Nach vier Jahren zurück im Sand

Interview mit Sandra Piasecki

Sandra Piasecki spielte zuletzt im Jahr 2007 Beach-Volleyball auf der höchsten deutschen Tour. In einem Interview mit beach-volleyball.de spricht sie über eine schöne Zeit, in der sie dem Sport den Rücken gekehrt hatte. Sie verrät, warum und mit wem sie jetzt ein Comeback starten möchte und wie sie mit dem "neuen" Ball klar kommt...

Sandra Piasecki (25) ist ganz schön aus der Puste, als wir sie für ein telefonisches Interview erreichen. „Ich stehe gerade auf dem Cross-Trainer, ich hoffe, dass das nicht unhöflich ist“, versucht sie freundlich die Umstände zu erklären. 

Hallo Sandra. Die deutschen Beach-Volleyball Fans haben lange nichts mehr von dir gehört. Wie geht es dir?

Sandra Piasecki: „Gut, sehr gut sogar. Ihr habt also schon von meinen Plänen für den Sommer gehört (lacht)

Ja, durchaus. Aber erst einmal der Reihe nach. 2007 hast du zuletzt auf der deutschen Tour an der Seite von Stephanie Kestner mitgespielt.

„Und nach dem Turnier am Timmendorfer Strand, wo wir ein klassisches One-Two gespielt haben, bin ich zurück in die Halle gegangen. Und zwar in die erste Liga nach Finnland. Da war ich aber nicht lange. Bereits nach ein paar Wochen habe ich mich verletzt, mir im Knie alles zerschossen, was da so kaputt gehen kann.“

Davon erholt man sich bekanntermaßen nicht so leicht. Wie ging es dann weiter?

„Ich bin dann, zunächst übergangsweise, für die Reha wieder nach Detmold geflogen, zu meinen Eltern nach Hause. Dort habe ich dann aber ein duales Studium angefangen und darf mich jetzt Diplom Sport- und Gesundheitstrainerin nennen und bin zudem ausgebildete Fitnesskauffrau. Deswegen bin ich dann auch nicht wieder zurück nach Finnland gegangen. Und da ich jetzt in meinem Beruf Kurse gebe, muss ich selber fit sein und hier auf dem Cross-Trainer schuften (lacht)

Und dein letzter Einsatz in Volleyball liegt wie lange zurück?

„Daran erinnere ich mich noch genau. Das war 2009 bei der Militär-Weltmeisterschaft in Rio de Janeiro. Da habe ich mir in einem Spiel komplett den Fuß zerschossen – einen fünffachen Bänderriss sowie eine Knochenabsplitterung habe ich wieder mit nach Hause genommen. Und dann habe ich für mich entschieden: Das war es erst einmal.“

Und danach hast du dich komplett zurückgezogen?

„Ja, komplett.“

Du hattest dann gar keine Verbindung zum Volleyball?

„Nein, wirklich gar nicht. Ich musste mal richtig abschalten. Durch die schweren Verletzungen hatte ich einfach die Nase voll. Ich hatte keine Lust mehr darauf, also habe ich zwei Jahre lang keinen Ball angefasst, mir keine Ergebnisse und mir nicht einmal eure Internetseite angeschaut (schmunzelt). Für mich musste das wirklich ‚Aus den Augen aus dem Sinn’. Wenn ich das im Nachhinein so sehe, hat mir das aber gut getan.“

Du hast auch nicht einmal zwischendurch im Urlaub oder sonst wo ein bisschen gespielt?


„Das erste Mal erst wieder im letzten Sommer auf Kreta. Da habe ich mir gedacht: ‚Ach du Scheiße, da hast du aber was vermisst’. Da kam dann auf einmal alles wieder hoch. Die Tour, das Reisen, die Spiele, die Stimmung und sogar das Training. Das alles hat mir gefehlt. Bis Oktober 2011 habe ich im Robinson-Club gearbeitet und bin dann zurück nach Deutschland, wo ich dann gleich Jörg Ahmann (Nachwuchs-Bundestrainer, Anm. d. Red.) angerufen habe.“

Und das hat den Stein wieder ins Rollen gebracht…


„Genau (schmunzelt). Seitdem wohne ich wieder in Stuttgart und bin Trainingsgast bei Jörg in den Einheiten. Wenn also jemand ausfällt oder gebraucht wird, bin ich zur Stelle. Ich werde demnächst auch versuchen, wieder in der Halle zu trainieren. Mal schauen, ob sich da in der nächsten Zeit was ergibt.“

Dann bereitest du dich also schon ernsthaft auf den kommenden Sommer vor. Mit wem wirst du denn in deine Comeback-Saison gehen?

„Meine neue Partnerin wird Anna Behlen aus Hamburg sein. Anna ist noch sehr jung (18 Jahre, Anm. d. Red.) ist aber im Nachwuchskader des Deutschen Volleyball-Verbandes und extrem ehrgeizig. Da habe ich nicht lange gezögert und sofort zugesagt.“

Auch wenn es deine Rückkehr nach vier Jahren auf der deutschen Tour ist – welche Ziele hast du dir gesteckt?

„Ich habe mir bewusst keine Ziele gesteckt. Klar, ich will was erreichen. Vorrangig will ich dieses Jahr nutzen, um wieder reinzukommen. Und danach werde ich sehen, wo wir dann landen. Aber ich kann das Niveau der anderen Spielerinnen überhaupt nicht einschätzen, ich war komplett raus aus der Beach-Szene.“

Durch ein paar Trainingseinheiten bei Jörg kannst doch aber bestimmt einschätzen, wo du ungefähr von deiner Leistungsfähigkeit her stehst.

„Das Potenzial von früher ist noch da, das weiß ich. Ich brauche aber noch ganz viele Trainingseinheiten, um dort wieder anknüpfen zu können. Eine ganz witzige Anekdote kann ich aus einer meiner ersten Trainingseinheiten erzählen. Ich kannte ja den ‚neuen’ Ball (mit dem Mikasa VLS 300 wird seit 2010 gespielt, Anm. d. Red.) noch gar nicht. Früher war ich eine ganz gute Sprungaufschlägerin. In meiner ganzen Beach-Volleyball Karriere habe ich, ungelogen, vielleicht eine handvoll Flatteraufschläge gemacht. Jörg meinte aber zu mir, dass ich mit dem neuen Ball vielleicht umdenken müsse, weil meine Float-Aufschläge anscheinend wirklich gut sind (lacht)

Sandra, vielen Dank für das Gespräch. Wir wünschen dir eine verletzungsfreie, gute Vorbereitung und wir freuen uns auf deine Rückkehr in den Sand!

Sandra Piasecki (25) nahm in den Jahren von 2003-2007 fünf Mal an der Deutschen Meisterschaft am Timmendorfer Strand teil. Bei ihrer ersten Teilnahme war sie gerade einmal 17 Jahre alt. Ihre beste Platzierung erreichte sie zusammen mit Frederike Fischer, als sie Fünfte wurden (2004). An ihrer Seite gewann sie zudem zwei Silbermedaillen bei der U-18 WM in Thailand (2003) sowie bei der U-20 EM in Slowenien (2004).

Mehr Infos zum Team Behlen/Piasecki

Info am Rande: Neues Team bei den Männern Becker/Grabowski

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