Köhler/Sude sind Deutsche Meisterinnen

DM Timmendorfer Strand 26. - 29.08.2010

"Vielleicht ist es in diesem Jahr mal wieder Zeit für einen Deutschen Meister, den niemand auf der Rechnung hatte", prophezeite beach-volleyball.de-Redakteurin Tina Kraus im Anfangstext von Freitag. Und in der Tat: Jana Köhler/Julia Sude bezwingen Sara Goller/Laura Ludwig in drei Sätzen. Dollinger/Windscheif und Böckermann/Urbatzka stehen im Halbfinale...

Ausblick auf Sonntag

Vier Teams werden wohl die traditionelle Players Party in der Eisporthalle heute Abend verpassen, denn sie müssen am Sonntag fit für die Halbfinals sein: Um 10 Uhr spielen Brink/Reckermann gegen Dollinger/Windscheif, um 10:45 Uhr kommt es zu einem Duell zwischen Klemperer/Koreng und Böckermann/Urbatzka (10:45 Uhr).

Das kleine Finale ist für 13 Uhr angesetzt, das Finale steigt um 14:30 Uhr.

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19:07 Uhr: Dollinger/Windscheif und Böckermann/Urbatzka im Halbfinale

In den letzten beiden Spielen des Tages setzten sich Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif und Markus Böckermann/Mischa Urbatzka durch und zogen damit ins Halbfinale ein.

Böckermann/Urbatzka zeigten zwar nicht ihr bestes Spiel gegen Stefan Köhler/Nils Rohde, doch es reichte zum 21-17, 21-16. Am Sonntag treffen sie um 10 Uhr auf das Nationalduo David Klemperer/Eric Koreng. Dollinger/Windscheif behielten über Marvin Klass/Tim Wacker die Oberhand (21-10, 21-17) und treffen im Halbfinale auf die Weltmeister Brink/Reckermann.

Stefan Windscheif: "Bis auf eine Schwächephase Mitte des zweiten Satzes sind wir sind sehr zufrieden, wie wir gespielt haben. Morgen wollen wir unser Bestes geben und alles riskieren, weil wir in dem Spiel nichts zu verlieren haben."

Tim Wacker: "Wir waren kaputt und hatten keine Kraft mehr nach so vielen Spielen in der Loserrunde. Trotzdem sind wir mit dem fünften Platz zufrieden, weil wir damit unsere Setzung – Platz 11 – deutlich übertroffen haben."

16:43 Uhr: Überraschungssiegerinnen in Timmendorf

Mit 19-21, 25-23 und 15-13 im Finale gegen Goller/Ludwig schafften Juli und Jana nicht nur eine Revanche für die Viertelfinal-Niederlage, sondern auch eine wahre Sensation. Erst zu dieser Saison formierten sie sich neu, Jana bekämpfte im Winter ihren Kreuzbandriss, und nun stehen sie ganz oben auf dem Treppchen, rechts die Nummer Fünf der Welt und Europameisterinnen Goller/Ludwig, links die Deutschen Meisterinnen 2009 Holtwick/Semmler!

"In erster Linie bedanke ich mich bei Juli", so Jana Köhler auf dem Podest mit Tränen in den Augen, "Ich war in der Reha als Juli mich fragte, ob ich mit ihr spielen wollte. Mit diesem Vertrauen bin ich in den Winter und dann in die Saison gestartet. Dass wir jetzt gewinnen, hätte ich wirklich nicht erwartet."

Eigentlich hatten Sara und Laura schon gewonnen. Mit 21-19 lagen sie einen Satz in Führung und hatten bei 20-18 im zweiten Satz zwei Matchbälle. Doch Juli und Jana machten einfach ihr Ding im Sideout, wehrten damit den ersten Matchball ab. Den zweiten wehrten sie ebenfalls ab, nachdem Laura das Zuspiel für Sara zu dicht ans Netz spielte und Sara diesen nur noch leicht ins Feld poken konnte – Jana nahm diese Breakchance dankend an. Danach setzte sie ganz frech ein Ass zur 21-20-Führung. Anschließend ging es ein paar Mal hin und her, bis Juli schließlich mit einem tollen Block gegen Laura zum 25-23 den Satzgewinn besiegelte.

