Lars Flüggen muss operiert werden

FIVB Open Xiamen ohne männliche Nationalduos

Die aktuelle Situation bei den deutschen Beach-Volleyballern erinnert irgendwie an das Lied der zehn kleinen Jägermeister. Lars Flüggen ist der sechste Athlet, der verletzungsbedingt ausfällt. Dafür rücken andere nach, die in China ihre Chance nutzen wollen.

„Es fehlt ein ganzheitliches medizinisches Konzept"

Die männlichen Beach-Volleyballer werden derzeit vom Verletzungspech geplagt. Nach Jonas Schröder (Knie), Clemens Wickler (Knie), Kay Matysik (ungewiss), Philipp-Arne Bergmann (Knie) und Julius Thole (erst Ellenbogen, dann Schienbein) hat es am Freitag auch Lars Flüggen erwischt.

Der Hamburger musste im Halbfinale des Katar Open wegen einer akuten Meniskusverletzung aufgeben und flog zurück nach Hamburg, wo er sich am Montag von einem Traumatologen untersuchen lässt. Auf die Reise nach China, wo die FIVB Open-Turniere in Xiamen und Fuzhou stattfinden, wird das Duo verzichten. Flüggen muss operiert werden. „Ich habe mit Lars gesprochen und ihm einige Dinge mit auf den Weg gegeben, die er im Zusammenhang mit der anstehenden Operation beachten soll", sagt Michael Tank, Mannschaftsarzt für Beach-Volleyball beim Deutschen Volleyball-Verband (DVV). „Angesichts des engen Zeitplanes für die Olympiaqualifikation gibt es keine Alternative zur Operation. Wir haben für den Zeitraum nach der Operation vereinbart, dass ich mich aktiv in die Rehabilitation einbringe und Lars sich bei mir zur weiteren Behandlung vorstellt", sagt Tank.


Verletzungen sind kein Zufall


Er glaubt nicht daran, dass die vielen Verletzungen unglückliche Zufälle sind. „Viele kümmern sich nicht prospektiv um ihren Körper“, sagt Tank. Der Kineosologe vertritt einen ganzheitlichen medizinischen Ansatz. „Meine Idee ist, dass es gar nicht erst zu solchen Verletzungen kommt“, sagt er. Das kann man aber seiner Meinung nach nur mit regelmäßiger systemisch-funktioneller Diagnostik erreichen. „Das bedeutet, dass man sich nicht nur um Muskeln oder Kraft kümmert, sondern auch andere Faktoren - wie Infekte, Zahnstellung, Nährstoffstatus, Schlaf und Erholungsphase." Da sind aber nicht nur die Sportler, sondern vor allem auch die Trainer gefragt. „Sie müssen lernen, mehr Verantwortung für die Gesundheit ihrer Athleten zu übernehmen", so Tank.

Ein Problem sieht er in den fehlenden Pausen. Fällt ein Fußballspieler aus, kann er von einem Teamkollegen mehr oder weniger gut vertreten werden. Bei einem Beach-Volleyballer ist das nicht so leicht möglich, vor allem, wenn es wie jetzt um die Punkte für die Olympiaqualifikation geht, die nur als Team gezählt werden. So tritt Jonathan Erdmann in Fuzhou mit Max Betzien an, für die Olympia-Rangliste bringt das ihm und Matysik aber nichts.


Pausen kosten Geld und Punkte


Viele Athleten versuchen also, die Schmerzen auszuhalten, schließlich fehlen ohne Turnierteilnahmen nicht nur Punkte, sondern auch die Einnahmen aus den Preisgeldern. Als Kira Walkenhorst sich im April vergangenen Jahres am Knie verletzte, habe es auch die Überlegung gegeben, ob sie zunächst weiterspielt und die Operation auf später verschiebt, weiß Tank. „Wir haben uns dann aber für die sofortige Operation entschieden und eine Pause, das war rückblickend gesehen genau richtig.“ Gleiches gilt für Karla Borger, die sich nach der Europameisterschaft in Klagenfurt am Rücken operieren ließ, die Saison beendete und nun wieder gut im Rennen ist um die Olympiaplätze.

Was fehlt, ist laut Tank ein ganzheitliches langfristiges Konzept für die Athleten. „Es wird aber auch zu wenig Geld für Medizin ausgegeben“, klagt er. Tanks Tätigkeit beim DVV ist ehrenamtlich. Er fährt zwar zu internationalen Meisterschaften und Olympischen Spielen mit, ist aber ansonsten in Hamburg ansässig. Für Teams wie Dollinger/Wickler (Köln), Holler/Schröder (Stuttgart), Erdmann/Matysik (Berlin) oder Fuchs/Windscheif (Berlin/Köln) ist der Weg zu weit. So baut sich jedes Teams ein eigenes medizinisches Umfeld auf. „Da bin ich auch voll dafür“, sagt Tank. Allerdings vermisse er die Kommunikation mit den unterschiedlichen Ärzten. „Du hast einfach so viele Einflussnehmer, es braucht einen, der die Fäden in der Hand hält.“


World-Tour-Premiere für Hellmuth/Stadie


„In der Sache hat Dr. Tank sicherlich recht", glaubt Marc Stöckel, der unter anderem Julius Brink und Dollinger/Wickler als Manager betreut. "Insbesondere  junge Spieler sollten diesbezüglich an die Hand genommen werden. Wer dies übernehmen muss, sei mal dahin gestellt, aber eine ganzheitliche Betrachtung und regelmäßige Checks machen in jedem Fall Sinn", findet er. Auch Wickler wird seit kurzem ganzheitlich behandelt. "Ich habe das eingeleitet, die Behandlung erfolgt genau nach den von Dr. Tank angegebenen Dingen", sagt Stöckel.

Bis Wickler, Flüggen und Co. wieder fit sind, können sich nun andere Teams zeigen, die sonst keine Möglichkeit hätten, international zu spielen: Toni Hellmuth und Eric Stadie sind bereits am Freitag in Xiamen angekommen und freuen sich nun auf ihren ersten internationalen Einsatz. „Wir gelten sicherlich als Underdog, aber aus dieser Position haben wir auch in der Vergangenheit immer wieder für die ein oder andere Überraschung gesorgt“, sagt Hellmuth. Lorenz Schümann darf in Xiamen wieder mit Armin Dollinger antreten, David und Bennet Poniewaz sind dabei. Alle drei Teams sind durch die Absage von Böckermann/Flüggen in die Qualifikation gerutscht und müssen somit am Montag keine Country Quota spielen. Sebastian Fuchs und Stefan Windscheif, starten im Hauptfeld. Auch Windscheif hatte zum Saisonbeginn verletzungsbedingt passen müssen. Ihn plagte ebenfalls das Knie.

Ist dein Chef der nächste Beach-Volleyball-Fan?

Du findest Beach-Volleyball toll? Du arbeitest in einem Unternehmen, in dem Betriebsfeiern bzw. Mitarbeiter-Events noch nicht dem Rotstift zum Opfer gefallen sind? Wie wäre es mit einem Firmen-Incentive! Wir verraten dir, wie du damit punkten kannst.

Studium leicht gemacht: 11 Tipps von den Beachprofis

Vom Seminar zur Vorlesung eilen, dann auf die anstehende Prüfung vorbereiten und dabei die Projektarbeit oder die nächste Deadline nicht aus den Augen verlieren – das Studentenleben kann sehr stressig sein. Wir verraten dir was du von...

    beach-volleyball.de Partner

    • Mikasa
    • Schauinsland Reisen
    • Techniker Beach Tour
    • Die Techniker
    • Website WM