„First come, first serve” – auch die Fans kämpfen um DM-Tickets

Deutsche Meisterschaften

Das wird ein harter Fight: Für die 16 Teams, die sich für die Titelkämpfe im Beach-Volleyball qualifizieren. Und für die Zuschauer, die einen der wenigen, aber begehrten Plätze erwerben wollen.

Jetzt zeigt sich, wer die Krise gut überstanden hat

In jeder Krise steckt eine Chance: Klingt wie eine Bauernweisheit, aber Julius Thole kann es trotzdem bestätigen. Der Vize-Weltmeister im Beach-Volleyball sagt: „Unser Fitness-Zustand ist so gut wie nie” und über seinen Partner Clemens Wickler berichtet er: „Der springt wieder wie ein junger Hüpfer.” So gesehen ist alles gut bei Deutschlands Männer-Team Nummer eins, aber wie gut sie tatsächlich sind, wissen sie selbst nicht: „Auf unsere beach-volleyball-spezifischen Fähigkeiten bin ich selbst gespannt.”

Die können Thole/Wickler demnächst austesten und beweisen, wie am Montag bekannt wurde. Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hat den Start der „Road to Timmendorfer Strand”-Serie am 17. Juli bekannt gegeben, bei der auf sechs Turnieren – vier in Düsseldorf und zwei in Hamburg – das Teilnehmerfeld für die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand ermittelt wird. Nach der Veröffentlichung der entsprechenden Pressemitteilung fand eine Pressekonferenz statt, an der neben Julius Thole auch DVV-Beach-Sportdirektor Niclas Hildebrandt und Volker Braun, kommissarischer Geschäftsführer der Deutschen Volleyball-Sport GmbH (DVS), teilnahmen und bei der weitere Details verraten wurden.

Der Modus: So wird gespielt

Gespielt wird in Düsseldorf an der Merkur-Arena und in Hamburg am Olympiastützpunkt mit jeweils zwei Teilnehmerfeldern zu je acht Teams. An einem Wochenende starten am Freitag die „Road to Timmendorfer Strand”-Turniere, am Samstagnachmittag stehen die Halbfinals und Platzierungsspiele an. Die Turniere der Top Acht beginnen erst am Samstag und werden am Sonntag mit den Finalspielen abgeschlossen – an einem Wochenende werden demnach jeweils zwei Teilnehmerfelder parallel ausgespielt, ein „Top-Acht”- und ein „Road to Timmendorfer Strand”-Turnier.

„Top Acht-Turniere”

In einem Einladungsturnier stehen die ersten Acht der deutschen Rangliste. Falls notwendig, kann das Feld aufgefüllt werden mit Gastteams aus dem Ausland wie der Schweiz, den Niederlanden oder Österreich. Die deutschen Teams der Top Acht sind gesetzt für die DM, die mit 16 Teams gespielt wird.

„Road to Timmendorfer Strand”-Turniere

Im zweiten Feld stehen die Teams ab Rang neun der Rangliste. Die jeweils ersten Drei der sechs Turniere erhalten einen Platz in Timmendorfer Strand. Bei jedem Turnier gibt es in Absprache mit den Bundestrainern einen Wild Card-Platz für ein Nachwuchsteam des Verbandes. Das bedeutet: In Turnier eins in Düsseldorf spielen die Teams von neun bis 15 plus ein Wild-Card-Team. Die ersten Drei rücken auf ins DM-Starterfeld. Für Turnier zwei in Düsseldorf wird das Feld aufgestockt um die Teams 16, 17, 18 der Rangliste. Für Turnier drei in Hamburg erhalten die Teams auf 19, 20, 21 eine Chance.

Die haben am Ende zwar nur eine Qualifikationsmöglichkeit, während andere bis zu drei haben, aber, so „wurde dieser Modus in Absprache mit Spielervertretern ausgewählt”, sagt Volker Braun. Am Ende gibt es neben den Top acht neun weitere für die Deutschen Meisterschaften qualifizierte Teams, acht spielen bei der DM, das neunte gilt als Nachrücker-Team, falls ein anderes ausfällt.