In den dritten Satz startete Laura mit einem Aufschlagfehler, was eine kleine Vorahnung auf eine mögliche Sensation darstellte. Und tatsächlich holte Jana gleich eine Abwehr und machte ganz souverän den Gegenangriff zum 3-1. Es folgte zwar ein Rebreak von Goller/Ludwig (4-4), aber man wurde das Gefühl nicht, los, dass Timmendorf hier einen Überraschungsmeister erleben würde. Einen langen und atemberaubenden Ballwechsel gewannen Köhler/Sude zum 5-4. Ein zweites Break holten sich Jana und Juli nach einer umstrittenen Schiedsrichterentscheidung, die zum Nachteil von Goller/Ludwig war. Er entschied einen Ball von Sara als übergegriffen ab, obwohl Sara mit der Schlaghand auf ihrer Netzseite geblieben war. Nach der Diskussion leistete sich Laura eine schlechte Annahme, aus der sie nicht mehr erfolgreich Angreifen konnte (7-5). Etwas später agierte Jana erneut unglaublich stark in der Abwehr, kratzte wieder einen Ball heraus und brachte das 11-8. Ein Annahmefehler von Sara folgte (12-8). Nach einem provokantem Ruf von den Zuschauern schien Sara sich gesagt zu haben "Jetzt erst recht". Dann folgte auch ein Break zum 12-10, aber Jana und Juli ließen sich nicht beirren. Auch nicht, als bei 14-10 die ersten Matchbälle nicht gelingen wollten. Ein Sideout Lauras und zwei Breaks gestalteten die Endphase noch einmal spannend (14-13), aber dann verschlug Sara ihren Aufschlag, welcher knapp seitlich im Aus landete.

Juli hockte sich hin, vergrub das Gesicht in den Händen, Jana beugte sich erschöpft nach vorn. Die beiden konnten es nicht fassen, dabei haben sie es wirklich verdient, ganz oben zu stehen. Mit dieser tollen Turnierleistung haben Köhler/Sude ebenfalls gezeigt, dass mit ihnen hinsichtlich Olympia 2012 zu rechnen ist.

Sie haben sich im Laufe der Saison gesteigert, sich international immer mehr durchgesetzt und erspielten sich sogar einen hervorragenden fünften Platz in Aland. Das alles nach einer einjährigen Verletzungspause von Jana (Kreuzbandriss). Am Freitag noch hatte Juli anerkennend gesagt: "Es ist ein ganz anderes Tempo, was Goller/Ludwig spielen, wenn man sich dran gewöhnt, dann geht das. Wir können sie aber noch nicht schlagen." Und jetzt haben sie es doch geschafft und gehören nun selbst zu den besten Teams Deutschlands. Und Juli hat sogar ihren in Volleyball-Kreisen berühmten Vater Burkhard Sude übertroffen. 1995 stand auch er schon im Finale (mit Holger Werner), verlor aber dieses gegen Jörg Ahmann/Axel Hager und musste sich mit dem Vize-Meistertitel zufrieden geben. Burkhard, sonst immer bei den Turnieren seiner Tochter dabei, konnte gerade bei diesem ja historischen Ereignis seiner Tochter aufgrund einer Fortbildung nicht dabei sein. Juli hat aber mit ihm telefoniert und ihn informiert. "Er hat geweint", verriet Juli die Reaktion ihres Vaters.

Stimmen zum Spiel:

Sara Goller: "Wir hätten einfach den zweiten Satz zumachen müssen. Die waren gut und konnten dann frei aufspielen, dabei hatten eigentlich wir das Spiel unter Kontrolle."

