„Laura strahlt mehr als jede andere die Lebensfreude und den Spaß am Beach-Volleyball aus”

Interview mit Frank Mackerodt

Ein Hamburger Jung organisiert die Beach-Volleyball-Weltmeisterschaften 2019: Frank Mackerodt über die Anfänge des Sports, den Druck von Laura Ludwig und das erwartete Fan-Aufkommen am Rothenbaum-Stadion.

Interview mit dem Organisator der WM in Hamburg

Frank Mackerodt ist ein Urgestein der deutschen Beach-Volleyball-Szene, neben Burkhard Sude mischt keiner so lange in der Sandvariante des Volleyballs mit wie der gebürtige Hamburger. 1991 spielten beide – Mackerodt mit Hauke Braack, Sude mit dem verstorbenen Christian Voß – bei einem Turnier des Weltverbandes im spanischen Almeria.

Es war der Ausgangspunkt einer einzigartigen Liason. Heute ist Mackerodt Organisator der Weltmeisterschaft, die von 28. Juni bis zum 7. Juli im Tennisstadion Rothenbaum ausgetragen wird. Im Interview spricht „Macke” über die Entwicklung in den letzten 28 Jahren.

beach-volleyball.de: Herr Mackerodt, am Playa del Zapillo haben Sie im August 1991 erstmals die World Tour kennen gelernt und gesagt:"Das kann ich mir auch in Deutschland vorstellen.” War das ein Schlüsselerlebnis?

Frank Mackerodt: Damals steckte Beach-Volleyball absolut in den Kinderschuhen. Es gab ein paar Bekloppte wie wir, die am Strand herumhüpften. Mit bunten Hosen in einem Schwimmbad in Celle und der Sieger bekam ein Sweat-Shirt. Aber mit Almeria wuchs die Visionen, daraus etwas zu machen. Aber wenn mir einer gesagt hätte, wir spielen mal 28 Jahre später am Rothenbaum eine WM, hätte ich ihn für verrückt erklärt.

 

Gerade die Deutschen wurden in Almeria belächelt. Der DJ nannte Sie „El blanco” in Anspielung auf ihre helle Hautfarbe.

Das wurde aber nie verletzend, der hat das einfach gut gemacht und es gehörte auch dazu. Schon damals spielte die Unterhaltung eine große Rolle.

 

FIVB-Vizepräsident Carlos Nuzman sagte, das sportliche Niveau in Deutschland sei niedrig wie in vielen anderen Nationen auch.

Hauke und ich waren Hallen-Volleyballer, die am Ende ihrer Karriere noch was ausprobieren wollten. Wir hatten noch keine Serie, das begann ja erst zwei Jahre später, als wir im Finale der Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand von Ahmann/Hager geschlagen wurden und die danach auch die Karte Beach-Profi gesetzt haben.

 

1997 gab es in Berlin an der Führungsakademie des deutschen Sports einen Workshop „Visionen 2002”. Die Teilnehmer entwickelten Ideen rund um den Sport: Beach-Mode, Trainings-Camps, Beach-Anlagen in Freibädern, die Rede war sogar vom Gewinn der Bronzemedaille von Ahmann/Hager bei den Spielen 2000 in Sydney, was dann sogar gelang. Die Visionen klangen ziemlich abgedreht, aber vieles ist heute selbstverständlich.

Das hat sich niemand vorstellen können. Heute gehört das alles zu jedem Event dazu. Wir haben es sogar geschafft, in all den Jahren den Eintritt frei zu halten.

 

Bis auf wenige Tickets, die verkauft werden.

Damit sich die Fans ihren Sitzplatz sichern können. Bei der WM sind täglich 2.000 Karten verkauft worden, die übrigen 11.000 Plätze sind frei. Wir könnten sicher auch bei der Techniker Beach Tour ausverkaufte Stadien haben, aber dann müssten wir das Eventgelände absperren und das will keiner. Für die Sponsoren sind so auch viel höhere Kontaktzahlen erreichbar. Das zählt auch und wiegt vieles auf.

 

Muss der Fan bei der WM mit Problemen rechnen?

Es gibt natürlich ein Sicherheitskonzept, an das wir uns halten müssen. Per Zählsystem wird ermittelt, wie viele Leute da sind. Bei 13.000 müssen wir das Eventgelände schließen, das kann an vielen Tagen passieren. Aber Sicherheit geht vor. So werden auch Taschen und Rucksäcke kontrolliert und können deponiert werden.

 

Als ehemaliger Spieler haben Sie einen besonderen Blick auf die Szene. 2002 haben Sie zu Julius Brink die Prognose gewagt: „Ich halte ihn für einen Goldkandidaten 2012.” So kam es dann auch. Sehen Sie heute auch wieder einen Stern am Horizont?

Julius Thole und Clemens Wickler haben das Zeug, international ganz oben anzukommen. Da spielen aber viele Faktoren eine Rolle. Bleiben sie verletzungsfrei? Gewinnen sie mal ein außergewöhnliches Spiel? 2016 haben Ludwig/Walkenhorst hier am Rothenbaum beim World Tour Final nicht nur das erste Mal gegen Kerri Walsh Jennings und April Ross gewonnen, sondern dann auch das Turnier. Solche psychologische Faktoren brauchst Du einfach.

 

Hat Deutschland aktuell Talente?

Auf jeden Fall und alle müssen sich bemühen, diese in die Weltspitze zu bringen. Am Olympiastützpunkt wird gute Arbeit geleistet. Da bin ich fest von überzeugt.

 

Alle reden über Laura Ludwig, die als Hamburgerin, Olympiasiegerin, Weltmeisterin und vieles mehr, im Fokus steht. Wie sehen Sie ihre Rolle bei der WM?

Laura ist der Star bei der WM, weil sie auch ihren Lebensmittelpunkt in Hamburg hat. Sie strahlt mehr als jede andere die Lebensfreude und den Spaß am Beach-Volleyball aus.

 

Die sportlichen Ergebnisse mit Margareta Kozuch als neuer Partnerin waren in diesem Jahr noch bescheiden. Das macht es nicht einfacher.

Der Druck ist auch da, sie wollen das sicher auch wieder gut machen und können sich der Unterstützung des Publikums sicher sein. Das gilt für alle deutschen Teams. Die sollen nur nicht verkrampfen, sondern den Heimvorteil als Motivation nutzen.

 

Für einen Hamburger Jungen ist es etwas Besonderes, in seiner Heimatstadt eine Weltmeisterschaft präsentieren zu können.

Und dann noch in dem Stadion, was früher nur als Spielstätte für Boris Becker oder Michael Stich bekannt war. Dass wir das überhaupt nutzen können, ist schon eine Ehre.

 

Ist das noch zu toppen?

Vielleicht durch Olympische Spiele. Die sind leider in Hamburg nicht möglich. Es werden Gespräche für die Zukunft geführt, aber erst einmal wollen wir die WM gut durchführen und hoffen auf einen weiteren Schub für Beach-Volleyball in Deutschland.

 

Sie sind auch ein Kind des Hamburger SV und waren dort ehrenamtlich bis in höchste Gremien aktiv. Ist die Liebe noch so groß?

Ich bleibe immer Fußball-Fan des HSV aber mit dem ganzen Drum und Dran im Hintergrund, möchte ich nichts mehr zu tun haben. Dafür ist mir meine Zeit zu teuer. Gut, dass es Beach-Volleyball gibt!

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