Möglichkeiten nutzen

Techniker Beach Tour Nürnberg, 29.06. bis 01.07.2018

Die Umstellung des Weltverbandes auf das Fünf-Sterne-System der Turniere sollte den Sport auch in Volleyball-Entwicklungsländer bringen und kleineren Duos die Möglichkeit geben, internationale Erfahrungen zu sammeln. Sarah Schneider und Anna Behlen aus Deutschland sind in dieser Saison eines dieser Teams.

Dank Beach-Volleyball durch die Welt reisen

Fokus auf die deutsche Tour, abwarten, auf welchen internationalen Turnieren sie starten dürfen: Das war zu Beginn des Jahres der Plan von Sarah Schneider und Anna Behlen. Doch dann gab es diese Turnier-Reihe in Asien. „Weil wir keine Sponsoren haben, ist das finanziell eigentlich nicht tragbar für uns gewesen. Aber: Wann kommt man schon jemals wieder an solche Orte“, erzählt Schneider von ihren Überlegungen im Vorfeld. 

Im Endeffekt hatten sie zu wenig Punkte für das Turnier in Langkawi, haben in Kambodscha aus der Qualifikation heraus das Event gewonnen und in Bangkow einen guten fünften Platz belegt. Später reiste Schneider mit Victoria Seeber noch in die Türkei, in Singapur gewann sie an der Seite von Behlen erneut eine Medaille. „Wenn man erst einmal Punkte hat, wird man auch häufiger zugelassen“, erklären sie. Bisher gibt ihnen der Erfolg recht.

Erhöhte Kosten, schwierige Bedingungen

Das reicht allerdings nicht, um ihre Lebenskosten abzudecken. Das Duo ist auf der Suche nach Sponsoren. Die Reisekosten haben sie sich durch Preisgelder wieder zurückgeholt, den Unterhalt können sie damit aber nicht decken. Behlen und Schneider arbeiten beide nicht, das Pensum, das sie im Beach-Volleyball gehen, lässt das nicht zu. „In den letzten zehn Wochen war ich vielleicht zehn Tage in meiner Wohnung“, erklärt Behlen. Beide Spielerinnen studieren, Behlen steht kurz vor ihrem Bachelor-Abschluss in Sozialökonomie. Schneiders Fernstudium in Internationalen Management steht momentan etwas hinten an, sie konzentriert sich auf Beach-Volleyball. 

Nicht nur die finanzielle Situation ist eine Herausforderung, auch die Trainingssituation ist nicht immer eine einfache. Beide Spielerinnen haben keinen Kader-Status, haben unterschiedliche Lebensmittelpunkte. Zwar hat Schneider hat in Berlin „jederzeit“ die Möglichkeit am Bundesstützpunkt mit zu trainieren, Behlen war lange im Hamburger System integriert, „gehört aber nicht dazu“. Da sie gemeinsames Training über Einzeltraining ansetzen, haben sie auf eine andere Möglichkeit zurückgegriffen und trainieren oft gemeinsam in Kiel, wo Behlen herkommt, der Partner von Schneider lebt und sie gute Trainingspartner gefunden haben. Wenn es zeitlich passt, unterstützt sie der Berliner Stützpunkttrainer Leonard Waligora bei Turnieren vor Ort. 

Ungeklärte Zukunft

Einen festen Trainer im ursprünglichen Sinne haben sie damit aber nicht. Ob sie sich in Zukunft professioneller aufstehen können, hängt aber nicht nur von der Sponsorensuche ab: Wie lange das Projekt „Behlen/Schneider“ noch läuft, ist völlig offen. „Sarah ist drei Jahre jünger als ich und hat viel Potential. Es kann sein, dass die Bundestrainer sie irgendwann haben wollen. Dann ist aber die Frage, wann und wie“, sagt die 25-jährige Behlen. Sie sei offen für Gespräche, hat mit dem Kapitel aber schon abgeschlossen: „Ich hatte in den vergangenen Jahren viel Zeit, mich mit dem Gedanken zu arrangieren, nicht mehr zu Olympia zu kommen und trotzdem Volleyball zu spielen, weil es mir einfach unglaublich viel Spaß macht. Den habe ich momentan mit Sarah sehr viel. An mehr denke ich nicht.“ Über die Saison hinaus geplant haben sie nicht. Schneider schiebt den Gedanken an Olympische Spiele oder andere Großereignisse ohnehin erst einmal weg: „Ich schaue immer auf mich, möchte mich zu der bestmöglichen Spielerin entwickeln, die ich sein kann. Wofür ich mich damit qualifiziere, wird man dann sehen.“

 

Top4 als Ziel

Die meisten deutschen Top-Teams konzentrieren sich auf ihre internationalen Starts, unabhängig davon wollen Behlen und Schneider dahinter nun erst einmal auf der Techniker Beach Tour ihre Chancen nutzen: „Egal, wie gut das Feld besetzt ist, ist es immer unser Anspruch, ins Halbfinale zu kommen. Das entspricht auch unserem Leistungsvermögen und ist uns auch im letzten Jahr schon gelungen“, sagen sie. In Münster und Dresden scheiterten sie zweimal an den internationalen Gästen aus der Slowakei, in Nürnberg stehen sie erneut im Viertelfinale. Dann wollen sie ihre „Leistung auf konstant hohem Niveau“ weiter bestätigen.

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