Jana Köhler: "Es war einfach der Wahnsinn. Ich hatte die ganze Zeit Gänsehaut. Der Finaleinzug hat uns noch mal richtig Power gegeben. Wir waren heute nicht verkrampft und hatten einfach Spaß am Spiel."

Julia Sude: "Wir hatten uns vorgenommen, ins Halbfinale zu kommen und eine Medaille zu gewinnen. Die letzten Wochen waren so aufregend für uns und wir sind viel herumgereist, da ist es uns schwer gefallen, sich auf ein Turnier zu fokussieren. Wir können es noch gar nicht glauben, dass wir Deutsche Meisterinnen geworden sind."

Julia auf die Frage, ob sie schon mit ihrem Vater gesprochen hat: "Wir haben nur ganz kurz miteinander telefoniert, da er geweint hat. Er meldet sich später noch mal."

Eine schöne Siegerehrung

 

Das war ein toller Anblick für die Zuschauer: Die 16 Frauen-Teams machten aus der Siegerehrung eine Party. Nach der Vergabe der Medaillen und Pokale feierten sie die neuen Deutschen Meisterinnen Köhler/Sude aber auch sich gegenseitig mit einer ausgelassenen Sektdusche und charmanten Tanzeinlage. Außerdem gab es die traditionelle Raupe. Zudem bedankten sich die Mädels bei den Zuschauern mit einer Laola-Welle vor jeder Tribüne. Sehr sympathisch von Siegerin Jana Köhler war auch die obligatorische Siegesrede. Sie bedankte sich bei den Schiedsrichtern und Ballkindern, die im gestrigen Regen die Felder umbauten bzw. im Wasser standen, um Bälle zu holen. Außerdem verwies sich auf ihren "ersten kleinen Sponsor". "Ich hoffe, dass im nächsten Jahr zwei-drei mehr werden", sagte sie kokett. Das wünschen wir dem sympathischen Duo auch, denn sie hätten es in jedem Fall verdient, eine große Unterstützung zu erfahren, um sich voll auf den Sport konzentrieren zu können. Die Rede schloss sie wie folgt ab: "Und ich hoffe, dass wir heute Abend alle zusammen das Tanzbein schwingen." 

15:00 Uhr: Bronze für Holtwick/Semmler

Katrin Holtwick und Ilka Semmler haben im Spiel um Platz Drei gegen Rieke Brink-Abeler und Angelina Grün gewonnen. Sie setzten sich mit 21-18 und 21-15 durch. 

Katrin Holtwick brachte es selbstkritisch auf den Punkt: "Die Niederlage im Halbfinale geht auf meine Kappe. Ich habe einfach kein Mittel gegen die Blockarbeit von Julia Sude gefunden. Schön, dass wir im kleinen Finale zumindest noch einmal einen versöhnlichen Abschluss feiern konnten."

14:16 Uhr: Beide Top-Duos im Halbfinale

Nachdem David Klemperer/Eric Koreng heute Morgen gegen Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif in zwei Sätzen ins Finale einzogen, folgten ihnen soeben auch die Weltmeister Julius Brink/Jonas Reckermann. Doch so leicht war es nicht für die amtierenden Deutschen Meister gegen die an Vier Gesetzten. Wie beim Supercup in Frankfurt/Main setzten Mischa und Markus auch hier das Weltklasse-Duo unter Druck.

Im ersten Satz behielten Julius und Jonas die Oberhand über Mischa und Markus. Zwei Blocks von Jonas (12-11, 13-11), zwei leichte Fehler von Markus sowie eine Abwehr von Julius bei 20-17 brachten die entscheidenden Breaks für das Weltmeister-Duo zum 21-17.

