Kräftemessen der besten deutschen Abwehrspielerinnen auf hohem Niveau

Nationalteams

Der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) hat wieder zu einer Sichtung am Olympiastützpunkt in Hamburg eingeladen. Viele Experten schauten sich die Leistungen von Kandidatinnen für die Spiele von 2024 oder gar 2028 an.

Acht Konkurrentinnen mit vielen gemeinsamen Ebenen

Was haben Isabel Schneider, Sarah Schneider, Cinja Tillmann, Kim Behrens, Leonie Klinke, Lena Ottens, Sarah Schulz und Sandra Ittlinger gemeinsam? Beach-Volleyballerinnen, okay. Abwehrspielerinnen, auch im Grunde richtig, obwohl Sandra Ittlinger in der Vergangenheit als Blockerin unterwegs war, aber vielleicht über eine Umschulung nachdenkt. Die acht sind Teilnehmerinnen an einer Sichtungsmaßnahme des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), die seit Dienstag Mittag am Olympiastützpunkt in Hamburg läuft und bis Freitag Mittag angesetzt ist, stimmt auch. Aber es gibt noch eine Ebene, die sie verbindet: Sie alle haben sich Beach-Volleyball mindestens für die nächsten vier Jahre, wenn nicht sogar für die nächsten acht Jahre verschrieben. Denn sonst hätten sie nicht die „Einladung zur Sichtung Abwehrspielerinnen 2024/28” des DVV angenommen und wären in die Hansestadt gekommen.

Viel hängt ab von den Zukunftsplanungen der „Gestandenen”

Es fehlen die „Gestandenen” wie Laura Ludwig (34), Karla Borger (31) und Chantal Laboureur (30), die mit Verlaub nicht mehr zu den Jüngsten zählen, aber nicht mehr gesichtet werden müssen. Bei diesem Trio geht es eher um die Frage, ob sie nach Tokio 2021 weitermachen oder ihre Karriere beenden. Dann würden mehr Plätze frei, die der DVV für Nationalspielerinnen zu vergeben und zu besetzen hat. „Deren Entscheidung werden wir vorher nicht erwarten können”, sagt DVV-Beach-Sportdirektor Niclas Hildebrandt. Aber geplant werden muss schon heute: „Wir brauchen eine ehrliche Bestandsaufnahme, um ein ehrliches Feedback geben zu können.” Am Ende entscheiden sowieso die Leistungen, wie es im Sport als Naturgesetz gegeben ist. „Das wissen aber auch alle, darauf haben sie sich eingelassen”, so Hildebrandt.

Für den Verband ist es wichtig, die nächsten Generationen an den Start zu kriegen und ihnen Perspektiven aufzuzeigen. Dazu wurden sie auf der Anlage des Olympiastützpunktes auf Herz und Nieren, sprich Technik, trainingswissenschaftliche Werte und ihre psychologischen Voraussetzungen sowie mentalen Fähigkeiten unter Augenschein genommen.

Die Liste der Beobachter liest sich wie das „Who is Who” der deutschen Fachkräfte-Landschaft: die DVV-Berater Jürgen Wagner und Markus Dieckmann, die Chef-Bundestrainer Martin Olejnak und Imornefe Morph Bowes, die Bundestrainerin Helke Claasen, Nachwuchs-Bundestrainer Kay Matysik und Trainingswissenschaftler Bernd Schlesinger waren beispielweise vor Ort. Die Leitung der Trainingseinheiten wechselte sich ab, dadurch zeichneten sich inhaltlich unterschiedliche Herangehensweisen ab, und es wurde viel diskutiert. Thomas Kaczmarek, Trainer des Teams Kim Behrens/Cinja Tillmann, stellte fest: „Man sieht, wer aus welchem Lager und welcher Schule kommt und wer auf welchem Leistungsniveau steht.” Eine Gelegenheit, die sich sonst nie bietet, schon gar nicht zu Corona-Zeiten, in denen es keinen Wettkampfbetrieb gibt.

Den Traum von Olympia werden sich nur wenige erfüllen können

Die sportlichen Vergleiche genossen auch die Spielerinnen wie Isabel Schneider sagte: „Mal wieder mit so vielen Topspielerinnen zusammen zu trainieren, gibt gerade einen echten Schub.” Dabei standen sie alle gemeinsam unter einer besonderen Anspannung, schließlich sind sie trotz der verbindenden Elemente auch Konkurrentinnen im Kampf um die wenigen Förderplätze als Nationalspielerinnen. Das beste Rezept, mit dem Druck umzugehen: „Ausblenden, einfach ignorieren”, sagt Cinja Tillmann. Das wird sich sicher jede vorgenommen haben.

Bereits im Januar hatte es eine Sichtung gegeben, als Perspektivkandidaten und - kandidatinnen aus dem weiblichen und männlichen Bereich gegeben, an der auch Leonie Klinke, Sarah Schulze und Lena Ottens teilgenommen hatten. Für dieses Trio war die Teilnahme an der nächsten Sichtungsrunde auch ein wichtiges Signal. „Wir haben in Deutschland ein extrem gutes Niveau an Abwehrspielerinnen”, sagt Jürgen Wagner, „sie haben es sich allle verdient hier zu sein, es geht dabei auch um eine Wertschätzung ihnen gegenüber.” Alle arbeiten gut, entweder an Stützpunkten oder in Trainingsgruppen auf hohem Niveau, sagt er. „Alle haben den Traum von Olympia, aber nur wenige werden sich den erfüllen können”, so Wagner, und weiter: „Für den deutschen Beach-Volleyball ist es wichtig, international eine gute Rolle zu spielen und darauf müssen wir uns vorbereiten.”

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