"Es ist wie mit einem Messer zur Schießerei zu gehen"

Beach National

Er ist der Mann, der "zu allem eine Meinung hat": Alexander Walkenhorst über die vergangene Saison, Trainingslager und die Risiken des Beach-Volleyballer-Lebens.

Zehn verschiedene Partner bei 18 Turnieren

Alexander Walkenhorst hat ein Jahr mit Höhen und Tiefen hinter sich. Aufgrund von Verletzungsproblemen seines ursprünglichen Partners Sven Winter trat der 29-Jährige 2017 auf 18 Turnieren gleich mit zehn verschiedenen Spielern auf. „Es war sicherlich die schwierigste Saison meines Lebens, vor allem von der Anpassung her. Ich wollte aber versuchen, noch ein paar Punkte mitzunehmen. Das hat sich jetzt ja auch schon gelohnt, so sind wir um die Country Quota rumgekommen.“ Geplant war die Saison des Duos, bei dem zwischen beiden Athleten zehn Jahre Altersunterschied liegen, trotzdem anders: „Die Spiele hätten gerade uns gutgetan, man kann an einer Hand abzählen, wie oft Sven an Herrenturnieren teilgenommen hat.“

Trainingslager auf hohem Niveau

Deswegen legte man in der Saisonvorbereitung viel Wert auf Spielpraxis und Wettkampftraining. Seit dem 23. Januar befand sich das Duo in Ägypten, um dort gemeinsam mit den Nationalteams Lettland zu trainieren. „Zwar konnten wir nicht immer mithalten, wir haben hier aber definitiv an Qualität gewonnen und viele Schritte nach vorne gemacht“, resümiert Walkenhorst die Zeit dort. 

2011 absolvierte er das erste Mal ein Trainingslager mit den lettischen Teams, seitdem sei der Kontakt nie abgebrochen: „Ich empfinde es als Privileg mit solchen Teams trainieren zu dürfen. Über Samoilovs/Smedins müssen wir gar nicht reden, auch Plavins/Tocs haben in Den Haag bewiesen (sie gewannen dort das Turnier; Anm. d. Red.), dass mit ihnen zu rechnen ist“, sagt der Bruder von Olympiasiegerin Kira Walkenhorst.

Schon Ende des Jahres hatten Walkenhorst/Winter ein Trainingslager absolviert, dort waren sie für eine Woche in der Schweiz. „Das war gut, um einfach mal rauszukommen und einen Tapetenwechsel zu haben. Wir konnten dort unter Wettkampfbedingungen trainieren und haben in den Tests gemerkt, dass wir uns vor den Teams in unserer Punkteregion nicht verstecken müssen“, erklärt Walkenhorst den Ausflug in das Alpenland.

Walkenhorst/Winter tragen finanzielles Risiko selbst

Trotzdem zeigt er sich gegenüber dem deutschen Männer-Beach-Volleyball kritisch: „Die letzten Jahre haben gezeigt, dass wir im Herrenbereich nicht mit internationaler Spitzenqualität gesät sind. Momentan sind alle weit vom internationalen Mittelfeld entfernt, da ist es ein offener Kampf, wer sich etabliert.“

Hinter Markus Böckermann und Lars Flüggen sowie Nils Ehlers und Lorenz Schümann rangieren Walkenhorst/Winter momentan auf Rang drei der internen Teamliste – Nationalteam sind sie aber nicht. Das bringt nicht nur Nachteile im strukturellen Bereich, auch finanziell gehen Teams ohne Nationalkader-Status gehandicapt ins Rennen.

Deutsche Nationalteams kommen in den Genuss, Trainer und Physiotherapeuten auch bei Turnieren vor Ort zu haben, ihnen wird außerdem auch ein Platz als Sportsoldat der deutschen Bundeswehr angeboten. Ein Luxus, der Alexander Walkenhorst als einziger Nicht-Nationalspieler zur Verfügung steht. „Es ist schön, ein regelmäßiges Einkommen zu haben, dadurch lässt es sich leichter arbeiten. Trotzdem kommt ein Vielfaches an Kosten auf uns zu, da wir keinerlei Zuwendungen vom Verband bekommen und beispielsweise alle Startgelder selber zahlen müssen“, berichtet der Blockspieler, der gemeinsam mit seinem Partner bereits ein paar tausend Euro für Flüge und Co. investiert hat.

Größter Gau daher: Bereits in der Qualifikation auszuscheiden. „Dann ist das Geld unserer Partner spätestens im Mai aufgebraucht. Es ist wie mit einem Messer zu einer Schießerei zu gehen. Die anderen haben einfach die größeren Waffen.“ Auf Kish Island konnte sie das Szenario nun zumindest schon einmal abwenden: Dort stehen Alexander Walkenhorst und Sven Winter nach zwei Siegen in der Qualifikation im Hauptfeld.

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