Im zweiten Satz reduzierten Mischa und Markus die leichten Fehler, zudem schmiss Mischa den Turbo in der Abwehr an. So hieß es schnell 6:3 für die Underdogs. Diese Führung erhöhten sie sogar auf 10-5 und brachten sie bis zum Satzende durch, auch wenn Julius und Jonas Mitte des Satzes etwas herankamen (leichter Fehler Mischa zum 10-7, Ass von Jonas zum 13-11, Ass von Julius 17-16). Doch wieder mit toller Abwehr von Mischa und starkem Block von Markus liefen sie den Weltmeistern davon und erzwangen bei 21-17 den dritten Satz, in welchen wiederum die Favoriten einen besseren Start erwischten. Mit einem Ass von Jonas und einem Annahmefehler von Markus hatten Julius und Jonas einen komfortablen Vorsprung von 4-1. Die Auszeit von Böckermann/Urbatzka brachte nicht den erwünschten Erfolg. Im Gegenteil: Jonas blockte noch zwei weitere Male (8-4). Zwar kämpften Markus und Mischa mit voller Kraft und kamen bis auf zwei Punkte heran, doch es reichte nicht mehr, um den Satz noch zu drehen (15-12).

"Ich bin gerade ganz und gar nicht zufrieden mit dem Spiel", sagte Markus sauer, "klar sind das Weltmeister, aber die Chancen waren da. Wir hätten im dritten Satz von Anfang an präsenter da sein müssen." Julius Brink sagte neutral: "Das war einfach ein Sieg, und wir stehen im Halbfinale."

Am Morgen hatten sich David Klemperer/Eric Koreng gegen Sebastian Dollinger Stefan Windscheif insbesondere im zweiten Satz klar durchgesetzt und den Halbfinaleinzug geschafft (25-23, 21-13).

Bei dieser Meisterschaft wird erneut klar: Das Leistungsniveau der deutschen Teams ist unwahrscheinlich hoch, was auch Jonas` Aussage gegenüber dem DVV bestätigt: "Es steht und fällt mit dem Aufschlag." Alle Teams sind gut, wenn sie eine gute Annahme haben. Wenn man es aber schafft, mit dem Aufschlag Druck zu machen, dass kein Standardspielaufbau möglich ist, gewinnt man.

Böckermann/Urbatzka treffen im Viertelfinale der Verlierer auf Trainingspartner Stefan Köhler/Nils Rohde, welche sich durch die Loserrunde gekämpft hatten. Zuletzt gewannen sie gegen MarkusŽ älteren Bruder Dirk und dessen Partner Finn Dittelbach (21-19, 21-19).

Dollinger/Windscheif werden entweder gegen Backhaus/Wulff oder Klass/Wacker um den Einzug ins Halbfinale spielen.

12:40 Uhr: Köhler/Sude gelingt die Überraschung

Julia Sude faltet ihre Hände vors Gesicht. Sie konnte es nicht fassen. Mit ihrer Partnerin Jana Köhler steht sie im Finale der Deutschen Meisterschaft in Timmendorfer Strand. Juli und Jana schafften die große Überraschung und schlugen die Deutschen Meisterinnen Katrin Holtwick/Ilka Semmler.

Jana Köhler/Julia Sude hatten bereits mit dem Erreichen des Halbfinals ihre bisherigen Platzierungen bei der Deutschen Meisterschaft übertroffen. Nun stehen sie im Finale und haben die Chance auf den Titel. Köhler/Sude besiegten im zweiten Halbfinale des Tages die amtierenden Deutschen Meisterinnen Katrin Holtwick/Ilka Semmler.

Im ersten Satz hatte noch alles nach einem Sieg für Holtwick/Semmler ausgesehen. Sie gewannen relativ ungefährdet mit 21-18. Im zweiten Satz machten Köhler/Sude nach einem herausgenommenen Zuspiel von Ilka und einem Netzkanten-Ass von Jana drei weitere Punkte in Folge. Diesen Vorsprung verwandelten sie in einen gewonnen Satz. Im Tiebreak legten Köhler/Sude stark los und führten direkt mit 4-1 und 7-4. Dann erspielten sich die Deutschen Meisterinnen sagenhafte sechs Punkte in Folge (10-7). Doch sie vermochten es nicht, diesen Vorsprung zu halten. Ein Block von Julia Sude brachte in der entscheidenden Endphase den wichtigen Punkt (13-12) und Unsicherheit für die Favoritinnen, die dann einen Sideout-Fehler produzierten (14-12). Ihren ersten Matchball verwandelten die Herausforderinnen mit einem Block von Julia Sude. Nach dem obligatorischen Abklatschen umarmten sich die beiden Spielerinnen lange und innig. "Wir haben uns Zärtlichkeiten zugeflüstert", sagte Jana augenzwinkernd hinterher.

