pfretzschner noch nie zuvor gehört.

Das ging wohl vielen Beach-Volleyball-Fans so, bis zu dieser Deutschen Meisterschaft. Denn der 1,93 Meter große Abwehrspieler überzeugte in den Spielen in Timmendorfer Strand mit seiner Schnelligkeit in der Abwehr, seiner enormen Sprungkraft und auch den mutigen Schlägen, die er selbst in schwierigen Situationen ins gegnerische Feld setzte. Sicherlich machte er dabei noch einige Fehler mehr als sein routinierter Partner, das spielerische Niveau der DM konnte Pfretzschner dennoch mithalten.


Großes Talent, in der Halle und im Sand

Das Duo Böckermann/Pfretzschner verlor schon in Runde eins das erste Spiel und kämpfte sich dann über die Verliererrunde bis ins Viertelfinale auf Platz fünf vor – und hielt bei den drei Siegen dem Druck stand und gewann jeweils im Tiebreak. „Die Entscheidung wird mir jetzt noch schwerer fallen, ich habe so coole Eindrücke gesammelt. Das war eines meiner schönsten Erfahrungen im Leben. Jetzt warte ich aber erst einmal die Hallensaison ab“, sagte Pfretzschner. Im Nachwuchsbereich kam er schon einmal bis ganz nach oben, im vergangenen Jahr wurde er mit Robin Sowa U18-Europameister.

Erst vor wenigen Wochen zog aus seiner Heimat Dachau nach Berlin an den Olympiastützpunkt, wo er nach den Ferien in die elfte Klasse gehen und in den kommenden drei Jahren sein Abitur machen wird. Das Problem: Pfretzschner ist eines der größten Talente im Volleyball, im Sand und in der Halle. Mit seinem Heimatverein ASV Dachau wurde er mehrmals Deutscher Jungendmeister, in der kommenden Hallensaison geht er für den Ausbildungsverein VC Olympia Berlin in der 2. Bundesliga ans Netz.


Beides professionell geht nicht

Spätestens nach Abschluss der Saison muss sich Pfretzschner entscheiden, „beide Sportarten kann ich nicht professionell machen“, sagt er. Die Fans in Timmendorfer Strand jedenfalls waren sich einig: Mit ihrem Applaus wollten sie dem 17-Jährigen das Signal geben, sich für den Sand zu entscheiden. Ganz so einfach ist es sicherlich nicht: In der Halle kann Pfretzschner als Profi später mit einem Vertrag und regelmäßigen Einkünften rechnen. Im Beach-Volleyball gestaltet sich die Sache etwas schwieriger, müssen sich die Profis das Geld über Förderungen, aus Sponsorenverträgen und Preisgeldern zusammenkratzen. Ein bisschen Starthilfe gab es in Timmendorfer Strand bereits, für Platz fünf bekommen Böckermann/Pfretzschner 2.000 Euro Preisgeld.

Böckermann nimmt noch viel mehr aus dem Turnier mit: „Mit Lukas zu spielen war eine absolut richtige Entscheidung. Ich habe im Laufe des Turniers für mich einen Weg gefunden, wie es funktioniert, mit einem jüngeren Spieler zu spielen. Das bleibt mir ein Leben lang im Kopf. In diesem Turnier habe ich mehr gelernt, als in vielen, vielen Turnieren zuvor. Jetzt nehme ich mir die Zeit für die Familie und die werde ich genießen. Im Oktober werden Lars und ich wieder anfangen zu trainieren.“

Alle Infos zur Deutschen Meisterschaft 2017 im Beach-Volleyball

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