Heather Bansley: "Ich wurde oft übersehen"

Beste Abwehrspielerin der World Tour 2016

Heather Bansley (29) gehört zu den besten Beach-Volleyballerinnen der FIVB World Tour, dabei ist die Kanadierin nur 1,70 Meter groß. Im Interview spricht sie über ihre Größe, Trainingsmethoden und ihr Vorbild Laura Ludwig.

Heather Bansley wurde 2015 und 2016 als beste Abwehrspielerin der FIVB World Tour ausgezeichnet, bei den Olympischen Spielen 2016 belegte sie mit Partnerin Sarah Pavan Platz Fünf.  

beach-volleyball.de: Heather, als Sie angefangen haben, Volleyball zu spielen, haben Sie da mal gehört, Sie wären nicht groß genug für den Sport?
Heather Bansley: Oh ja, die ganze Zeit. Vor allem, als ich zu den Lehrgängen für das Pre-Nationalteam und später auch die Nationalmannschaft in Kanada gekommen bin. Ich wurde oft übersehen, aber das hat mich auch motiviert, hart an mir zu arbeiten, und andere Fähigkeiten herauszubilden, die ich als Vorteil nutzen kann.  

Welche zum Beispiel?
Durch meine Größe kann ich mich unheimlich schnell im Feld bewegen, und ich habe eine sehr gute Ballkontrolle. Auf diese Dinge fokussiere ich mich. Das ist auch einer der Gründe, warum ich mich für Beach-Volleyball entschieden habe, ich wusste, dass der Sport besser zu meinen Stärken passt als Hallen-Volleyball.

Wann haben Sie festgestellt, dass Sie es im Beach-Volleyball bis ganz nach oben schaffen können?
Das passierte eigentlich alles ganz natürlich. Ich habe die U20 Weltmeisterschaften gespielt, dann rutschte ich ins Nationalteam. Richtig geholfen hat mir dann, auf der World Tour zu spielen, wo ich noch mehr Spielpraxis gewonnen, und auch gelernt habe, was die anderen Teams so machen.

Was meinen Sie damit?
Als ich angefangen habe, war Beach-Volleyball noch ganz neu für uns in Kanada, wir sind auf der World Tour herumgereist, und haben uns abgeschaut, wie andere erfolgreiche Teams sich organisieren, wie sie ihre Ressourcen nutzen. Daraus schlossen wir dann, wie wir das angehen müssen, und ich realisierte plötzlich 2010/11 mit meiner alten Partnerin, Elizabeth Maloney, dass es möglich ist, sich für die Olympischen Spiele zu qualifizieren.

„Ich bewundere Laura Ludwig als Abwehrspielerin“

Sie scheiterten 2012 nur knapp durch einen nationalen Ausscheid, schafften aber vier Jahre später mit Sarah Pavan die Qualifikation locker. War es zu Beginn schwierig für Sie, eine Partnerin an ihrer Seite zu haben, die aus der Halle kam und quasi keine Ahnung vom Beach-Volleyball hatte?
Für mich war es kein großes Risiko. Ich wusste, dass ich etwas verändern muss, um es zu Olympia zu schaffen. Sarah hatte unheimlich viel Volleyball-Erfahrung, vieles konnte sie aus der Halle transferieren. Schwierig war für mich allerdings, nicht zu coachen. Wir hatten ja zu Beginn nie einen Trainer mit auf Tour, und am Anfang ist mir das sehr schwer gefallen, denn du willst auch keine Grenzen übertreten von Teampartnerin zu Trainerin.

Vor dem Olympischen Viertelfinale, als Sie auf Ludwig/Walkenhorst trafen, sagte Trainer Jürgen Wagner, er mache sich mehr Sorgen wegen Ihnen, als wegen ihrer 1,96 Meter großen Partnerin. Was sagen Sie dazu?
Das ist ein sehr nettes Kompliment. Ich bewundere Laura sehr als Abwehrspielerin und als Athletin. So ein Kompliment von ihrem Trainer zu hören, ehrt mich sehr.

Wie hoch springen Sie im Sand?
Ich glaube, es sind ungefähr 37 Zentimeter aus dem Stand.

Welche speziellen Übungen machen Sie dafür?
Ich arbeite sehr eng mit einem Kraft- und Ausdauertrainer. Ich mache viele Box Jumps, Kniebeugen und Olympic Lifts (umsetzen, reißen, ausstoßen). Das meiste davon mache ich natürlich in der Off Season und dann auch in der Vorbereitung. Während der Saison versucht man dann, das Level zu erhalten.

„Meine Größe hat mich zu der Athletin gemacht, die ich bin“ 

Sie rennen unheimlich viel in der Abwehr, und werden wegen ihrer Größe auch oft im Side-out angespielt. Wie schaffen Sie es, das körperlich durchzuhalten?
Mit meinem Fitnesstrainer habe ich viel darüber gesprochen. Als wir besser und besser wurden, habe ich ihm gesagt, dass ich gern an meiner Kondition arbeiten würde, damit ich nicht nur ein Spiel, sondern auch mal fünf Spiele auf dem Niveau halte.  Wir haben viel Intervall-Training gemacht, auf dem Fahrrad, auf dem Laufband, auf der Straße, im Sand. Das gehörten zu den härtesten Dinge im Training, aber es lohnt sich, weil man die Ergebnisse beim Spielen spürt.

Wenn Sie einen Zauberstab bekämen, und Ihre Größe ändern könnten, würden Sie es tun?
Ach, ich habe mir so oft gewünscht, größer zu sein, für Volleyball, aber in meinem normalen Leben, mag ich meine Größe doch sehr. Ich bin glücklich mit meinem Körper und meiner Größe. Ich glaube, das alles zusammen hat mich zu der Athletin gemacht, die ich heute bin, und mir die Arbeitseinstellung gebracht, die ich habe. Ich werde immer kleiner sein als andere Spielerinnen, und das irgendwie wettmachen müssen, aber Größe ist ja auch nicht alles. Man braucht Talent, die körperlichen Voraussetzungen und harte Arbeit.

Nach den Olympischen Spielen haben Sie und Pavan sich getrennt, das World Tour Final in Toronto haben Sie mit Brandie Wilkerson gespielt, wie geht es jetzt für Sie weiter?
Ich habe erst einmal nur das Turnier mit Brandie gespielt. Mehr habe ich noch nicht entschieden. Ich würde gern weiterspielen, momentan probiere ich verschiedene Partnerinnen aus. Ich möchte mit jeder einmal im Sand stehen, bevor ich eine Entscheidung treffe, deshalb habe ich auf diese Frage jetzt noch keine klare Antwort.

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