"Unsicherheiten im Spielaufbau" machte Katrin Holtwick als Grund für die Niederlage aus. "Ich habe mich im Angriff überhaupt nicht wohl gefühlt. Zudem wussten wir nicht, was der Schiedsrichter im Zuspiel pfeift, so waren unsere Pässe nicht so präzise, wie wir das gewohnt sind", sagte Katrin nach dem verpassten Einzug ins Finale.

Jana strahlte: "Es ist einfach unglaublich, nach der Verletzung letztes Jahr jetzt hier auf dem Centre Court zu stehen und dann auch noch im Finale der Deutschen Meisterschaft zu sein!" Angesprochen auf ihre hervorragende Blockarbeit sagte Juli schmunzelnd: "Das ist mein Job. Ich hatte einfach ein gutes Gefühl. Das hat gut gepasst heute." Außerdem betonte sie: "Mit der Silbermedaille geben wir uns auf gar keinen Fall zufrieden. Goller/Ludwig sind genauso angespannt wie wir, wobei wir nichts zu verlieren haben."

"Wir haben im Halbfinale unsere Punktchancen einfach nicht genutzt. Mit unserem Aufschlag konnten wir nicht genug Druck entwickeln und das Side-Out-Spiel war nur mäßig. Alles in allem müssen wir im dritten Satz bei einer Führung von 10:8 den Sack zumachen. Stattdessen haben wir den Gegner unnötig stark gemacht. Das darf uns einfach nicht passieren", so Ilka.

Für Headcoach Dr. Andreas Künkler war ganz klar mehr drin im Halbfinale: "Wir haben uns im zweiten Satz mit 6:2 und 12:9 zwei Mal einen deutlichen Vorsprung erarbeitet. Danach ist es uns jedoch leider nicht gelungen, das Spiel nach Hause zu fahren. Kompliment an Julia und Jana, die heute wirklich sehr gut gespielt haben."

12:00 Uhr: Heiß umkämpfte Loserrunde

In der Verliererrunde der Herren erspielten sich Klass/Wacker und Backhaus/Wulff das Weiterkommen. Sie siegten in ihren Partien jeweils in knappen Tiebreaks gegen Romund/Wernitz bzw. Curin/Winkler. "Es gab viel Gemecker", sagte Marvin, "mit den Schiedsrichter, unterm Netz, also ein emotionales Spiel. Jetzt freuen wir uns auf das Spiel gegen Ray und Schmeckes, gegen die wir schon ein paar Mal gespielt und eine ausgeglichene Bilanz haben."

Dirk Böckermann/Finn Dittelbach haben ihren zweiten Sieg eingefahren, sich Platz Sieben gesichert, indem sie in drei Sätzen Marcus Popp/Tom Götz besiegt haben (22-20, 19-21, 15-10). Finn hielt im dritten Satz seinen Sideout stabil, während "Poppeis" Lust soweit schwand, dass er bald Aufschlag von unten machte.

Ebenfalls umkämpft und emotionsgeladen war auch die in dieser Saison oft gesehene Partie Kaczmarek/Schneider gegen Köhler/Rohde (17-21, 21-17, 15-13).

