Erfolgreich und dominant: Laura und Kira

DM Timmendorfer Strand, 30.08. - 01.09.2013

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst haben sich bei der DM in Timmendorfer Strand Gold geholt - in ihrer ersten gemeinsamen Saison. Stark! Bewundernswert! - Aber nicht allein. Um die beiden herum steht ein starkes Trainergespann und gibt Vollgas. Für Rio 2016. Und ganz bescheiden.

"So sehen Sieger aus, schalalalala"

Die Zuschauer auf dem Center Court feierten die Deutschen Meisterinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst  mit Fangesängen und frenetischem Jubel. Sie baden in der Menge, genießen, kichern, knuddeln. Und sie wissen ganz genau: Das haben sie nicht allein geschafft. 

Ihr Trainer ist kein geringerer als der Brink-Reckermann-Olympia-Goldjungs-Trainer Jürgen Wagner. Er hat die Betreuung des Duos übernommen. Gemeinsam mit Hans Voigt, ebenfalls Brink-Reckermann-Olympia-Goldjungs-Trainer, Schwerpunkt: Bewegungsanalyse. Nur die beiden? Das wars nicht, was sie wollten. Eine Frau sollte auch noch dabei sein. Und wenn Jürgen Wagner von ihr schwärmt, klingt es, als mache sie Zauberei und kein Training, wenn sie Laura und Kira in Hamburg betreut: Helke Claasen.

 

Jürgen, was macht dich als Erfolgscoach aus? Nach Olympiagold holst du jetzt mit den Mädels direkt Gold in Timmendorf?

Jürgen: Also erstmal: Ich bin drei, das ist in unserem Team sehr bedeutsam. Hans und Helke gehören genauso dazu. Wir haben in den unterschiedlichen Phasen ganz unterschiedlich mit den beiden gearbeitet. Helke hat im Winter viel gemacht. Sie ist sehr wichtig für unser Team.

Was macht euch denn so gut?

Jürgen: Wir leben eine andere Philosophie, in jedem Bereich, machen anderes Atheltiktraining, spezifisches Training, extremes Bewegungslernen. 

Zwischendurch kommen immer wieder Gratulanten und umarmen Jürgen und Helke, geben Hans die Hand. Ihre Frauen sind in der Runde dabei, Andi Scheuerpflug holt Bier, Olaf Kortmann steht dabei und lächelt. 

Jürgen: Eigentlich ist alles Olafs Schuld, er hat mich gefragt, ob ich nicht mal darüber nachdenken wollte, Kira und Laura zu trainieren.

Jürgen, Kira hat sich in den letzten Monaten schon wahnsinnig entwickelt. War das abzusehen? 

Jürgen: Kiras Entwicklung war so nicht zu erwarten. Sie hat sich auch in ihrer Persönlichkeit schon sehr stark entwickelt. Was sie macht, macht sie extrem konsequent und so konsequent arbeitet sie auch an Dingen. Zum Beispiel am Block, wie sie sich da seitlich bewegen soll und da kann sie auch mit Rückmeldung sehr gut umgehen. Und die letzten vier Spiele haben die beiden eine sehr hohe Leistung gezeigt. Viermal hintereinander - das ist Rekord.

Vor Kira und Laura waren Julius und Jonas deine Schützlinge. Wieviel Ähnlichkeit hat Kira denn mit Julius?

Jürgen: Keine. Wenn du Kira noch Zeit gibst, hat sie eher Ähnlichkeit mit Jonas, vor allem in Sachen Konsequenz und Motivation.

Helke Claasen lächelt die ganze Zeit, die Rolle der Trainerin steht ihr gut. 

Helke, was macht Kira und Laura besonders, warum arbeitest du mit ihnen zusammen?

Helke: Laura und Kira macht besonders, dass sie Veränderungen schnell umsetzen. Wenn man sich anguckt, was im Januar noch müßig war, haben sie einen riesigen Sprung gemacht. Das und das Talent der beiden mit diesem Ballgefühl ist bei Frauen außergewöhnlich.

Was macht euer Team insgesamt aus?

Helke: Wir leben Offenheit und Ehrlichkeit. Wir sind alle echt, so wie wir sind und das macht unsere Zusammenarbeit gut. Das verlangt jeder von sich selbst, das leben wir und das zeichnet auch Laura und Kira auf dem Court aus.

Was macht dich in eurem Trainerteam aus?

Helke: Jürgen und Hans haben sich gedacht, sie brauchen auch eine Frau im Team, die noch einen anderen Zugang zu den beiden findet. Und ich bin in Hamburg. Kommunikation ist häufig das Wichtigste, dass man auch weiß, wie es dem anderen geht, was jemanden privat beschäftigt, dass man auch mal neben dem Court was machen kann. Der Januar war für mich auch eine gute Zeit ins Team zu finden. 

Wenn man Jürgen Wagner zuhört, meint man, du zauberst nur anstatt Training zu geben, machst geheime noch nie dagewesene Übungen.

Helke (lacht): Wir machen Übungen zu Präzision und Bewegungsqualität, also zum Beispiel ein Korb auf der Bank und dort müssen sie reinspielen, das in hoher Intensität. Die Zauberei sieht also eigentlich eher langweilig aus.

Langweilig sah das DM-Finale heute keinesfalls aus: Laura und Kira haben umgesetzt, was die Trainer ihnen beigebracht haben, und noch ein bisschen mehr. Dominant und froh haben sie sich den Titel genauso verdient wie ihr Team drumrum. Herzlichen Glückwunsch!

 

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