Meister-Brüder auf ungewohntem Terrain

Techniker Beach Tour

Die Deutschen Meister Bennet und David Poniewaz sind auf allen Belägen und mit allen Bällen beschäftigt. Zur Abwechslung spielten sie in Münster mal Teqvoly.

Ob draußen oder drinnen – zu Zweit macht's überall Spaß

Mit verschiedenen Bodenbelägen und Volleybällen kennen sich die „Poniewazen” aus. Im vergangenen Sommer glänzten sie auf sandigem Untergrund, als die Zwillingsbrüder nicht nur die Techniker Beach Tour mit fünf von acht möglichen Turniersiegen dominierten, sondern sogar noch die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand gewannen. Im Winter ziehen sie das Trikot des Hallen-Zweitbundesligisten FC Schüttorf 09 an und sorgen dort für Punkte.

Nun zeigten sie auch an einer ungewöhnlichen Platte, die einer Tischtennisplatte ähnelt, Spielfähigkeiten. In einer Satzpause der Frauen-Bundesligapartie zwischen dem USC Münster und den Ladies in Black aus Aachen waren Bennet und David Poniewaz am Sonntagnachmittag Teil eines Showmatches einer sehr neuen und ungewöhnlichen Volleyball-Variante.

Teqvoly will sich in der Szene etablieren

Teqvoly heißt das Spiel, es ist eine Mischung aus Volleyball und Tischtennis, weil der Ball über eine gebogene 180 Kilo schwere Platte, die eben der aus dem Tischtennis gleicht, gespielt werden muss. Die Regeln sind noch variabel, vieles geschieht nach Absprache, echte Wettkämpfe gibt es noch nicht. In Münster Volleydrom am Berg Fidel wurde Teqvoly von der früheren USC-Spielerin Barbara Degi präsentiert.

Zwei ungarische Landsleute, ein ehemaliger Fußballprofi und ein Bauingenieur, haben in den vergangenen Jahren Spielsysteme an diesem Tisch für Fußball, Tennis, Sitzvolleyball und nun auch für Volleyball entwickelt. Der Ball muss mindestens zwei Mal über den Tisch gebracht werden, der Tisch ist 1,50 Meter breit und drei Meter lang, die Feldhälften werden durch ein Plexiglas getrennt. Spaß hat’s gemacht für die Poniewaz-Brüder. Bennet kann sich vorstellen, „dass man sich so einen Tisch gut in den Garten stellen kann zum spielen.”

Doch der Schwerpunkt liegt für die Osnabrücker auf ihren Lieblingsschauplätzen, im Sommer auf den Courts im Sand, im Winter in der Halle. Da fühlen sie sich wohler und agieren erfolgreicher. Bennet, Abwehrspieler im Sand, spielt beim FC Schüttorf auf Annahme/Außen und ist bereits als MVP zwei Mal mit Gold und einmal mit Silber ausgezeichnet worden. Sein Block-Bruder David wird in der Halle als Libero eingesetzt. Beide sind Stammspieler und haben riesigen Spaß, „denn wir sind  Teamplayer und lassen unsere Mannschaft nicht im Stich”, so David, „ganz oder gar nicht ist unser Motto”.

Beach-Volleyball spielt noch keine große Rolle in den Planungen

Vom Beachen können sie dennoch nicht lassen. Neulich waren sie mit der Familie im Urlaub in Naples in Florida (USA), „wo wir ein bisschen am Strand rumgedaddelt haben”, sagt Bennet. Mehr nicht, denn „so haben wir es in der letzten Saison auch gemacht.” Der Erfolg gab ihnen Recht. Am Rande der Showeinlage in Münster haben sie mit ihrem Trainer Axel Büring, zugleich Vizepräsident des Unabhängigen Sportclubs, ein wenig über die Planung der Sommermonate gesprochen. Im April soll es wieder richtig los gehen mit den Aktivitäten unter freiem Himmel, vielleicht geht es auch in ein Trainingslager.

In jedem Fall wollen sie anknüpfen an die letzte Saison, die sie so schnell nicht vergessen werden. Dafür gibt es einfach zu viele gute Erinnerungen. An die Deutschen Meisterschaften beispielsweise, bei der sie ihren größten Auftritt hatten. „Es war das perfekte Wochenende, die ganze Familie war dabei, viele Freunde, unsere Fans, und wir haben die Chance genutzt, die uns die anderen Teams gegeben haben.” Seither wissen sie, sagt David, „dass ich jetzt immer als VIP nach Timmendorf eingeladen werde und künftig ein Foto von uns um VIP-Bereich hängen wird.” Davon hatte er vor der DM nur geträumt, jetzt ist es wahr geworden. Im Oktober waren die Fans der National Football League auf Einladung von „ran.de” in London und erlebten hautnah im Stadion in Tottenham ein NFL-Match mit – auch als VIP’s.

Zum Abschluss noch Silber bei der Militär-WM in China

Danach durften sie noch an den Militär-Weltmeisterschaften in China teilnehmen. Ein Mega-Event haben sie erlebt, „die Rede war von 600 Millionen an Kosten”, so Bennet, „ein neues Dorf nur für die Sportler, neue Straßen und wir wurden vom Flughafen aus eskortiert.” Wie Super-Stars haben sie sich gefühlt, und sportlich lief es auch noch gut. Erst im Endspiel wurden sie von den Brasilianern Evandro/Schmidt gestoppt, der Nummer fünf der Weltrangliste damals.

Seither liegt ihr Fokus auf dem Engagement beim Tabellenvierten der 2. Liga Nord, dessen letztes Punktspiel Mitte April stattfindet. Drei Wochen später beginnt auf dem Schlossplatz in Münster die Saison der Techniker Beach Tour. Bennet und David Poniewaz freuen sich auf die Spielzeit, in der sie immer wieder als „Deutsche Meister” angekündigt werden dürfen. Sie wissen, dass sie sich von Neuem beweisen müssen. Und egal, wie es läuft, den Erfolg aus 2019 kann ihnen keiner nehmen, „auch nicht den Pokal, der bei mir zuhause in der Vitrine steht”, sagt David Poniewaz.

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