11:41 Uhr: Goller/Ludwig souverän ins Finale

Laura Ludwig jubelte und sang ausgelassen, alberte mit den Medienleuten herum nach dem Halbfinal-Match. Diese Emotionen sind keineswegs übertrieben. Erst vor zwei Wochen Europameisterinnen geworden, jetzt steht sie schon wieder vor dem nächsten Titel-Gewinn. Mit ihrer Partnerin Sara Goller hat sie sich im Halbfinale gegen Rieke Brink-Abeler/Angelina Grün kaum Fehler geleistet und so mit starker Leistung und äußerst souverän den 21-16, 21-17-Sieg eingefahren. 

"Ich bin so erleichtert", so Laura zum Finaleinzug, "wir wollten das unbedingt, wir wollten da rein. Trotz des Drucks, den Rieke und Angelina mit ihren Aufschlägen auf uns ausgeübt haben, haben wir unseren Sideout richtig gut gehalten. Außerdem hatten wir eine super Taktik in der Block-Abwehr, so dass sie sich wirklich überlegen mussten, was sie machen." Wen sie sich als Gegner im Finale wünscht, verriet Laura geradeheraus: "Ich wünsche mir Katrin und Ilka."

Angelina Grün sagte nach dem Match: "Wir sind froh, dass wir bis zum Ende dabei sind." Für das erst zu dieser Saison gegründete Duo ist bereits der Einzug ins Final-Four ein großer Erfolg. Die ehemalige Weltklasse-Volleyball-Spielerin Angelina Grün hatte auf dem sandigen Untergrund Startschwierigkeiten, doch sie arbeitete sich immer mehr in dieses Outdoor-Spiel ein. Nun ist bei ihrer ersten gemeinsamen Deutschen Meisterschaft eine Medaille in greifbarer Nähe. 

10:35 Uhr: Kay Matysik nicht mehr im Turnier

Auf Seiten der Herren sind die ersten Teams ausgeschieden. Kay Matysik ist mit seinem Interimspartner Hannes Goertz im Tiebreak an Böckermann/Dittelbach gescheitert. Sein Standardpartner Jonathan Erdmann hatte die Teilnahme an der Deutschen Meisterschaft wegen Problemen mit der Bandscheibe kurzfristig absagen müssen. Für das erfolgreiche Team ein schmerzlicher Rückschlag, da sie sich durchaus hätten eine Medaille erspielen können.

So musste Kay zusehen, wie sich Dirk Böckermann und Finn Dittelbach den ersten Satz schnappten (21-19), konnte aber im zweiten Satz seinen Partner Hannes unterstützen, welcher gute Sideouts und Blocks zu zeigen wusste. Nach verdienter 20:18-Führung jedoch, schien auch der zweite Satz doch verloren zu gehen, denn Dirk blockte Hannes zweimal in Folge zum 20:20-Ausgleich. Hannes und Kay behielten jedoch kühlen Kopf, wehrten mehrere Matchbälle ab und erzwangen so bei 25-23 das Tiebreak. Schließlich erwiesen sich Dirk und Finn als das bessere Duo, das mit starken Aufschlägen und vor allem guten Blocks von Dirk breakte und so sich den ersten Sieg bei der DM sicherte, auch wenn erst sie erst den vierten Matchball verwandelten (15-11). 

"Wir hatten eine Taktik, die zuerst nicht funktioniert hat, aber am Ende dann doch gegriffen hat", sagte Finn nach dem Match. Dirk ergänzte: "Ich bin im Block auf alle harten Bälle von Hannes gegangen, weil ich ihn gut lesen konnte, aber heute war er doch ein Stückchen höher als ich. Deswegen war ich am Anfang zwar viel dran, habe ihn aber nicht direkt geblockt. Zum Glück hat es dann am Ende gepasst."

Mit diesem Sieg hat das Duo sein Minimalziel, nicht Letzter zu werden, erreicht und kann das jetzt noch toppen. In der nächsten Runde kommt es zum Aufeinandertreffen mit Marcus Popp/Tom Götz. "Da geht was", so Finn, "bis auf drei Teams kann man, finde ich, jeden schlagen."

