Kerri Walsh Jennings stellt sich gegen AVP und Partnerin April Ross

Beach international

Im US-amerikanischen Beach-Volleyball gibt es ein Kräftemessen zweier Turnierserien. Beim Saisonauftakt der AVP am Huntington Beach fehlt mit Kerri Walsh Jennings der Star der Szene - die dreifache Olympia-Goldmedaillengewinnerin boykottiert die Tour und trennte sich gleichzeitig von ihrer Rio-Partnerin April Ross.

„April und ich werden nicht weiter miteinander spielen“

Kerri Walsh Jennings, 38, ist in den USA nicht irgendwer. Die dreifache Olympia-Goldmedaillengewinnerin ist eine Institution, eine Legende im Beach-Volleyball. Mehr als 300.000 Menschen folgen ihr im sozialen Netzwerk Facebook, damit erreicht sie immerhin eine dreimal so große Fangemeinde wie hierzulande Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Und wenn eine Spielerin wie sie die US-amerikanische Beach-Volleyball-Serie AVP boykottiert, schlägt das hohe Wellen.

Die dreifache Olympia-Goldmedaillengewinnerin trennte sich gleichzeitig von ihrer Partnerin April Ross. Mit ihr hatte sie im vergangenen Jahr in Rio die Bronzemedaille gewonnen, mit ihr wollte sie in Tokio 2020 erneut bei den Olympischen Spielen starten. „April und ich sind fertig. Wir werden nicht weiter miteinander spielen. Ich habe großen Respekt vor April, aber wir haben einfach verschiedene Ansichten von der Zukunft unseres Sports“, sagte Walsh-Jennings gegenüber der Nachrichtenagentur AP.

Hintergrund ist ein Streit zwischen den Profi-Spielern und der US-Turnierserie AVP über einen Vertrag, der die Athleten für vier Jahre exklusiv an die AVP gebunden hätte. Die AVP fordert eine Unterschrift unter der Vereinbarung, nur dann erhalten die Spieler einer Startberechtigung – von einer acht Stopps umfassenden Serie können die Beach-Profis allein nicht leben, argumentiert Walsh-Jennings. Ross unterzeichnete das Papier und spielt nun mit Whitney Pavlik.


NVL konkurriert mit der AVP

Die Forderung der AVP fiel in dem Zeitraum, als der ehemalige AVP-CEO Leonard Armato ankündigte, bei der konkurrierenden Serie NVL das Preisgeld aufzustocken, um auch für die Profis attraktiver zu werden. „Wir haben jede Woche ein Meeting, er träumt und denkt größer und das ist der Grund, warum er mein Manager ist“, erzählt Walsh-Jennings.

Armato baute seinerzeit die AVP auf, bevor sie 2010 Bankrott ging. Zudem organisierte er in den vergangenen vier Jahren die „World Series of Beach Volleyball“ in Long Beach, das als Grand Slam in den Kalender des Weltverbandes FIVB eingebunden war. „Vier Jahre ist eine lange Zeit“, sagte Priscilla Piantadosi-Lima über den Vertrag gegenüber dem Onlineportal volleyballmag.com.

Piantadosi-Lima spielte früher auf der AVP und in den vergangenen Jahren die NVL, aber auch sie gibt zu: „Man kommt nicht mit nur acht Events über die Runden. Aber selbst wenn man auf der AVP und NVL spielt und auf zwölf Events kommt, wird es hart.“ Es läuft auf ein Kräftemessen der beiden Turnierserien hinaus. Die meisten Profi-Spieler jedenfalls haben die Vereinbarung unterschrieben und bauen auf Donald Sun. Der AVP-Organisator baute die Serie nach 2012 wieder auf.


WM-Vierte Brunner glaubt an das AVP-Potential

Nun hoffen viele wie der WM-Vierte von 2015, Theo Brunner, dass sich die Tour entwickelt. „Es ist eine unübersichtliche Situation. Ich habe unterschrieben und vertraue Donald. Ich glaube, dass das was wir jetzt haben, viel besser ist als noch vor fünf oder mehr Jahren. Zu sehen, wie viele internationale Turniere ausfallen zeigt, dass Volleyball nur ein Jahr nach Olympia in einer schwierigen Phase ist“, so Brunner.

„Eine Tour zu haben, bei der das Geld in den nächsten Jahren bei einem guten Umfang erhöht wird, ist etwas, woran man festhalten sollte. Wir sollten es nicht an einem Punkt bringen, an dem wir es vielleicht nicht mehr haben“, so Brunner, der in dieser Saison mit dem Olympiateilnehmer Casey Patterson spielt. Kerri Walsh Jennings gibt sich mit den Aussichten anscheinend nicht zufrieden. Mit wem sie demnächst spielen wird, weiß sie noch nicht. Ihren Ehrgeiz hat sie aber nicht verloren: In Tokio 2020 will sie wieder Gold gewinnen, daran hält sie genauso fest wie an ihren Ansichten über die Entwicklung der Sportart in ihrem Land.

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