"Ich glaube an unsere Konstellation"

Interview mit Anni Schumacher

Neuer Wohnort, neue Beach-Partnerin: Anni Schumacher sortiert ihr Leben derzeit neu. Mit Sandra Seyfferth geht ihre Sportkarriere weiter. "Es ist eine alt-neue Partnerin", schmunzelt Anni. beach-volleyball.de sprach mit der 26-jährigen Blockspezialistin...

Als Jana Köhler nach der Deutschen Meisterschaft 2014 ihren Rücktritt vom Leistungssport erklärte (beach-volleyball.de berichtete), stand Anni Schumacher plötzlich ohne Partnerin da. Nach zwei Jahren im Sand mit Jana, zahlreichen Podestplätzen auf der deutschen und europäischen Tour und einigen Top-Ten-Platzierungen auf der World Tour musste sich Anni neu orientieren. Jetzt hat sie einen neuen Plan: Anni greift ihr Projekt von 2012 noch einmal auf und geht die Zukunft mit Sandra Seyfferth an, welche sich dafür von Kim Behrens trennt. Beim FIVB Open in Parana probte das Duo und belegte einen guten fünften Platz. "Wir freuen uns über jeden Fan, der uns zur Seite steht und wollen die Leute mit unserer Freude am Sport anstecken", blickt Anni Schumacher fröhlich in die Zukunft.  

Hallo Anni! Wo erwischen wir dich gerade?

Anni Schumacher: "Ich bin gerade am Olympiastützpunkt Stuttgart, komme vom Physiotherapeuten und gehe zum Mittagessen."

Heißt das, du bist bereits in der Vorbereitungsphase für die nächste Saison?

"Ich befinde mich eher in einer Übergangsphase zwischen Umzug und Vorbereitungsphase. Erst vor zwei Wochen bin ich nach Stuttgart gezogen. Jetzt sortiere und orientiere ich mich hier erst einmal neu. Die Entscheidung ist unabhängig von der Partnerwahl gefallen. Ich dachte mir, ich könnte 20% mehr in den Sport einbringen, wenn ich nicht mehr so viel pendeln muss wie bisher zwischen Dresden, Hamburg und Stuttgart. Hier bin ich bei Jörg Ahmann (Nachwuchsbundestrainer, Anm. d. Red.) im Training und habe mit Chantal Laboureur und Jörgs Nachwuchsathleten gute Trainingspartner. Es ist also ein insgesamt sehr gutes Trainingsumfeld für mich."

Mit Sandra Seyfferth hast du nun eine Partnerin, mit der du 2012 bereits spielen wolltest.

"Ja, eine alt-neue Partnerin sozusagen. Damals ist das Projekt nach hinten gerutscht, weil ich eine Anfrage von Jana Köhler bekam. In den letzten zwei Jahren haben uns Sandra und ich jedoch unabhängig voneinander weiter entwickelt. Die Wahl fiel wieder auf sie, weil wir uns einfach von 2012 schon kennen, es menschlich passt und wir auch vom Punktestand her eine gute Ausgangsposition haben. Wir sind in der Weltrangliste das sechste deutsche Team. Von dem Aspekt her knüpfe ich also an die Zeit mit Jana an. Ich glaube an unsere Konstellation."

So ganz um das Pendeln kommst du auch in dieser Saison nicht herum, denn Sandra wohnt ja in Hamburg?

"Stimmt, sie ist ein Jahr nach mir aus Dresden nach Hamburg gezogen. Da wir jetzt kurzfristig unsere Zusammenarbeit beschlossen haben, wollen wir nicht das private Umfeld ändern. Jede bleibt erst einmal an ihrem Wohnort. Sandra studiert ja auch in Hamburg, trainiert bei Maria Kleefisch (ehemalige Tour-Spielerin, derzeit Trainerin am Olympiastützpunkt Hamburg, Anm. d. Red.), ich bei Jörg Ahmann. Wir werden in Trainingsblöcken und Trainingslagern dann unser Zusammenspiel entwickeln."

Welche Ziele habt ihr für nächstes Jahr?

"Wir wollen uns im nächsten Jahr als sechstes deutsches Team festsetzen. Natürlich wollen wir zur Deutschen Meisterschaft nach Timmendorfer Strand."

Die Qualifikationsphase für Olympia 2016 hat ja begonnen – für euch auch ein Thema?

"Da wollen wir realistisch bleiben. Wir haben in Deutschland drei Teams, die international alles spielen können. Wenn wir die Chance bekämen, würden wir beide natürlich nicht nein sagen, aber machen wir uns nichts vor. Sandra ist vier Jahre jünger, wir müssen von Saison zu Saison blicken. Olympia 2020 könnte ein realistisches Thema für uns werden."

In deiner Übergangsphase mit all den organisatorischen Aufgaben – bleibt da noch Zeit für Plätzchen backen und Tannenbaum schmücken?

"Auf jeden Fall. Sandra hat ja erst in Südafrika gespielt und hat jetzt bis Januar frei. Sie wird bestimmt Zeit haben, einen Tannenbaum zu schmücken. Und ich verbringe meine Feiertage bei meiner Familie in Sachsen."

Anni, vielen Dank für deine Zeit. Ich wünsche dir im Namen des gesamten beach-volleyball.de-Teams schöne Weihnachten und guten Rutsch!

Danke, euch auch! 

 

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