Major Series: Globale Expansion und neue Partner

FIVB World Tour

Die Major Series soll neue Maßstäbe in der Organisation und Vermarktung der internationalen Beach-Volleyball-Turniere setzen. Swatch kehrt als Titelsponsor zurück, Deutschland ist vorerst nicht dabei.

Ein Segen für den Sport

Zürich. Als Ary Graca, 71, das Mikrofon in die Hand nahm, war sein zweiter Satz: "Auf dem Schwarzmarkt sind die Tickets für Beach-Volleyball die teuersten." Hannes Jagerhofer, der neben dem FIVB-Präsidenten auf dem Podium saß, legte sich schnell die Hand über die Augen.

Mit dieser Aussage wollte Graca den Medienvertetern und Partnern, die sich zum Kick-off für die neue Swatch Major Series der FIVB World Tour am Donnerstag im Züricher Werk des Uhrenherstellers eingefunden hatten, eigentlich nur verdeutlichen, wieviel Potenzial im Beach-Volleyball steckt. Vor dem Hintergrund der Korruptionsvorwürfe, die vor knapp einem Jahr gegen Graca als damaligen Präsidenten des Brasilianischen Verbands CBV erhoben worden waren, erwies sich dieser Einstieg aber als etwas ungeschickt.

Schnell übernahm dann auch Jagerhofer das Wort, der die Major Series durch ein Joint-Venture seiner Agentur ACTS und der Red Bull GmbH ins Leben gerufen hat. Die neue Turnierserie innerhalb der World Tour umfasst drei Stationen: Porec, 2.-7.6. (Kroatien), Stavanger, 9.-14.6. (Norwegen) und Gstaad, 7.-12.7. (Schweiz). Die Turniere sind genau wie die Grand Slams mit 800.000 USD Preisgeld dotiert. Außerdem organisiert Jagerhofer das Saisonfinale in Fort Lauderdale, 29.9.-4.10. (USA) - das, anders als zuvor, das tatsächliche Ende der Saison 2014/15 bedeutet. Punkte, die danach erspielt werden, fließen in die Saison 2015/16 ein.


Mehr und mehr Klagenfurts

Ziel solle es sein, die Organisation der Turniere zu professionalisieren und die Serie in den kommenden Jahren auf 10-14 Stationen auszubauen. Das bedeutet nicht, dass der Turnierkalender insgesamt wächst, die Turniere sollen qualitätiv höherwertiger werden. "Unser Ziel ist es, mehr und mehr Klagenfurts zu bekommen", sagte Graca. Seit 20 Jahren organisiert Jagerhofer das internationale Turnier in Klagenfurt, das als attraktivste Station der World Tour gilt. "Ich hätte niemals gedacht, dass es so gut und so lange funktioniert", sagte er. Durch die Sicherheit, dass sein Konzept passt, kam er bereits vor anderthalb Jahren auf die Idee, es möglicherweise auf andere Stationen der Weltserie zu übertragen.

Die Verhandlungen mit dem Weltverband zogen sich aber, "zwischendrin hatten wir sie ganz abgebrochen", verriet er. "Viele Stationen ließen sich nicht auf Anhieb von einem neuen Promoter überzeugen, uns fehlte aber bislang ein richtiges Marketing", sagte Graca. Er war von dem Konzept ebenfalls überzeugt, also bat er Jagerhofer noch einmal für Verhandlungen nach Lausanne. Jagerhofers Trumpf war dabei sicherlich, dass er mit Swatch den einstigen Titelsponsor der World Tour von der Major Series überzeugen konnte.


Deutschland außen vor

"Jagerhofers Einstieg ist für uns ein Segen", sagte Stein-Gunnar Bondevik, Norwegens Volleyballpräsident. Österreichs Nationalspieler Clemens Doppler, der mit seinem Partner Alexander Horst ebenfalls nach Zürich gereist war, pflichtete ihm bei: "Es war wirklich an der Zeit, dass mal jemand unseren Sport in die Hand nimmt, wenn die Turniere mehr mediale Aufmerksamkeit haben, kommen wir auch viel besser an Sponsoren", sagte er.

Doppler warnte aber auch davor, von den neuen Standorten sofort ähnliche Effekte zu erwarten, wie Klagenfurt sie generiert. Deutschland bleibt übrigens erst einmal außen vor. Nachdem Berlin als Standort nicht infrage kam (wir berichteten), waren die Verantwortlichen sicher, in München eine Alternative gefunden zu haben, der Stadtrat schmetterte das Vorhaben allerdings ab. "Wir hatten uns leider zu sehr auf München fokussiert. In diesem Jahr wird es daher kein Turnier in Deutschland geben", sagte Jagerhofer. Für das Jahr 2016 soll Deutschland aber wieder im Programm sein. Graca glaubt: "In vier Jahren werden wir zurückblicken und sehen, wie stark sich die Veranstaltungen von dem unterschieden, was wir heute vom Beach-Volleyball kennen."

 

 

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