GS Berlin: Kein Geld, kein Platz

Grand Slam Berlin

Der Grand Slam Berlin wird 2015 voraussichtlich nicht stattfinden. Und wenn sich kein neuer Veranstaltungsort findet, wird es auf der World Tour keine Station mehr in Deutschland geben. Der Termin für die EM in Klagenfurt hingegen ist fix.

Fehlende Rahmenbedingungen

Die Zeiten, in denen die deutschen Beach-Volleyballer zumindest einmal im Jahr eine kurze Turnieranreise haben, sind vorbei. 2015 wird der Grand Slam in Berlin nicht stattfinden. "Alle, die das organisatorisch gestemmt haben, stehen Gewehr bei Fuß und wollen gern weitermachen", sagt Organisator Siegbert Brutschin und fügt an: "Es müssten aber die Rahmenbedingungen stimmen."

Das ist nicht der Fall. Der Veranstalter und Geldgeber IMG, der die Tour gemeinsam mit dem Deutschen Volleyball Verband (DVV) getragen hat, zog sich zurück. "Der neue Besitzer orientiert sich in andere Geschäftszweige", sagt Brutschin. Das Gelände auf dem Washingtonplatz am Hauptbahnhof hätte zwar wieder zur Verfügung gestanden, aber in weit kleinerem Umfang. Direkt am Spielerhotel wird derzeit ein Baumhain errichtet, so dass nur noch ein Feld auf dem Areal Platz gefunden hätte. "Es entwickeln sich auch keine anderen innerstädtischen Plätze", klagt Brutschin, der schon in den Jahren davor, als der GS weitab des Publikumsverkehr in der Waldbühne vor sich hindümpelte, nach Alternativen suchte. 

Es ist lange her, dass der Berlin GS viele Zuschauer angezogen hat. Höhepunkt war die Weltmeisterschaft 2005, die für lange Schlangen vor dem Stadion sorgte. In den vergangenen drei Jahren kam dann auch noch Pech mit dem Wetter hinzu. Beach-Volleyball im Regen ohne Publikum sorgt eben auch nicht gerade dafür, dass die Vermarkter Schlange stehen.



Wo bitte geht es zum Grand Slam?

Vielleicht ist aber auch die Hauptstadt an sich das Problem: In Berlin, wo täglich hochkarätige Sportveranstaltungen um die Gunst der Zuschauer buhlen, hinzu ein breites kulturelles Programm für Konkurrenz sorgt, kann so ein Grand Slam schnell untergehen. Hannes Jagerhofer, Organisator des populärsten Tourstopps in Klagenfurt berichtete im Sommer von einem Erlebnis mit einem Berliner Taxifahrer: "Ich stieg ein und sagte: 'zum Beach-Volleyball Grand Slam bitte' - der hatte keine Ahnung, wo das ist", sagte er. Wohl aber sei der Fahrer über die Europameisterschaft 2013 in Klagenfurt im Bilde gewesen, sowie über die Siegerinnen aus Österreich. "Der kannte sich aus in dem Sport und selbst der wusste nicht, das so etwas in Berlin stattfindet", staunte Jagerhofer.

Bleibt die Frage, ob es nicht eine andere Destination in Deutschland gibt, wo der Grand Slam zum Erfolg geführt werden könnte. Nachdem die nationale Tour mit Vermarkter Sky immer erfolgreicher wird, fehlt der nächste Schritt. "Es kann nicht sein, dass in Deutschland als eine der stärksten Nationen im Beach-Volleyball kein internationales Turnier stattfindet", sagt Brutschin.

Die Europameisterschaft wird übrigens vom 28. Juli bis zum 2. August 2015 wieder in der Hauptstadt Kärntens ausgetragen.

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