Könige gesucht

Beach International

„King of the Court“ ist ein beliebtes Trainingsspiel, jetzt soll es auf ein neues Niveau gehoben werden: In den Niederlanden wird am Freitag das erste von vier Events einer neuen Serie ausgetragen. Mit am Start sind auch die neuen Deutschen Meister.

Beach-Volleyball mal anders

Vier Stopps, internationale Top-Teams und am Ende werden Könige und Königinnen gekrönt: Das ist das Prinzip der neuen „King of the Court Crown Series“, die die niederländische Agentur Sportworx in Kooperation mit dem FIVB veranstaltet. Bei dem Spiel, das Vielen vor allem aus dem Training bekannt sein dürfte, spielen mehrere Teams auf einem Feld. Nach jedem Ballwechsel verlässt ein Team den Platz, wer am Ende die meisten Punkte hat, wird König bzw. Königin. Was nach Spaß klingt, soll mithilfe der Serie auf Wettkampfniveau gehoben werden.

Gespielt wird an diesem Wochenende in Utrecht (NED) und im belgischen Antwerpen, nächste Woche geht es an die Strände von Hawaii (Honolulu) und Kalifornien (Huntington Beach). Die Events auf amerikanischem Boden sind außerdem Teil der US-Tour. Teilnehmen darf nur, wer dazu eingeladen wird – Julius Thole und Clemens Wickler sind eines von insgesamt 15 Teams, die in Utrecht und Antwerpen an den Start gehen werden.

„Eine gute Belohnung“

Das Duo wurde nach dem World Tour Final in Hamburg Mitte August noch nachträglich eingeladen und musste nicht allzu lange überlegen, ob es zu- oder absagen würde: „Es geht zwar nicht um Weltranglistenpunkte und die Olympiaqualifikation steht an“, erzählt Thole, „aber als wir gesehen haben, wie gut das Feld besetzt ist, fanden wir, dass das eine gute Belohnung und ein geiler Saisonabschluss für uns ist.“ 

In der Tat finden sich Thole und sein Partner in einem namenhaft besetzten Teilnehmerfeld wieder: Mit Anders Mol/Christian Sørum und Alexander Brouwer/Robert Meeuwsen sind die beiden topgesetzten Teams der Weltrangliste dabei, dazu kommen weitere Teams aus der (erweiterten) Weltspitze.

Das ist auch ein Indiz dafür, wie ernst die Veranstaltung genommen wird. Auch Thole glaubt, dass das Format Perspektive hat. „Man sieht ja, welche Spitzenteams teilnehmen, die machen das ja auch nicht einfach so“, betont er. Anreiz dürfte auch das Preisgeld gewesen sein. Mit 450.000 US-Dollar Gesamtpreisgeld und 15.000 US-Dollar für den Sieger des einzelnen Events ist die Serie höher dotiert als so manches internationales Turnier. Zum Vergleich: Bei den Deutschen Meisterschaften haben Thole/Wickler als Sieger 10.000 Euro bekommen.  

Ohne Druck testen

Für das junge Duo sind die Events auch Training auf hohem Niveau: „Es ist eine gute Mischung aus Spaß und Ernst“, erklärt der 21-jährige Thole, „wir gehen da ohne jeden Druck ran und können zwei-drei technische Elemente ausprobieren. Bei dem Modus muss man außerdem mental sofort da sein.“ Dass das Nationalteam im Sideout stabil agieren kann, hat es erst kürzlich bei den World Tour Finals bewiesen. 

Dort gelang den Deutschen gegen die späteren Sieger Mol/Sørum das Kunststück, im zweiten Satz bei 100 Prozent Sideout-Quote zu landen. Gelegenheit, das zu wiederholen, bekommen sie am Freitag: Dann sind sie mit den Norwegern in einer Gruppe und kämpfen um den Titel „King of the Court“.

„Queen of the Court“ können unterdessen Karla Borger und Margareta Kozuch werden. Während die Turniere in Europa nur männlichen Teams vorenthalten sind, dürfen auf Hawaii und in Huntington Beach jeweils 20 Damen- und Herren-Duos teilnehmen. Neben zahlreichen US-amerikanischen Profis sind dann unter anderem auch die Europameisterinnen Sanne Keizer und Madelein Meppelink und eben das deutsche Duo dabei.

Das Prinzip von „King of the Court“ noch einmal zusammengefasst:

Weiterhin stehen zwei Teams auf dem Feld, das allerdings in eine Herausforderer- und eine Königsseite unterteilt ist. Die Herausforderer schlagen auf, gepunktet werden kann aber nur auf der Hälfte des Königs. Gewinnen die Könige den Ballwechsel, bekommen sie einen Punkt und dürfen auf der Feldseite bleiben. Verlieren sie, müssen sie das Feld verlassen und sich wieder in die Reihe der wartenden Teams stellen. Die Herausforderer wechseln auf die Königsseite und spielen gegen das nächste Team.

Der Modus sieht folgendermaßen aus:

In der ersten Runde spielen alle Teams im bewährten King of the Court-Modus. Gespielt wird auf Zeit, nach 20 Minuten scheidet das Team mit den wenigsten Punkten aus. Die restlichen Teams kommen eine Runde weiter. Nach 16 weiteren Minuten Spielzeit scheidet erneut das Team mit den wenigsten (neu) gesammelten Punkten aus. Die übrigen drei Teams ziehen in die Finalrunde ein. Dort beginnen die Teams erneut mit null Punkten. Gespielt wird jetzt, bis ein Team 15 Punkte auf der einen Seite gesammelt hat oder bis die maximale Spielzeit von 20 Minuten erreicht wird. Dann gewinnt das Team mit den meisten Punkten.

In Utrecht und Antwerpen ist das Event in eine Gruppenphase, Halbfinale und Finale unterteilt. In das Halbfinale ziehen mit den Top 3 der jeweiligen Gruppen plus der punktbeste Vierte der zweiten Runde zehn der 15 Teams ein. In der Vorschlussrunde werden noch einmal fünf Teams eliminiert. Die letzten fünf Duos spielen dann den Titel „King of the Court“ unter sich aus.

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