Ereignisreiches Comeback

Techniker Beach Tour Zinnowitz 10.08. bis 12.08.2018

Die Rückkehr der nationalen Beach-Tour nach Zinnowitz hielt einige Ereignisse bereit: Von verdienten Siegern, Verletzungen, Spielabbrüchen und Vorentscheidungen in der Qualifikation für die Deutschen Meisterschaften.

Behlen/Schneider als Wiederholungstäterinnen

„Ich weiß, dass uns zugetraut wird, in Timmendorf ins Halbfinale zu kommen“, sagte Anna Behlen schon vor dem Finale. Warum ihr und Sarah Schneider das zugetraut wird, bewiesen sie beim letzten regulären Halt der Techniker Beach Tour in Zinnowitz einmal mehr: Ohne Satzverlust gewinnen sie nach dem Erfolg in Leipzig bereits ihren zweiten nationalen Titel der Saison. Im Endspiel siegten sie mit 2:0 (23:21, 21:18) gegen Elena Kiesling und Melanie Gernert.

„Gerade mental sind wir in Topform. Dass wir zu Beginn der Saison international erst nicht starten durften und dann aus der Qualifikation heraus direkt das erste Turnier gewonnen haben, hat uns sehr viel Selbstbewusstsein gegeben“, erklärt Behlen. Von diesem Selbstbewusstsein profitieren sie bis heute, auch am Ostseestrand von Zinnowitz war das hilfreich. Denn im Endspiel mussten sie sich mehrmals nach teils deutlichen Rückständen zurückkämpfen, blieben gegen ihre erfahrenen Gegnerinnen aber ruhig.

Dazu kommt, dass sie auf internationaler Ebene teilweise auf andere Spielertypen treffen. „In Singapur haben wir im Halbfinale gegen zwei kleine Japanerinnen gespielt und haben dort keine guten Lösungen gefunden“, erzählt Schneider, „Die Erfahrung hilft uns aber dann, wenn wir auf einmal wieder einer Leonie Körtzinger gegenüberstehen.“ Dazu könnte es auch in drei Wochen in Timmendorfer Strand wieder kommen, wenn die Deutsche Meisterschaft ansteht. Für die Titelkämpfe stapelt Schneider tief. Ziel sei es, zwei Spiele zu gewinnen. „Es ist schwierig einzuschätzen, wo wir stehen. Wir haben gegen die Nationalduos in diesem Jahr noch nicht gespielt“, erklärt sie.

 

Mit Schmerzen zu Bronze

Unterdessen ist die Siegesserie von Teresa Mersmann und Cinja Tillmann nach sechs Goldmedaillen infolge im Halbfinale gerissen. Auf dem Podium standen sie aber trotzdem, weil sie im Spiel um Platz drei gegen Körtzinger/Walkenhorst die richtigen Lösungen fanden und mit 2:0 (21:17, 21:19) gewannen. „Ich bin froh, dass wir uns Bronze geholt haben. Es ist gut, mit einem positiven Erlebnis abzureisen“, resümiert Mersmann im Anschluss. Dass sie ihre Serie nicht ausbauen konnten, sei vielleicht sogar ganz gut. "Wir waren ziemlich erfolgsverwöhnt", gibt auch Tillmann zu. Die Abwehrspielerin hatte mit erschwerten Bedingungen zu kämpfen: Nach einem Zusammenstoß mit Mersmann in der Gruppenphase hatte sie das Event mit Kopfschmerzen und unter Schmerztabletten zu Ende gespielt.

 

Anders und doch gleich

Dass das Siegertreppchen der Herren auf Usedom ebenfalls anders als gewohnt aussehen würde, wusste man schon Samstagabend. Denn das dominierende Team der diesjährigen Tour, Paul Becker und Jonas Schröder, musste im zweiten Gruppenspiel verletzungsbedingt aufgeben. Weil Jonas Schröder umgeknickt ist, ist der Start bei den Meisterschaften in Timmendorfer Strand zumindest in Gefahr. Das Bild auf dem Podium war also ein anderes und doch ähnlich: Immer wenn Yannick Harms und Philipp Arne Bergmann auf der Techniker Beach Tour an den Start gingen, haben sie das Event gewonnen. So auch in Zinnowitz. Das Nationalteam erholte sich von ihrer überraschenden Auftaktniederlage am Samstag und siegte in einem spektakulären Finale gegen Jonathan Erdmann und Max Betzien mit 2:0 (21:19, 21:18).

