Früher Saisonstart fordert Athleten

FIVB World Tour 2016

Zwei Monate – so kurz und knackig war die Saison-Vorbereitungszeit für Deutschlands Top-Beach-Volleyballer noch nie. Ein Novum also, entstanden aus dem stark gewachsenem Turnierkalender. Für die Athleten stellt dies eine knifflige Situation dar.

Frühester Saisonstart der Geschichte

So wenig Zeit für den Athletik-Aufbau hatten die deutschen Beach-Volleyballer noch nie. Im November 2015 gewannen Lars Flüggen und Markus Böckermann noch Gold beim letzten Turnier des Jahres in Doha, bereits am 15. Februar geht es mit dem FIVB Turnier im Iran schon wieder mit der Wettkampfphase weiter. Drei Trainingslager sind bereits absolviert. Vor zwei Jahren wären die Athleten erst jetzt in wärmere Gefilde zur Vorbereitung geflogen.

"In unserer gesamten Karriere gab es noch nie einen so frühen Saisonstart", sagt Nationalspielerin Ilka Semmler. Zu verdanken haben die Athleten diese knappste Vorbereitung aller Zeiten dem stetig wachsenden Turnierkalender des Weltverbandes FIVB.

Dabei hatten vor nur etwa sechs Jahren deutsche Beach-Athleten die Schwierigkeit, zu viel Zeit im Winter zu haben und zu wenig Gelegenheit, Wettkampferfahrung zu sammeln, um gleich von Beginn an der Saison mit der internationalen Konkurrenz mithalten zu können. Der Ausweg aus dem Dilemma war zum Beispiel die neuseeländische Tour, auf der sich Teams wie Sara Goller/Laura Ludwig und Julius Brink/Christoph Dieckmann vorbereitet hatten. 

Mehr Druck, mehr Belastung, aber weniger Zeit

Die rasante Entwicklung des Sport hat das Problem nun umgekehrt. Die achtzehn Wochen, die die Trainer sich für den optimalen Aufbau wünschen, sind Utopie. Mehr Turniere bedeutet auch mehr Verdienstmöglichkeiten für die Spieler, aber eben auch mehr Druck und mehr Belastung für den Körper und die Psyche – gleichzeitig jedoch viel weniger Zeit, um im Winter mit der Athletik eine gute Grundlage für die Herausforderungen der Saison zu legen. Und dabei geht es nicht nur um die Leistungssteigerung und die Fähigkeit der Athleten, auch noch am vierten Turniertag ihre volle Sprunghöhe zu haben. 

"Ein wichtiger Aspekt ist natürlich die Minimierung des Verletzungsrisikos", sagt Erik Helm, Sportwissenschaftler und DOSB-Athletiktrainer in Berlin, der auch mit Erdmann/Matysik und Holtwick/Semmler arbeitet, "eine Verletzung auf der World Tour ist ein absolutes No-Go für die Spieler, denn dann gibt es kein Preisgeld und keine Punkte“.

Kompromiss und Olympia-Qualifikation passen nicht zusammen

Nun wird es also spannend zu sehen, wie die Teams aus der kurzen Vorbereitungsphase in die Saison starten. Til Kittel, Sportwissenschaftler an der Universität Bochum, sagt: "Man muss Kompromisse eingehen, wenn man nur acht Wochen Zeit für den Aufbau hat. Man kann den Körper ja nicht austricksen." So kann ein Kompromiss sein, im Team festzulegen, für die ersten Turniere keine Top-Form anzustreben. Schwierig wird diese Variante jedoch für Teams, die für die Olympia-Qualifikation von Beginn an Punkte sammeln müssen. Erik Helm prophezeit, dass von der kurzen Vorbereitungsphase ältere, erfahrenere Teams profitieren werden: "Diese konnten bereits über Jahre ein gutes Athletikniveau aufbauen, während jüngere Athleten erst an die hohen Umfänge herangeführt werden müssen." Eines ist für Til Kittel jedoch sicher: "Wenn die Deutschen etwas können, dann ist es Trainingssteuerung. Ich habe volles Zutrauen in die Kollegen.“

Zu wenig Zeit für die Regeneration

"Man wächst ja mit den Aufgaben“ sagt Ilka Semmler, „anderen Sportlern geht es ja auch so.“ Die Fülle an Turnieren und die Kürze der Vorbereitungsphase ist für andere Sportarten wie Tennis oder Handball nichts Neues. Tennisspieler zum Beispiel haben nur etwa zehn Wochen im ganzen Jahr frei und spielen etwa 30 Turniere. (Zum Vergleich: Böckermann/Flüggen waren die Vielspieler der vergangenen Saison mit 18 Turnieren, Erdmann/Matysik haben an zehn Turnieren teilgenommen.) Im Handball wird seit Jahren über die zu hohe Belastung und die zu geringe Zeit zur Regeneration diskutiert, hier dauert die Saisonpause gerade einmal zwei Monate. Eine Lösung haben die Verantwortlichen bislang nicht gefunden.

Deutsche Beach-Volleyballer mussten ihre Trainingssteuerung im Winter zum ersten Mal auf so kurze Zeit anpassen. Markus Böckermann und Lars Flüggen haben ihre eigene Strategie gefunden, um mit der hohen Belastung umzugehen. Sie investieren in eine eigene physiotherapeutische Betreuung und sind damit eines der wenigen Teams, die sich im Trainingslager und auf Turnieren einen eigenen Physiotherapeuten leisten. "Für unseren Körper und unser großes Ziel wollen wir gern dieses finanzielle Investment aufbringen", sagt Markus Böckermann entschlossen. 

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