Fuchs/Stadie: „Wir sind zwei Kämpfer"

Neues Team

Sebastian Fuchs und Eric Stadie bilden ab sofort ein Team. Außerhalb des neuen Beach-Volleyball-Zentrums in Hamburg arbeiten sie in Berlin an einem bislang unerfüllten Traum.

"Die Partnerschaft, die ich immer gesucht habe"

Zehn Jahre trennen Sebastian Fuchs (30) und Eric Stadie (20). Wenn die beiden Beach-Volleyballer zusammensitzen, erscheint der Unterschied aber gar nicht so groß. „Wir sind von unseren Persönlichkeiten total auf einer Welle“, sagt Fuchs.

Das ist auch einer der Hauptgründe, warum sich der 2,02 große Blocker aus Eckernförde mit dem 1,89 Meter langen Abwehrspieler aus Berlin zusammengetan hat. „Ich könnte mir vorstellen, dass diese Partnerschaft das ist, was ich immer gesucht habe“, sagt er.

Operation gut überstanden

So richtig viel Glück hatte Sebastian Fuchs in den vergangenen vier Jahren nicht. 2013 wurde er vom Olympiasieger Julius Brink auserkoren, doch der überlegte es sich anders. Mit Thomas Kaczmarek stand Fuchs 2014 im Finale um die Deutsche Meisterschaft, verlor aber im Tiebreak gegen Jonathan Erdmann und Kay Matysik. Mit Stefan Windscheif tat er sich 2015 zusammen und versuchte, die Norm für Olympia zu schaffen, doch immer wieder wurde er von Verletzungen zurückgeworfen. Immer wieder kämpfte Fuchs sich zurück – so wie jetzt auch. Nach überstandener Schulteroperation absolviert er aktuell drei Kraft-, drei Ausdauer-, drei Reha- und drei Balleinheiten pro Woche. „Ich liebe es, mich zu quälen“, sagt er. Schließlich weiß er auch, wofür er das tut: Anfang Januar will er wieder voll ins Balltraining einsteigen, das momentan darin besteht, Bälle mit dem linken Arm in der Luft zu halten oder das Zuspiel seines neuen Partners zu begutachten.

Zu klein für den Sport

Der 20-jährige Stadie nimmt gern in Kauf, noch ein bisschen auf den voll einsatzfähigen Fuchs zu warten. Schon vor Monaten hatte er ihn als seinen Wunschpartner ausgemacht. „Er ist einfach ein cooler Typ, auf und neben dem Court“, sagt Stadie. Und der Olympiafünfte der Jugendspiele 2014 sieht noch eine andere Gemeinsamkeit: „Wir sind beide Kämpfer“, sagt er. „Wir waren nie die Spieler, die vom Verband als besonders talentiert angesehen worden sind.“ Seit seinem 15. Lebensjahr hört Stadie sich nun schon an, er sei zu klein für den Sport. „Immer wieder habe ich es dann doch geschafft, die neuen Trainer davon zu überzeugen, dass es geht.“

Sein sportliches Vorbild ist Bruno Oscar Schmidt, der es mit nur 1,85 Metern an die Weltspitze geschafft hat, im August gewann der Brasilianer Olympiagold an der Seite von Alison Cerutti. In den Kader der vier vom Verband geförderten Athleten, die zukünftig in Hamburg zusammen trainieren sollen, haben Fuchs/Stadie es nicht geschafft. „Klar wäre ich gern dabei gewesen“, sagt Fuchs. „Aber die Vergangenheit hat ja auch gezeigt, dass die Teams, die sich selbstständig aufgestellt haben, große Erfolge erzielen können. Wenn ich mir anschaue, was die Spieler, die im System sind, in den vergangenen drei Monaten an Ungewissheiten durchlebt haben, geht es uns doch gut.“

Ein Mal Deutscher Meister werden

Fuchs/Stadie trainieren weiterhin am Olympiastützpunkt Berlin, derzeit mit Kay Matysik als Balltrainer sowie Erik Helm und Sten Schmidt im athletischen Bereich. Ziel ist es, B-Kader-Status zu erlangen, und in der kommenden Saison sowohl die nationale Tour, als auch die mit ein bis drei Sternen versehenen Events der FIVB World Tour zu spielen. Die neue Sterne-Regelung kann für die beiden Berliner von Vorteil sein, da die Top-Teams sich eher auf die vier- und fünf Sterne Turniere konzentrieren. Nebenbei mach Sebastian Fuchs eine Ausbildung zum A-Trainer für Hallen-Volleyball, während Eric Stadie Sportwissenschaften an der HU Berlin studiert.

Beiden ist klar, dass sie sich auf die Zeit nach dem Leistungssport vorbereiten müssen. Die allerdings wird für Sebastian Fuchs wesentlich eher kommen als für seinen jungen Partner: „Eric kann bestimmt noch drei Olympiazyklen spielen“, sagt er lachend. Für ihn könnte es der letzte sein. Einen unerfüllten Traum möchte er sich noch erfüllen: „Ich will ein Mal erleben, die Deutsche Meisterschaft in Timmendorf zu gewinnen.“ Am Willen zu kämpfen wird dieses Vorhaben bei Fuchs/Stadie mit Sicherheit nicht scheitern. 

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