Ludwig/Walkenhorst gelingt Titelverteidigung – und wie!

Deutsche Meisterschaft Timmendorf Strand

Die Olympiasiegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst werden souverän Deutsche Meisterinnen. Der Hype und die Anstrengungen der postolympischen Wochen taten ihrer Leistung kaum einen Abbruch. Und das war so nicht unbedingt zu erwarten.

In 169 Minuten zum Titel

Beach-Volleyball-Spiele können schon mal über eine Stunde gehen, enge Satzergebnisse, umkämpfte Tiebreaks, da kommen so einige Minuten auf dem Court zusammen. Doch nicht bei Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Die Überfliegerinnen waren in Timmendorfer Strand das mit Abstand beste Frauen-Team. Selbst im Finale brauchten sie lediglich 42 Minuten - und das war ihr längstes Spiel des Turniers. Den kürzesten Satz mit 21:7 in 14 Minuten gab es nicht etwa in der ersten Runde oder gegen einen Underdogs, sondern gegen die Olympia-Starterinnen Karla Borger und Britta Büthe, im Halbfinale. Eine Demonstration.

Am meisten gefordert wurden sie schließlich im Finale von Chantal Laboureur und Julia Sude, die sich hier in der Mekka des deutschen Beach-Volleyballs sehr stark präsentierten. "Sie sind eindeutig Team Nummer zwei", lobte Ludwig/Walkenhorst-Cheftrainer Jürgen Wagner, "das Finale war eine andere Liga, als die Spiele davor."

Dass Laura Ludwig abgeblockt wurde, und dann noch zwei-drei Mal pro Satz, war ein ungewöhnliches Bild. Laboureur und Sude konnten mit starken Aufschlägen Ludwig unter Druck setzen und sie zu Fehlern im Angriff zwingen. Zum ersten Mal in diesem Turnier mussten die Olympiasiegerinnen einem Vier-Punkte-Rückstand hinterherlaufen. Aber auch das schien letztlich kein Problem zu sein. Zwar raste das Herz, aber hier ein Ass, da ein Block und fertig ist der Ausgleich. Dann die beeindruckende Ballkontrolle von Ludwig in der Abwehr, mit der sie ihrer Partnerin die Bälle perfekt ans Netz stellen konnte, sodass sie diese Breakchancen problemlos verwandeln konnte. "Aufschlag und Block-Abwehr, das können wir, darin sind wir das stärkste Team der Welt", so Wagner, "und was Kira im Block macht, gibt es so nicht noch mal auf der Welt."

Nicht zu vergleichen mit der Copacabana

Der Turnierverlauf bei der Deutschen Meisterschaft erinnert an den Siegeszug von Ludwig/Walkenhorst bei dem Großereignis in Rio de Janeiro. Wie in Rio waren Ludwig/Walkenhorst auch an der Ostsee ihren Kontrahentinnen überlegen. Und das Teilnehmerfeld war alles andere als einfach. Neben Ludwig/Walkenhorst, derzeit die Nummer eins der Welt, sind auch Holtwick/Semmler, Laboureur/Sude und Borger/Büthe in der Top-Five der Weltspitze zu finden. Dennoch sind diese beiden Ereignisse nicht zu vergleichen. Auf Olympia hat das gesamte Team vier Jahre hingearbeitet, alles darauf ausgerichtet, der Turnierverlauf selbst ist über zwei Wochen gestreckt. Hier in Timmendorf geht es um die Öffentlichkeit, den Medienrummel, die Leistung, und das alles in einem Zeitfenster von 48 Stunden.

80-90% der Rio-Leistung abgerufen

Dass das Duo sich so souverän und überlegen präsentieren würde, war nicht unbedingt zu erwarten. "Wir haben gerade nicht die Leistungsfähigkeit, die wir in Rio hatten", sagte Cheftrainer Jürgen Wagner, 60, vor der Meisterschaft, "Olympia war eine extreme mentale Belastung. Jetzt schauen wir mal, wie wir das im Kopf geregelt bekommen." Und die beiden Athletinnen bekamen es bravourös im Kopf geregelt. Sie konnten jeden einzelnen Ballwechsel neu ausspielen, sich immer wieder pushen und auch für die kräfteraubende Aufholjagd genug Motivation und Konzentration aufbringen. "Solch eine Leistung im ermüdeten Zustand abzurufen, ist wirklich groß", lobte Wagner, "Dass sie sogar 80-90% der Top-Leistung aus Rio abrufen würden, war nicht zu erwarten." Ein wichtiger Aspekt dabei war die Regeneration. Und zwar 21 Stunden am Tag, berichtet der Trainer. Für die Spiele selbst mussten Ludwig und Walkenhorst und das Team um sie herum täglich drei-vier Stunden Konzentration aufbringen. Ansonsten: ausruhen.

Ziel: Positive Lebenszeit

So richtig ausruhen können sich Ludwig/Walkenhorst jedoch noch nicht, aber bald. "Wir zählen die Tage bis zum Urlaub", sagte Laura Ludwig, 30, nach dem Match, der ihr den siebten DM-Titel einbrachte, "zwei-drei Wochen müssen wir aber noch." Nämlich beim FIVB Finale in Toronto. Und dann? Jürgen Wagner weiß es: "Ich habe erlebt, welche Energie in diesem Team steckt, welches Vertrauen da ist. Mein Ziel ist es, positive Lebenszeit zu haben und diese habe ich mit diesem Team. Wenn wir am 24. September die Ziele und Bedingungen neu definieren – und das können wir – würde ich mich freuen, mit diesem Team weiter zu arbeiten." Die Ehegattin hat jedenfalls schon entschieden: "Du musst weitermachen", sagt sie, "das macht einfach Spaß."

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