Janis Smedins und der Traum von einer EM-Medaille

Beach-EM Lettland 16.08.2017 - 20.08.2017

Der Aufstieg der Sportart Beach-Volleyball ist in Lettland eng mit dem Alleskönner Janis Smedins verbunden. Mit der anstehenden Europameisterschaft in seinem Heimatland geht für den Beach-Profi ein Traum in Erfüllung.

So ein Turnier gab es in Lettland noch nie

Wer sich mit Beach-Volleyball in Lettland beschäftigt, kommt an dem Namen Janis Smedins nicht vorbei. Der 30-Jährige Beach-Profi ist mit seinen Leistungen auf dem Court maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Sport in seinem Heimatland einen immer höheren Stellenwert bekommt. In dieser Woche sogar noch etwas mehr als sonst: Morgen beginnen die Europameisterschaften an der Ostseeküste des Landes, bis einschließlich Sonntag spielen 32 Frauen- und Männerteams um den Titel in Jurmala.

Smedins und sein Partner Aleksandrs Samoilovs, 32, sind dabei die Mitfavoriten auf den großen Coup. „Seit mehr als zehn Jahren spiele ich jetzt internationale Turniere, aber so ein großes Turnier gab es in Lettland noch nie. Es ist ein Traum, der wahr wird“, erzählt Smedins. Vor sieben Jahren gewann er in Berlin an der Seite von Martins Plavins EM-Bronze, es war die erste wichtige internationale Medaille im Beach-Volleyball überhaupt für Lettland.

Zwei Jahre später gab es erneut Bronze, diesmal sogar bei den Olympischen Spielen in London. „Nach der ersten EM-Medaille gab es für Beach-Volleyball in Lettland einen großen Schub, 2012 ist der Sport dann explodiert“, sagt Smedins. Zwei Millionen Einwohner hat sein Heimatland, flächenmäßig ist es noch nicht einmal so groß wie das Bundesland Bayern und nun scheint es so, als schwinge sich Beach-Volleyball nach Eishockey und Basketball zum Nationalsport auf.  


Jede freie Minute für Beach-Volleyball

„Es ist schwer, freie Trainingsplätze im Sommer zu finden, auch für uns. Es ist fast so, als nutzen die Leute jede freie Minute, spielen vor und nach der Arbeit Beach-Volleyball“, sagt Smedins. Nach den Olympischen Spielen 2012 tat er sich mit seinem jetzigen Partner Samoilovs zusammen, seitdem gehören sie konstant zu den besten Teams der Welt. Dreimal standen sie am Jahresende ganz oben in der Weltrangliste.

Smedins selbst ist einer der komplettesten Athleten im internationalen Beach-Volleyball – es gibt so gut wie kein Element, das der 1,90 Meter-Mann mit den leicht abstehenden Ohren nicht beherrscht. Da sein Partner Samoilovs ähnlich veranlagt ist, sind sie als eines der spielstärksten Teams Favoriten auf den EM-Titel, den sie vor zwei Jahren in Klagenfurt schon einmal gewannen.

„Wir haben immer Druck, auf jedem Turnier. Und dazu kommt noch, dass wir nicht unsere beste Saison spielen. Aber auf einer EM sind so viele gute Teams, die den Titel holen können, die haben alle Druck“, sagt Smedins. Bei der WM war zuletzt im Achtelfinale gegen Andre/Evandro aus Brasilien Schluss, die holten später vor 10.000 Zuschauern auch den WM-Titel in Wien. Ganz so viele werden es auf dem lettischen Majori Beach nicht: 3.000 Zuschauern bietet der Center Court von Jurmala Platz. Bis einschließlich Freitag ist der Eintritt frei, am Wochenende müssen die Tickets bezahlt werden. Janis Smedins glaubt, dass das Stadion trotzdem voll wird, gerade weil der Sport immer beliebter wird.

Darum ist Janis Smedins einer der besten Beach-Volleyballer der Welt.


Deutsche Frauen zählen zu den Favoritinnen

In den nächsten Tagen können sich auch acht deutsche Teams davon überzeugen. Laura Ludwig/Kira Walkenhorst gehen als Titelverteidigerinnen und als frisch gekürte Weltmeisterinnen naturgemäß als Gejagte in das Turnier. Aber auch Chantal Laboureur und Julia Sude haben sich zuletzt in die Liste der Medaillenanwärterinnen gespielt: Als Weltranglistenzweite sind sie in Jurmala topgesetzt, zuletzt bei der WM in Wien waren sie neben den deutschen Kolleginnen das einzige europäische Team, das es bis ins Viertelfinale schaffte.

Bei den Frauen gehen außerdem Victoria Bieneck/Isabel Schneider und Julia Großner/Nadja Glenzke für Deutschland an den Start. Bei den Herren landeten Julius Thole/Lorenz Schümann und Jonathan Erdmann/Armin Dollinger gemeinsam in Gruppe C und spielen dort gleich zum Auftakt am Mittwoch gegeneinander. Markus Böckermann/Yannick Harms und Sebastian Fuchs/Alexander Walkenhorst machen das Männer-Quartett in Lettland perfekt.

Gleich am ersten Turniertag trifft das deutsche Interimsduo Böckermann/Harms auf die Gastgeber Samoilovs und Smedins (19 Uhr). Die werden alles daran setzen, dass das erste große Beach-Volleyball-Event in ihrem Heimatland ein Erfolg wird. Eine Medaille gehört da irgendwie auch dazu.

 


Turniermodus

Bei den Europameisterschaften spielen 32 Teams im Hauptfeld erst eine Gruppenphase und danach mit 24 Teams weiter im Single-Elimination (einfaches K.o.-System), d.h., nur die Gruppenletzten scheiden nach der Vorrunde aus.

Preisgeld & Punkte

Insgesamt werden 100.000 Euro auf alle Teams ausgeschüttet, die Siegerteams erhalten davon jeweils 20.000 Euro und bekommen außerdem pro Athlet 250 Europa- und Weltranglistenpunkte.

Wer sind die Titelverteidiger?

Die Titelverteidiger kommen aus Deutschland und Italien: 2016 wurden Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sowie Paolo Nicolai und Daniele Lupo im schweizerischen Biel Europameister.

TV-Zeiten

Sport1+ überträgt am Freitag, 18. August, live ab 14:00 Uhr aus Jurmala das Achtelfinale. Um 16:00 Uhr folgt das Viertelfinale der Männer. Am Samstag sind live ab 13:00 Uhr weitere Spiele der K.o.-Phase der Männer und Frauen zu sehen, ehe am Sonntag, 20. August, das Finale der Frauen live ab 15:15 Uhr folgt. Das Endspiel der Männer schließt sich um 16:30 Uhr an.

Alle Infos zur EM 2017 auf unserer Turnierseite

Video-Tipp:

beach-volleyball.de Partner

  • Mikasa
  • Schauinsland Reisen
  • Techniker Beach Tour
  • Die Techniker
  • Website WM