Wie Goertz/Matysik sind auch die an 16 gesetzten Flüggen/Hellmuth mit einem 13. Platz ausgeschieden. Sie verloren knapp gegen Thomas Kaczmarek/Stefan Schneider (19-21, 21-23). Toni Hellmuth zieht dennoch positive Bilanz: "Wir haben diese Meisterschaft eigentlich nur als Vorbereitung auf die U21-WM gesehen, haben viele Eindrücke hier gesammelt, auf dem Centre Court gespielt. Das war sicherlich nicht unsere letzte DM."

 

9:40 Uhr: Tolles Duell im Viertelfinale

Die Duos Laboureur/Lehmann und Köhler/Sude lieferten sich am Morgen in Timmendorf ein spannendes Duell auf hohem Niveau. Von Morgensmüdigkeit oder Nervosität war dabei nichts zu spüren. Den ersten Satz sackten Laboureur/Lehmann verdient ein, kurz nachdem sie sich mit einem Break und einem Ass von Clausi auf 19-15 abgesetzt hatten. Mit der klassischen Laura-Ludwig-Abwehr (abgewehrten Ball mit den Händen direkt auf eine freie Stelle ins gegnerische Feld schießen) beendete Claudia Lehmann den Satz zum 21-16. Der zweite Durchgang gestalte sich grundlegend anders. Köhler/Sude erspielten sich von Anfang an einen Vorsprung und führten Mitte des Satzes bereits mit 13-7. Mit 21-12 ging der Durchgang klar zu ihren Gunsten aus. Wie so oft wurden im Tiebreak die Karten dann aber neu gemischt. Der Druck ist hoch, der Satz ist kurz - dennoch schafften es beide Teams mit hoher Konzentration wenig Eigenfehler zu produzieren. Jana und Juli kamen dennoch etwas schlechter in den dritten Satz - sie lagen nach einem Ass der Gegner mit 3-6 hinten. Beide Teams schafften immer wieder Breaks, was den paar hundert Zuschauern hier in Timmendorf als morgendlicher Leckerbissen gefallen haben dürfte. Julia Sude brachte dann beim Gleichstand von 9-9 ihr Team mit einem Block in Führung (10-9). Als es bei 14-13 den ersten Matchball für Köhler/Sude gab, behielt Chantal Laboureur problemos die Nerven und cuttete zum Ausgleich. Auch den zweiten Matchball wehrte die junge Spielerin gekonnt mit einem erfolgreichen Sideout ab. Jana Köhler war allerdings ebenso erfolgreich im Angriff und so gab es den dritten Matchball für Köhler/Sude. Julia Sude löste sich vom Netz und wehrte den Ball ab, den sie dann nach einem guten Zuspiel von Jana erfolgreich versenkte zum Satz- und Matchgewinn und dem Einzug ins Halbfinale der Deutschen Meisterschaft. "Ich habe mich gesteigert in Timmendorf, erst Neunte, dann Siebte, dann Fünfte und jetzt im Halbfinale. Das war unser Ziel", so Julia Sude. Auch für Partnerin Jana Köhler ist es die erste Halbfinal-Teilnahme bei der Deutschen Meisterschaft. Ihr bestes Resultat gelang ihr mit einem 5. Platz 2005 an der Seite von Anja Günther.

Das Halbfinale Köhler/Sude - Holtwick/Semmler findet um 11:15 Uhr statt. Obwohl die Deutschen Meisterinnen Holtwick/Semmler als Favoriten ins Rennen gehen, wird es eine spannende Partie: Die beiden Teams sind auf der smart beach tour in Frankfurt in diesem Jahr zweimal aufeinander getroffen. Dabei konnten sich beide Duos je einmal durchsetzen. 