Ranglisten-Stand

Die Ranglisten sind noch offen und werden erst Anfang Juli geschlossen, heißt konkret: Erst dann zeichnet sich ab, welche Teams in welchem Teilnehmerfeld spielen. Bisher zählten die Ergebnisse der letzten zwölf Monate vor den Deutschen Meisterschaften. Jetzt gilt ein erweiterter Erfassungszeitraum und erfahrungsgemäß, so Braun, werden sich Teams neu formieren, um mit ihren Punkten so weit nach oben zu rutschen, wie es geht.

Tickets für die Fans - die DM in kleinem Format

Die Turniere in Düsseldorf und Hamburg werden unter Ausschluss der Öffentlichkeit gespielt, in Abhängigkeit der Corona-Maßnahmen. Für die DM wird es Karten auf den üblichen Ticketbörsen geben, mit denen Verband und Ausrichtende zusammenarbeiten. Es gilt am Ende das Prinzip „First come, first tickets”, sagt Volker Braun: „Wir werden frühzeitig kommunizieren, wann und wo der Ticketverkauf startet. Dann ist es tatsächlich so, dass nur auf diesem Weg Tickets erworben werden können, weil sie personalisiert verkauft werden müssen. Ein Auslosungsverfahren führt am Ende zum gleichen Ergebnis.” Erst muss das Hygienekonzept abgesegnet werden, dann steht fest, in welcher Größenordnung die Titelkämpfe stattfinden.

Über das Hygienekonzept entscheidet eine Taskforce aus verschiedenen Ebenen (Innenministerium, Gemeinden, Gesundheitsämter, Sportämter, etc.). Nach einem Beschluss einer Innenministerkonferenz dürfen in Schleswig-Holstein aktuell Ausnahmegenehmigungen für Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Zuschauern erteilt werden.

„Wir werden das nicht bis zum letzten Platz ausreizen können”, sagt Volker Braun. „Wir planen mit einer Tribünenkapazität von vielleicht 600 Zuschauern, wo ein gebührender Abstand gewährleistet ist. Zudem muss der Außenbereich entsprechend angepasst und abgesperrt sein, es wird nicht möglich sein, mal eben vorbei zu kommen und schauen zu können.”

Freien Eintritt gibt es nicht, aber Ziel ist es, die Öffentlichkeit nicht ganz auszuschließen. Am 28. Juni gibt es in Schleswig-Holstein eine neue Verordnung in Sachen Corona. Aber für Braun ist klar: „Nur wenn die Verordnungen es zulassen, die Zuschauer enger zueinander sitzen zu lassen, dann ist eine Aufstockung denkbar. Wir planen nicht mit einem modularen Stadion, dass alle paar Tage vergrößert werden kann.”

Bewegtbilder – für Fans, die nicht vor Ort sein können

Seit Donnerstag steht das finale Sendekonzept mit Sport1 fest, berichtet Volker Braun. Der Münchner TV-Sender wird 21,5 Stunden live übertragen. Zusätzlich ist eine Abbildung aller Spiele per Livestream sowie eine weitere umfangreiche Berichterstattung auf den digitalen Plattformen des Senders geplant.

Die Finanzierung der Turnierserie soll noch ausgebaut werden. Die Zahl der TV-Zeiten soll die Partner motivieren, darauf hofft Braun und will in Timmendorfer Strand das Preisgeld-Niveau des Vorjahres erreichen – dort wurden 60.000 Euro Preisgeld verteilt, die Deutschen Meister erhielten jeweils 10.000 Euro. Bei den Turnieren in Düsseldorf und Hamburg gibt es keine Prämien, „die DM-Tickets sind quasi das Preisgeld”, so Braun. 

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