FIVB plant neue Netzhöhen im Beach-Volleyball

Beach-Volleyball Regeln

April, April: Der Weltverband FIVB wird trotz der Bedenken europäischer Verbände neue Regelungen im Beach-Volleyball vornehmen: Schon im kommenden Jahr könnte auf neuen Netzhöhen gespielt werden, abhängig von der Körpergröße der Athleten. Beach-Idol Larissa Franca soll die Botschafterin für das umstrittene Projekt werden – seid ihr uns auf den Leim gegangen?

Regeländerung soll mehr Spieler zum Beach-Volleyball bringen

Was lange währt, wird endlich gut! Nun ja, ob diese Redewendung auf die geplante Neuerung des Volleyball-Weltverbandes (FIVB) zutrifft, muss sich erst noch zeigen. Viele Jahre gab es im Welt-Volleyball Bestrebungen, Hallen-Volleyballer nach der Körpergröße in Klassen spielen zu lassen – analog den Gewichtsklassen in zahlreichen Sportarten würde dies den Größenvorteil verhindern. So wundert es kaum, dass insbesondere aus dem asiatischen Raum solche Forderungen laut wurden. Letztlich konnten sich die Befürworter nicht durchsetzen, der Kompromiss war immerhin die Einführung des Liberos.
 
Ein solcher ist natürlich im Beach-Volleyball nicht sinnvoll. Und so war es eigentlich auch angesichts der immer länger werdenden Blockspieler und somit zunehmenden (von der FIVB nicht unbedingt gewollten) Spezialisierung nur eine Frage der Zeit, dass die alte Diskussion in abgewandelter Form wieder zu Tage treten würde. Doch anders als im Hallen-Volleyball, wo das Für und Wider ein Jahrzehnt lang diskutiert wurde, hat der Weltverband jetzt gleich Nägel mit Köpfen gemacht. Am 23. Januar, beim Development Meeting im Schweizerischen Lausanne, wurde gegen die Bedenken der europäischen Verbände ein richtungsweisendes Pilotprojekt beschlossen, das in der Zukunft Beach-Volleyball neue Zielgruppen erschließen soll.

Das sind die neuen Spielklassen
 
Am 14. April soll FIVB-Präsident Ary Graca Filho gemeinsam mit Beach-Volleyball-Heroe Larissa Franca, die just an diesem Tag ihren 36. Geburtstag feiert, in Rio de Janeiro die Neuerung bekanntgeben: Offiziell könnte Beach-Volleyball schon ab dem 1. Januar 2019 in zwei Größenklassen auf unterschiedlichen Netzhöhen gespielt werden:

Klasse I: Frauen bis 1,75 Meter Körpergröße spielen auf einer Netzhöhe von 2,14 Meter, Männer bis 1,85 Meter spielen auf 2,33 Meter,
Klasse II: wie bisher (> zu den Beach-Volleyball Regeln).

Liegt ein Spieler eines Teams über dem angegeben Maß, muss das Team automatisch in Klasse II antreten.

Eine prominente Botschafterin für ein wagemutiges Projekt
 
Die Brasilianerin Larissa Franca, trotz ihrer nur 1,74 Meter Körpergröße Weltmeisterin 2011 und Olympiadritte 2012, fungiert offiziell als Botschafterin des Projekts und wird in diesem Jahr durch die ganze Welt reisen, um die neue Regelung den Mitgliedsverbänden näher zu bringen und dafür zu werben, kleinere Spieler zum Beach-Volleyball zu bringen. Wie üblich wird die FIVB zunächst Test-Wettkämpfe durchführen. Erstmals in den zwei Klassen gespielt wird auf den beiden Turnieren der NORCECA-Tour (Nord- und Mittelamerika) vom 19. bis 23. April in Mexico und vom 26. bis 30. April auf Kuba.
 
In Europa will man zunächst die Erfahrungen bei den diversen Turnieren in Asien und auf dem amerikanischen Kontinent abwarten und auswerten, bevor man eventuell auch in diesem Jahr noch erste Versuche startet – Handlungsbedarf besteht auf jeden Fall, denn die neue Regelung wird kommen und wohl auch die Sportart verändern können. Bislang gab der europäische Verband CEV allerdings noch kein offizielles Statement ab. Offen ist bislang auch, wie die Verbände die internationalen Meisterschaften anpassen werden.
 
Von den aktuellen Top-Spielern gibt es naturgemäß nicht viele, die in Zukunft (mit neuem Partner) in Klasse I spielen könnten. Der bekannteste „kleine“ Europäer dürfte Österreichs Olympia-Neunter Alexander Huber (1,79 Meter) sein, der eine solche Änderung begrüßen würde: „In der Praxis sieht es doch heute so aus, dass die Gegner fast nur über mich spielen – und ich mich dann bei 2,43 Meter Netzhöhe gegen 2-Meter-große Blockspieler durchsetzen muss. Das ist auf Dauer einfach unmöglich. Beim Boxen muss ein 70 Kilogramm schwerer Kämpfer auch nicht gegen einen 100 Kilogramm-Mann antreten. Und hätte es das schon vor einigen Jahren gegeben, hätte ich gern gemeinsam mit meinem Bruder Hansi (1,80 Meter) international gespielt.“
 
Hansi Huber, einer der Head-Coaches der Beach-Academy blickt schon gleich in die Zukunft: „Spätestens im Herbst werden wir dann wohl in der Academy gezielt Camps mit der entsprechenden Netzhöhe für kleinere Spieler anbieten“.

Unser Aprilscherz: Wenn du dich auf die neue Regelung gefreut hast, müssen wir dich leider enttäuschen: Hier haben wir uns zum 1. April einen Scherz erlaubt. Auf unserer Facebook-Seite wurde allerdings trotzdem fleißig mitdiskutiert.

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