Spektakulär war es vor allem, weil Betzien/Erdmann sich in beiden Durchgängen auch bei großen Rückständen nicht aufgaben. Stattdessen brauchten ihre Gegner im ersten Satz drei Anläufe, im zweiten Satz war es gar erst der achte Matchball, den sie verwandeln konnten. Zwar zollte Bergmann seinen Gegnern im Anschluss bezüglich ihrer „brutalen Aufschlagsgeschwindigkeit“ Respekt, er musste aber auch zugeben: „Das ist mentale Schwäche unsererseits. Da nehmen wir zu früh Geschwindigkeit heraus.“

 

Wiederholungsspiel im Viertelfinale

Für viele Diskussionen hatte der Abbruch des Viertelfinales zwischen Dirk Westphal/Lucas Mäurer und Max Karpa/Milan Sievers gesorgt. Wegen einsetzender Dunkelheit wurde die Begegnung beim Stand von 1:0 und 17:15 für Westphal/Mäurer abgebrochen und am Sonntagmorgen wiederholt. Spielervertreter Paul Becker monierte, dass „aus sportlicher Sicht eine Fortsetzung fairer gewesen wäre“. Die Regularien des Weltverbandes besagen allerdings, dass eine Partei bei Spielabbruch nur dann fortgesetzt werden kann, wenn weniger als vier Stunden Unterbrechung dazwischenliegen. Weil die Jury, bestehend aus Becker, dem Ausrichter und einem Vertreter des Beach-Volleyball-Ausschusses, sich mit 2:1 dafür entschied, dem Regelwerk zu folgen, wurde das Spiel wiederholt. Auch die zweite Auflage des Duells bestimmten Westphal/Mäurer und zogen in das Halbfinale ein. „Die größte Herausforderung war, sich mental wieder neu einzustellen und nicht mehr darüber nachzudenken“, findet Westphal. Das ist dem Duo aber gut gelungen: Am Ende gab es die Bronzemedaille.

 

Vorentscheidungen für Timmendorfer Strand

Schon am Samstag fielen die letzten Entscheidungen im Kampf um das letzte Ticket für die Deutschen Meisterschaften. Bei den Herren ergab sich folgende Konstellation: Unter der Voraussetzung, dass Robin Sowa und Daniel Wernitz beim 1+-Turnier in Borkum antreten und dem Antrag des Duos Nils Ehlers/Lars Flüggen stattgegeben wird, dürfen diese Teams in Timmendorfer Strand an den Start gehen. Damit sind Lennart Bevers und Lars Geukes die letzten, die sich qualifiziert haben. Das bedeutet auch, dass der Deutsche Meister von 2015, Armin Dollinger, und sein neuer Partner Simon Kulzer aus den besten 16 Duos herausfallen. Daran würde auch ein Sieg in Borkum nichts ändern.

Bei den Damen gibt es keine Veränderung in der Zulassungsliste, da Larissa Claaßen und Nina Interwies ihre ohnehin kleine Chance, sich noch zu verbessern, in Zinnowitz nicht nutzen konnten und in der Gruppenphase ausschieden. Damit sind die Teams Lisa-Sophie Kotzan/Leonie Klinke, Karoline Fröhlich/Regan Scott, Lisa Arnholdt/Leonie Welsch und Anika Krebs/Anne Krohn für die nationalen Titelkämpfe qualifiziert. An der Reihenfolge in der Setzliste kann und wird sich aufgrund der Ergebnisse aus Zinnowitz und Borkum allerdings noch etwas ändern.

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