Mit neuem Schlüssel zum Erfolg auf Platz eins

Techniker Beach Tour Münster

„Irgendwie haben wir was von Jürgen Klopp”, sagte David Poniewaz, nachdem der Einzug ins Endspiel beim Start der Techniker Beach Tour in Münster unter Dach und Fach war. Der Vergleich mit dem Coach der Liverpooler Fußballer, die vor ein paar Tagen den Einzug ins Champions League-Finale geschafft haben, hat einen Hintergrund: „Der verliert ja auch dauernd seine Endspiele”.

Die Vorahnung von David Poniewaz sollte sich am Sonntag aber als Trugschluss erweisen. Mit seinem Bruder Bennet an der Seite gewann er das Finale auf dem Schlossplatz gegen Alexander Walkenhorst und Sven Winter mit 2:0 (21:15, 21:12). Im vergangenen Jahr hatten Poniewaz/Poniewaz das Finale in Leipzig gegen Becker/Schröder mit 1:2 verloren. 2017 feierten sie ihren ersten Turniersieg in Dresden. Dass es nun in Münster wieder mal geklappt hat mit dem Sprung aufs Treppchen ganz oben, hat sie selbst überrascht.

„Wir wussten vor dem Turnier überhaupt nicht, wo wir stehen”, sagte David Poniewaz. Er selbst hatte sich in der Winterpause mit Rückenproblemen herumgeschlagen, beide stecken seit ein paar Monaten im Berufsleben und müssen sich mit neuen Sachzwängen auseinandersetzen. „Für den Freitag als erstem Turniertag müssen wir jetzt immer einen Urlaubstag nehmen”, sagt Bennet Poniewaz. Je nachdem wo das Turnier stattfindet, werden sie künftig auch schon am Donnerstagabend anreisen. Im Fall Münster war das nicht notwendig, Schüttorf und Münster sind nur knapp eine Stunde Autofahrt voneinander entfernt. In der Winterphase haben sie eine Zeit lang für ihren Verein FC Schüttorf 09, Tabellenfünfter der 2. Liga Nord, in der Halle gespielt. Ihr großes Ziel für den Sommer haben sie klar definiert: „Teilnahme an den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand”, sagt David. Das Abschneiden in Münster sollte sie motivieren, zumal sie es nicht erwartet hatten. Bennet Poniewaz sagte: „Wir haben bisher erst drei Wochen im Sand trainiert. Vielleicht ist das der Schlüssel zum Erfolg. Früher haben wir es jahrelang mit wahnsinnig viel Training versucht, und es hat nicht geklappt.”

Alexander Walkenhorst hatte noch im Halbfinale gegen Becker/Schröder mit mehreren Blockpunkten geglänzt. Vor allem Paul Becker bekam die Blockstärke des 2,06 Meter langen Hünen zu spüren. Mehrmals blieb er an der „Monster-Mauer” hängen. Zu allem Ärger zog sich Becker im ersten Halbfinal-Satz bei 12:19-Rückstand noch eine Verletzung am Rücken zu, die ihn für den Rest des Turniers in seinen Bewegungen einschränkte. „Ich war leider oft mit anderen Dingen beschäftigt und habe im Spiel nicht mehr die richtigen Lösungen gefunden”, sagte er, nachdem auch das Spiel um Platz drei gegen Max Betzien und Jonathan Erdmann mit 0:2 (14:21, 33:35) verloren gegangen war.

Nach zweiten Plätzen bei der Techniker Beach Tour 2018 in Kühlungsborn und Nürnberg warten Walkenhorst/Winter weiter auf ihren ersten Sieg auf der höchsten nationalen Serie. Neben der Konzentration auf das Treiben in Münster wanderten zwischendurch einige Gedanken Richtung Weltverband. Aus dessen Zentrale in Lausanne in der Schweiz soll am Montag die Entscheidung über die Vergabe weiterer Wild Card-Plätze für die Weltmeisterschaft in Hamburg übermittelt werden. Der DVV hat weitere Freifahrtscheine für die Titelkämpfe beantragt, eine gibt es bereits für das Nationalteam Bergmann/Harms. Nun hoffen vor allem Walkenhorst/Winter auf eine Berücksichtigung. Nach der Endspiel-Niederlage in Münster würde das ihre Laune garantiert verbessern.

Borger/Sude: Durchmarsch ohne Satzverlust

Karla Borger und Julia Sude haben ihren Platz bei der WM schon in der Tasche. Dass sie aktuell auf einem sehr guten Weg sind, haben sie in der letzten Woche international mit dem Gewinn der Bronzemedaille in Kuala Lumpur unter Beweis gestellt. Und nun wurden sie in Münster auch national der Favoritenrolle gerecht. Die Endspiel-Aufgabe gegen Anna Hoja und Stefanie Hüttermann erledigten sie souverän in zwei Sätzen mit 21:16 und 21:11. Damit blieben sie in fünf Spielen ohne Satzverlust. Karla Borger sagte: „Wir haben das ganze Turnier über gut aufgeschlagen, zudem war unsere Annahme gut.” Im Finale kamen Borger/Sude auf sieben Asse, bei den Konkurrentinnen stand eine Null zu Buche.

Im letzten Jahr hatten die ersten Tour-Sieger 2019 auch auf dem Siegerpodest in der Westfalenmetropole gestanden, da aber mit ihren früheren Partnerinnen: Karla Borger mit Margareta Kozuch und Julia Sude mit Chantal Laboureur. Nun scheint die neue Konstellation bereits früh in der Saison Früchte zu tragen. Niclas Hildebrand, Sportdirektor des DVV, hatte im Vorfeld gesagt: „Karla und Julia sind zwei Routiniers mit sehr viel internationaler Erfahrung. Die Frage ist, ob sich beide nach Negativ-Erlebnissen mit ihren ehemaligen Partnerinnen nun von einer neuen Seite zeigen, die ausreicht, um ganz oben mitzuspielen.” Diese Frage scheint vorerst zugunsten des Nationalteams beantwortet zu sein.

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20 verschiedene Turnierformen, 1.500 Spieler in mehr als 400 Teams an: Auch wegen des Events 2019 zählt SachsenBeach zu den größten Beach-Volleyball-Events Europas.

Wochenausblick: Itapema, Düsseldorf, Aydin und Leipzig

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