 

9:20 Uhr: Rieke und Grüni im Halbfinale

Zwar verschlug Rieke ihren Aufschlag zum Matchgewinn und muss jetzt wahrscheinlich eine Runde Lollis laut alter Beach-Tradition ausgeben, aber den zweiten Versuch ließ sie sich nicht nehmen. Mit einem sicheren Sideout schloss sie den zweiten Satz bei 21-16 ab. Rieke Brink-Abeler nach dem Triumph: "Wir sind sehr glücklich, dass wir das Halbfinale erreicht haben. Wir haben uns gestern durch die Loserrunde gekämpft und jetzt unser Ziel erreicht." Im Halbfinale treffen die Münsteranerinnen um 10:30 Uhr auf die Europameisterinnen Goller/Ludwig. Diese Spielpaarung gab es bereits beim Supercup in Hamburg. Im Juni setzten sich dabei Goller/Ludwig mi einem deutlichen 2-0 durch.

Gernert/Jurich müssen sich indessen mit ihrem 7. Platz anfreunden. "Vor dem Turnier habe ich gesagt, siebter Platz wäre das Ziel, über einen fünften freue ich mich. In einer halben Stunde kann ich mich bestimmt auch freuen, aber wenn man zwei Mal die Chance hat, ins Halbfinale zu kommen, dann will man das auch schaffen. Wir hatten aber gegen Holtwick/Semmler keine Chance, auch gegen Rieke und Angelina hatten wir keine Chance. Ich bin aber trotzdem ganz zufrieden, dass wir gestern zwei Spiele gewonnen haben. Das ist schon gut", so Hella Jurich nach der Turnier-Aus. 

 

08:50 Uhr: Sonderlob für die Schiris

Guten Morgen aus dem in diesem Turnier erstmals regenfreien Timmendorfer Strand! Blauer Himmel schimmert durch, der Tag verspricht schön zu werden. Die Mädels befinden sich bereits mittendrin im Kampf um die letzten zwei Halbfinalplätze. Welche Gegner bekommen also Goller/Ludwig und Holtwick/Semmler?

Die Schiedsrichter hatten bei dieser Deutschen Meisterschaft eine Zusatzaufgabe inne. Sie haben gestern die Courts zweimal umgebaut. Zunächst versetzten sie sie morgens um zwei Meter weiter vom Meer weg, um sie abends dann um 90° zu drehen. Unter dem Motto "Wenigstens wird man warm" buddelten sie also die Pfosten aus und wieder ein. Für diesen Einsatz haben sich die "Schiris" ein Sonderlob verdient. Gleichzeitig aber hätte man sich auch gewünscht, dass die Turnierveranstalter besser auf alle Eventualitäten, die nun mal ein Strandturnier mit sich bringt, vorbereitet wären. 

Den Teams kann das zumindest gleich sein. Sie wollen ihre beste Performance zeigen und sich möglichst weit nach vorn spielen.

So sind Brink-Abeler/Grün dem Halbfinale sehr nah: Sie gewannen den ersten Satz gegen Melanie Gernert/Hella Jurich (21-13). Laboureur/Lehmann haben ebenfalls den ersten Satz eingefahren. Mit 21-16 setzten sie sich gegen Köhler/Sude durch.

 

Freitag: Ausblick auf Samstag

Früh aufstehen müssen die Frauen-Duos Brink-Abeler/Grün, Gernert/Jurich sowie Laboureur/Lehmann und Köhler/Sude, da sie bereits um 8:30 Uhr ihre Viertelfinals ausspielen müssen. 

Um 10:30 Uhr steigt dann das erste Halbfinale, in dem Goller/Ludwig bereits sicher stehen. Sie bekommen als Gegnerinnen entweder Brink-Abeler/Grün oder Gernert/Jurich. Holtwick/Semmler bekommen es um 11:15 Uhr mit den Siegerinnen der Begegnung Laboureur/Lehmann gegen Köhler/Sude zu tun.

Das Frauen-Finale ist für 15 Uhr angesetzt. Zuvor wird das kleine Finale ausgtragen (13:30 Uhr).

Die Männer greifen um 9:15 Uhr ins Geschehen ein, wenn sie die erste Loserrunde ausspielen. 

Zu allen Ergebnissen der Damen, - der Herren, zur Bildergalerie.

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