Golden Girls vergolden Hamburg Finals

FIVB World Tour Finals Hamburg 23.08.2017 - 27.08.2017

Laura Ludwig und Kira Walkenhorst gewinnen den Titel bei den World Tour Finals in Hamburg. „Der Olympiasieg war cool, der WM-Titel sehr cool – aber hier das World Tour Final zu gewinnen, ist sensationell“, sagte Ludwig. Sie und Walkenhorst haben ohne Frage eine neue Beach-Volleyball-Euphorie entfacht.

Den Center Court zum Leuchten bringen

Kira Walkenhorst brauchte einen Moment, um die vielen Zuschauer visuell zu erfassen. Brauchte einen Moment um zu begreifen, was sie erreicht hatten. Das war am Freitagabend gegen 20.38 Uhr, die Weltmeisterinnen waren ins Endspiel der World Tour Finals in der Hamburger Rothenbaum-Arena eingezogen, die Scheinwerfer brachten den Center Court zum Leuchten und Walkenhorst zum Strahlen. "Das war der emotionalste Moment meiner Sportkarriere", verrät Walkenhorst.

Ihre Hände verschränkte sie hinter den Kopf, eine ganze Weile lang blieb sie so stehen, schaute sich immer wieder ungläubig um. Erst da hatte sie die Zuschauer richtig erfasst, die bis unter dem Dach des Tennis-Stadion saßen, 8.000 waren es ungefähr bei ihrem Halbfinalsieg. Und dort hatte die 26-Jährige wahrscheinlich noch gar nicht erfasst, was sie und ihre Partnerin Laura Ludwig (31) für eine Beach-Volleyball Euphorie in Hamburg und vielleicht sogar in ganz Deutschland entfacht hatten.


„Das hier ist sensationell“

Das große Zuschauer-Interesse am Halbfinale wurde einen Tag später dann sogar nochmal getoppt. Fast 10.000 Fans waren in Hamburg in der Red Bull Arena dabei (und eine ganze Menge standen noch vor den Eingängen), als sich Ludwig und Walkenhorst den World-Tour-Final-Titel und 100.000 US-Dollar Preisgeld verdienten.

Gegen Agatha Bednarczuk/Eduarda ‚Duda‘ Lisboa aus Brasilien gewannen die Weltmeisterinnen mit 2:1 (21:17, 19:21, 15:10) und haben ihren Titel beim finalen Turnier der Beach-Volleyball-Weltserie damit verteidigt – schon im Vorjahr gewannen sie im kanadischen Toronto nach ihrem Olympiasieg den Titel. „Der Olympiasieg war cool, der WM-Titel sehr cool – aber hier das World Tour Final zu gewinnen ist sensationell“, schrie Ludwig in das Mikrofon des Stadionsprechers.

Dabei war unter der Woche noch gar nicht klar, ob es für das Duo überhaupt weitergehen würde bei seinem Heim-Turnier. Vor dem zweiten Gruppenspiel am Donnerstag hatte Blockspielerin Walkenhorst große Probleme mit einer Rippe, sogar über einen Spielabbruch wurde im Team gesprochen.

„Wir saßen zusammen und es wurde gesagt: So geht es nicht“, berichtete Walkenhorst hinterher. Dann stieß sie ihren Trainer Jürgen Wagner an und sagte: „Ich will es wenigstens versuchen.“ Walkenhorst kämpfte sich mit Schmerzen durch die Partie, das Spiel gewannen sie souverän.


„Es war schon eine ganz schöne Quälerei“

Nach allen Spielen lobten die Hamburgerinnen das Publikum ausdrücklich, es hätte geholfen, sie durch das Turnier zu tragen. „Es war schon eine ganz schöne Quälerei dieses Jahr“, gab Walkenhorst zu, „auch wenn der Körper nicht mehr ganz möchte, die Zuschauer helfen dabei, durch das Turnier zu kommen.“ Durch die Saison quälte sie sich mehr, als dass sie fit gewesen wäre für die Höhepunkte.

Einer was das Event am Rothenbaum, das einen Zuschauerzuspruch hatte, der alle Erwartungen übertraf. Schon zu den ersten Turniertagen kamen so viele Leute, dass den Verpflegungsständen das Bier ausging. Die meisten Fans kamen für die Olympiasiegerinnen, natürlich, aber auch alle anderen Spiele waren gut besucht, auch unter der Woche. "Das Event war ein Durchmarsch, es hat von vorne bis hinten alles geklappt", fasst Organisator Frank Mackerodt zusammen. Hamburg hat sich von seiner besten Seite gezeigt. Das sind gute Voraussetzungen für die geplante WM-Bewerbung für 2019.

Beim Endspiel von Ludwig/Walkenhorst waren 10.000 im Stadion, laut Mackerodt weitere 8.000 davor auf dem Gelände, die sich das Spiel auf den Leinwänden anschauten. Und es scheint, als käme der Sport langsam auch in der breiten Masse gut an. Das ZDF übertrug das Endspiel von Hamburg live in seinem Hauptprogramm. Schon den WM-Sieg von Ludwig/Walkenhorst in Wien hatten 1,5 Millionen Zuschauer vor den TV-Bildschirmen verfolgt. Es sind also noch einige Zuschauer mehr, die dem derzeit besten Beach-Volleyball-Duo der Welt zujubeln – um das zu verinnerlichen, dafür braucht Walkenhorst wohl noch etwas länger. 

Alle Infos zu den Swatch Beach Volleyball FIVB World Tour Finals Hamburg 2017

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