Erdmann/Winter: Aus Interimsduo wird ein festes Team

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Es hatte sich angedeutet, jetzt ist es offiziell: Sven Winter und Jonathan Erdmann bilden bis zum Saisonende ein Duo. „Im täglichen Training greifen schon viele Dinge ineinander, die bei anderen Konstellationen länger gedauert haben“, sagt Erdmann.

„Hoffnung auf mehr“

Als Jonathan Erdmann sich am Telefon meldet, befindet er sich gerade im Auto auf dem Weg von Berlin nach Bochum. Diesen Weg wird er in den nächsten Wochen noch häufiger auf sich nehmen müssen, denn die Stadt im Ruhrgebiet ist Trainingsort von Sven Winter – dem neuen Partner des Berliners. Nachdem Erdmann bei der Weltmeisterschaft nach der verletzungsbedingten Absage Winters eigentlichen Partners Alexander Walkenhorst kurzfristig eingesprungen war, ist aus dem Interimsduo zumindest bis zum Saisonende eine feste Partnerschaft geworden.

Schon während der WM hatten Erdmann und Winter mehrfach betont, gut zu harmonieren. „In Hamburg haben wir trotz der kurzen Vorbereitung schon ein gutes Niveau gezeigt, das macht Hoffnung auf mehr“, betont Erdmann auch knapp drei Wochen später noch einmal. In der Tat hatten der 31-Jährige und der zehn Jahre jüngere Winter bei den Titelkämpfen unter den Umständen mit guten Auftritten überzeugt.

Erst kurz vorher hatte festgestanden, dass Winter einen Interimspartner brauchen würde. Da war klar, dass die Armverletzung von Walkenhorst zu schwerwiegend für einen Einsatz sein würde. Die Verletzung hatte er sich bei einem Zusammenstoß mit Winter zugezogen; sie setzt Walkenhorst auch weiterhin außer Gefecht.

Erdmann verlässt für Winter seinen bisherigen Partner

Schon in der Woche nach der Weltmeisterschaft entschieden sich Erdmann und Winter deshalb dazu, ihre Zusammenarbeit bis zu den Deutschen Meisterschaften Ende August zu verlängern. Während Winter zwangsläufig einen neuen Spieler an seiner Seite brauchte, war es für Erdmann kein leichter Entschluss, wie er betont. Schließlich bedeutete eine Entscheidung für Winter auch die Entscheidung gegen seinen bisherigen Partner Max Betzien – und das mitten in der Saison.

 „Das ist immer doof. Max und ich haben gerade auf der deutschen Tour dieses Jahr gut gespielt und ich bin auch überzeugt davon, dass das so weitergegangen wäre“, bekräftigt Erdmann. Betzien gab sich in der vergangenen Woche gegenüber dem Volleyball Magazin entspannt: „Ich sehe das pragmatisch“, sagt er, „und versuche, das Beste aus der Situation zu machen.“ Eine andere Wahl hat der 25-Jährige allerdings ohnehin nicht. Die Saison wird er mit Matti Binder zu Ende spielen. Der 20-Jährige war in dieser Saison schon einmal als Interimspartner eingesprungen und kam beim Tour-Stopp in Dresden an der Seite von Eric Stadie direkt ins Halbfinale.

Winter bringt mehr als nur Punkte mit

Am Ende hat für Erdmann ein Mix an Gründen den Ausschlag gegeben. „Im täglichen Training greifen schon viele Dinge ineinander, die bei anderen Konstellationen länger gedauert haben“, sagt er und erklärt die Stärken seines neuen Partners: „Sven hat einen sehr guten Spielaufbau. Da sucht es in diesem Alter in Deutschland seinesgleichen, auch was die technische Ausbildung angeht. Außerdem sind wir beide sehr leidenschaftlich und bringen eine ordentliche Portion Emotionalität mit.“ Dazu hat Winter mehr internationale Punkte gesammelt, die dem Duo eine bessere Position in den Startlisten der internationalen Turniere sichert. Auch die Signale vom Deutschen Volleyball-Verband seien positiv gewesen.

Erdmann und Winter wollen zwischen ihren Trainingsorten Berlin und Bochum pendeln, betreut werden sie dabei von Hans Voigt, Thomas Kaczmarek und Klaus Martin Stuhlmann. Da die Saison auf Hochtouren läuft, ist der Fokus im Training klar: „Es bleibt keine Zeit, um technische Aspekte zu ändern. Die Grundlagen sind aber ohnehin da“, so Erdmann, „es geht mehr um das gemeinsame Spielverständnis, damit wir so schnell wie möglich spielfähig werden. Es geht darum, sich besser kennenzulernen.“

Wo kann es für das Team hingehen?

Mit einer konkreten Zielsetzung tut sich das Duo schwer: „Wir wissen, was wir individuell können, aber noch nicht genau, wie weit es als Team gehen kann.“ Beim Fünf-Sterne-Turnier in Gstaad gelang die Qualifikation noch nicht, in Espinho nutzten Erdmann/Winter ihre Chance und qualifizierten sich für das Hauptfeld. Am Ende wurden sie 17. „Das ist solide, aber da ist noch viel Luft nach oben“, sagt Erdmann.

Ob es das Duo über das Jahr 2019 hinaus geben wird, hängt von vielen Umständen ab. Auch davon, wie Erdmann/Winter sich bei den Turnieren bis zum Saisonende schlagen werden. Zunächst wollen sie es beim zweiten Stopp der Beach Major Series in Wien in die Gruppenphase schaffen: „Wenn wir das gepackt haben, können wir unser nächstes Ziel formulieren.“

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