Mit legalen Drogen auf den Thron

Techniker Beach Tour

Vier Sieger mit unterschiedlichen Mittel, die sie in Zinnowitz zum Turniersieg brachten. Für die einen eine Premiere, für die anderen Normalität

Die Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) hat in diesen Tagen mal wieder ihre Medikamentenliste aktualisiert, die natürlich auch für Volleyballer gilt. Zwei Sachen sollten wohl kaum darin auftauchen: Ibuprofen und Adrenalin. Das waren die legalen Mittel, mit denen sich Anna Behlen seit Freitag durch das Turnier am Zinnowitzer Strand gekämpft hat. Wegen eines eingeklemmten Nervs „stehe ich die ganze Zeit unter Drogen”, sagte sie nach dem Endspielsieg. Was mehr und damit besser wirkte, wird nicht zu bemessen sein. Sicher ist, dass Adrenalin eine große Rolle gespielt haben wird, denn sich so durchzuboxen bis zu Platz eins, geht nur mit diesem Wirkstoff.

Das sagen auch die Poniewaz-Brüder, die an der Ostseeküste ihren dritten Titel hintereinander und vierten in dieser Saison feierten. „Wir sind die ganze Woche über kaputt”, sagt David, „aber wenn wir an den Strand kommen, ist es einfach nur geil.” Ihr Trainer Axel Büring, der in Zinnowitz nicht vor Ort war, hatte ihnen eine Ruhepause verordnen wollen, um sich für die Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand zu schonen, konnte sich aber offenkundig nicht durchsetzen. „Wir wissen ja selbst nicht, wie wir das immer schaffen”, so Bennet, „aber irgendwie kriegen wir die letzten Körner immer zusammengekratzt.”

Ein Plastik-Flamingo als Glücksbringer

Anne Krohn hatte sich auch mit einem ungewöhnlichen Mittel durch das Turnier geschleppt. An ihrer Seite, genauer in ihrem Arm, war stets ein quietschrosafarbener Flamingo aus Plastik. Ein riesengroßer, der den Namen Alfred trägt, und ein kleines Modell in der Größe eines Schwimmreifens, der noch einen Namen sucht, den Anna Behlen bei den ersten Jubelmomenten auf dem Center Court auf dem Kopf getragen hat. „Ich habe neulich im Urlaub in Südfrankreich echte Flamingos gesehen und mich voll verliebt in diese Tiere”, sagt Anne Krohn, „deshalb habe ich jetzt immer einen als Glücksbringer dabei.” So hat jeder seine Mittel, die ihn erfolgreich begleiten. „Wir sind jetzt super entspannt, jetzt haben wir einen Titel in der Tasche und werden auch die nächsten Turniere locker mitnehmen.” Den Satz laut singend „Wir haben gewonnen” schlenderte Anna Behlen nach der Siegerzeremonie durch die Players-Area.

Für Behlen/Krohn war es eine Premiere. Für die Poniewaz-Zwillinge ist es schon Normalität. Sie sind unbestritten die Nummer eins in Deutschland – an Bennet und David führt in dieser Saison kein Weg vorbei. Der vierte Titel bei der Techniker Beach Tour in diesem Jahr – das Zinnowitzer Finale gegen Jefferson Santos Pereira und Sven Winter hatten sie in Satz eins jederzeit im Griff (21:11). So klar haben die Schüttorfer noch in keinem Finalsatz einen Gegner dominiert. Es klappte einfach alles. Dass es in Durchgang zwei eng wurde, lag an der Steigerung der Kontrahenten. „Da sind die beiden volles Risiko gegangen”, sagt David, „und Sven hat gleich einige Male den Aufschlag voll gut getroffen.” Für Winter ist das nur ein kleiner Trost: „Wir haben schlecht gespielt.” Sein Interimspartner Jefferson Santos Pereira sagte: „Für die kurze Zeit, in der wir jetzt hier zusammen spielen konnten, war das schon sehr gut.” Der gebürtige Brasilianer hatte seinen Spaß und überlegt, sich für die kommende Saison einen festen Partner zu suchen.

Keine Angst vor den Nationalteams

Für die Poniewaz-Twins wird es sicher auch künftig eine gemeinsame Zeit geben. Vor allem nach dieser Saison. Wie Paul Becker und Jonas Schröder im letzten Jahr ist ihnen jetzt ein Hattrick gelungen, drei Turniersiege hintereinander. Dass die sie aktuelle Nummer eins der deutschen Tour sind, kommt ihnen mitunter komisch vor: „Wir wissen ja oft selbst nicht, wie wir das machen”, so David. Dass sich bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand die Kräfteverhältnisse wieder verschieben können, weil dann die National-Teams wie Thole/Wickler, Ehlers/Flüggen und Bergmann/Harms wieder mitmischen, beunruhigt sie nicht. „Es ist doch eher geil, wenn dann alle dabei sind”, freut sich Bennet. „Dann wissen wir, wo wir wirklich in Deutschland stehen und wo wir einzusortieren sind.”

Erst einmal ging es aber von Zinnowitz wieder nach Hause in Osnabrück. David musste während der Fahrt am Steuer sitzen, weshalb die Sektdusche bei der Siegerzeremonie für ihn bescheiden ausfiel. Unterwegs wollten sie Radio hören und ihrem VfL Osnabrück im Fußball-Pokalspiel gegen RB Leipzig die Daumen drücken. Zwischendurch werden die Gedanken zur eigenen sportlichen Leistung zurückkehren. „Wir haben bisher so eine gute Saison gespielt, das nimmt uns keiner”, sagt David. Die DM sei am Ende ein Turnier wie jedes andere: „Hinfahren, spielen, genießen. Wenn wir da vielleicht mal einen auf den Sack kriegen, ist das auch egal.

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