Kurze Meldung, große Wirkung

Nationalteams

Die Hoffnungen, das Kommunikations-Defizit zwischen Deutschen-Volleyball Verband (DVV) und den Beach-Volleyball-Profis in den Griff zu bekommen, müssen vorerst begraben werden: Warum der plötzliche Rücktritt der Sportdirektorin Jana Köhler im Beach ein mittleres Erdbeben auslöst.

Plötzlich und unvermittelt

Jana Köhler sitzt im VIP-Bereich neben dem Center Court in Timmendorfer Strand und beantwortet die Fragen der anwesenden Journalisten. Freundlich, diplomatisch, verbindlich. Selbstverständlich habe sie konkrete Namen im Kopf, betont die frühere Spitzenspielerin, aber sie bitte um Verständnis, dass sie in diesem Moment keine konkreten Aussagen machen könne: „Wir werden in Kürze Namen präsentieren, aber es wäre nicht seriös, den Gesprächen vorzugreifen, die wir in den nächsten Tagen führen werden“.

Auch über den seit Monaten schwelenden Streit mit dem Team Karla Borger/Margereta Kozuch gibt die 31-jährige gebürtige Berlinerin Auskunft. Sie sei guter Hoffnung, sich mit den beiden Athletinnen, die darauf beharren, außerhalb des Bundesstützpunktes in Hamburg zu trainieren, auf einen Konsens einigen zu können, mit dem alle Beteiligte gut leben können.

Diese Frau wirkt überzeugend, sie lässt keine Zweifel daran, dass sie aus Überzeugung handelt und in ihrem Job aufgeht. Sie packt an und vermittelt glaubhaft, die Dinge positiv beeinflussen zu wollen.

Nicht einmal zwei Wochen sind seitdem vergangen, doch ebenso plötzlich wie unvermittelt stellen sich die Dinge völlig anders dar: Jana Köhler wird im deutschen Beach-Volleyball nichts mehr gestalten. Ihren Job als Sportdirektorin Beach-Volleyball hat die ehemalige Spitzenspielerin hingeschmissen und damit in der Szene ein mittleres Erdbeben ausgelöst.


Kurze Meldung, große Wirkung

Es ist nicht mehr als eine kurze Meldung, die auf der Homepage des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV) verbreitet wird, doch die hat es in sich: „Der Deutsche Volleyball-Verband und Jana Köhler einigen sich auf die sofortige Auflösung ihres Vertrags als Sportdirektorin Beachvolleyball. Jana Köhler bat aus persönlichen Gründen um die Beendigung der Zusammenarbeit. Jana Köhler: ‚Es fällt schwer, mir diese Entscheidung nach der intensiven Zeit und der Vielzahl an Unterstützungen einzugestehen. Die letzten Wochen haben mir gezeigt, dass ich diese Funktion nicht nach meinen Ansprüchen ausfülle’.“

Die ebenso plötzliche wie überraschende Personalie wirft Fragen auf. Erst im August hatte Jana Köhler, Deutsche Meisterin des Jahres 2010 und WM-Fünfte 2011, ihren neuen Job beim DVV angetreten. Als Halbtagsstelle neben ihrem anderen Job als Lehrerin in den Fächern Mathematik und Biologie. Nun, knapp sechs Wochen später, ist schon wieder Schluss, und das ist selbst für intime Kenner der Szene für den Moment nicht nachvollziehbar.

Dabei war der Eindruck, den Jana Köhler in den ersten Wochen im neuen Job hinterließ, vorzüglich. Diese Frau, so dachten Athleten, Trainer und Funktionäre, sei in der Lage, das gravierende Kommunikations-Defizit des Verbandes in den Griff zu bekommen.


Sportdirektor Beach: Rückschlag bei einem wichtigen Verbandsposten

Am Rande der WM in Wien führte Köhler viele Gespräche, in denen sie ihre Lust, die Dinge positiv zu gestalten, formulierte. Auch am Rande der Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand waren die Dinge nach vorn gerichtet und von Zuversicht geprägt. Was in den zwei Wochen danach geschehen ist, bleibt unergründlich.

Jana Köhler ist derzeit für eine Stellungnahme nicht zu erreichen, ihr Handy bleibt ausgeschaltet. Dafür äußerte sich Andreas Künkler, der sich beim DVV als Vize-Präsident um die Sandabteilung kümmert: „Die Entscheidung von Jana Köhler kam für uns aus heiterem Himmel, sie hat uns völlig unvorbereitet getroffen“, sagt der promovierte Sportwissenschaftler. Die Gründe für den abrupten Ausstieg seien privater Natur, über Inhalte haben die beiden Parteien Stillschweigen vereinbart. Künkler betont, es habe aus seiner Sicht „keinerlei inhaltliche Differenzen gegeben. Jana hat in enger Abstimmung mit uns eigenständig arbeiten können. Wir haben sie in allem, was sie gemacht hat, voll unterstützt“.

Es scheint, als liege ein Fluch auf dem neu geschaffenen Posten des Sportdirektors Beach-Volleyball. Nachdem bereits der Wunschkandidat Julius Brink in letzter Minute absagte, ist nun Jana Köhler von der Fahne gegangen. Die Bemühungen, geeignete Kandidaten zu finden, die einen engen Bezug zur Szene, den Trainern und vor allem zu den Athleten haben, werden durch den erneuten Rückschlag nicht leichter. Wie es weitergeht, kann Künkler wenige Tage, nachdem ihn die für alle Beteiligten schockierende Nachricht vom Rücktritt Jana Köhlers erreichte, nicht sagen: „Es gibt keinen Plan B. Ich muss das jetzt erstmal verarbeiten.“

Als Zuschauer zur Techniker Beach Tour

Spitzensport, spannende Ballwechsel und eine unglaubliche Stimmung – so kennt man Beach-Volleyball beispielsweise aus den TV-Übertragungen. Wer sich jetzt fragt, ob sich auch ein Besuch der nationalen Tour lohnt, dem liefern wir Antworten.

    beach-volleyball.de Partner

    • Mikasa
    • Schauinsland Reisen
    • Techniker Beach Tour
    • sportwetten.de
    • Major Series