Neues Team: Walkenhorst/Winter

Beach national

Vom Aufstieg zum Profi und einer vielleicht letzten Chance: Warum die neue Beach-Volleyball Konstellation Sven Winter und Alexander Walkenhorst so spannend ist.

Als Ersatz für Clemens Wickler

Sven Winter gönnt sich gerade eine Pause. Nicht vom Mittagessen, das er gerade beendet hat, sondern vom Vormittagstraining zuvor. Dass man den Beach-Volleyballer gerade in der Mittagszeit erreicht, sei kein Problem, sagt er ins Telefon: „Ich bin nicht so der Mittagsschläfer, brauche ich nicht so sehr.“ Gute Gründe dafür hätte er aber durchaus, schließlich stehen in dem Trainingslager ein bis zwei Einheiten täglich auf dem Programm, das er gerade mit dem Beach-Volleyball Nationalteam auf der spanischen Urlaubsinsel Fuerteventura absolviert.

Das Trainerteam um den neuen Bundestrainer Marin Olejnak wollte ihn als Ersatz dabeihaben, da der Beach-Volleyball Nationalspieler Tim Holler noch auf seinen Partner Clemens Wickler verzichten muss. Mit Holler wird Winter in rund zwei Wochen auch in der Qualifikation des übernächsten World Tour Turniers auf Kish Island starten. Für den 18-jährigen Winter sind das alles völlig neue Erfahrungen. In seiner bisherigen Karriere räumte er im Nachwuchsbereich schon einige Titel ab, wurde 2014 an der Seite von Julius Thole U18-Europameister und schaffte im vergangen Jahr das Kunststück, den dritten Deutschen U19-Meistertitel aneinanderzureihen.


Schon ein bisschen schlechter

In den Einheiten mit den besten Spielern des Landes bekommt er jetzt allerdings auch seine Grenzen aufgezeigt, findet er: „Ich habe mit Tim natürlich noch nicht so viel zusammengespielt, aber als junger Spieler bin ich hier schon ein bisschen schlechter. Ich hab nicht so sehr die Erfahrung und die Konstanz wie die anderen.“ Und während sich die Kollegen um die Olympia-Teilnehmer Markus Böckermann und Lars Flüggen vor Ort miteinander einspielen können für die anstehende Saison, trainiert Winter vorerst ohne seinen neuen Beach-Partner.

Er bildet ein neues Team mit Alexander Walkenhorst, 28, die Vorbereitung auf die anstehende Saison müssen sie aber zumindest vorübergehend getrennt voneinander angehen. Diese Konstellation ist sowieso eher zufällig entstanden, da sich Walkenhorst erst auf Grund der Verletzung seines eigentlichen Partners Thomas Kaczmarek anderwärtig umschauen musste. Für Winter ist es eine Chance, denn mit Walkenhorst hat er einen Partner, der schon deutlich länger als er unterwegs ist in der Welt zwischen nationalen und internationalen Turnieren. Der ihm helfen kann, den angestrebten Sprung in den Profibereich zu meistern.


Aus der Jugend zu den Profis

Dass ihm seine bisherigen Erfolge dabei nur bedingt helfen, weiß er. „Man muss sportlich schon unterscheiden zwischen Jugend- und Erwachsenenbereich. In der Jugend spielt man nur gegen Gleichaltrige, jetzt spielt man gegen die Besten aus allen Altersklassen. Ich bin mir sicher, dass die anderen Spieler um mich herum auch einige Titel in der Jugend abgeräumt haben“, erzählt Abwehrspieler Winter.

Sein neuer Mann vorne am Netz war in seiner Anfangszeit im Beach-Volleyball auch ein Überflieger, mittlerweile ist die Karriere des 2,06 Meter langen Blockspielers ein wenig ins Stocken geraten. Während sein fast noch jugendlicher Partner auf Fuerteventura zumindest vorübergehend zum Kreis des vier Duos umfassenden Nationalteams gehört, wurde Walkenhorst bei der Installation des neuen zentralen Stützpunktsystems nicht berücksichtigt.


Spannende Konstellation

Aber wohl gerade deshalb ist die neue Konstellation Winter und Walkenhorst spannend: Dem einen könnte die Zukunft gehören, für den anderen ist es die vielleicht letzte Chance, international noch einmal Anschluss zu finden. „Sven hat für sein Alter unglaublich gute Voraussetzungen, ist trotz seiner 1,97 Meter bewegungsfähig und springt auch noch gut. Dahin geht die internationale Tendenz ja auch“, meint Walkenhorst. Er kann seinen neuen Partner zudem mit der Erfahrung aus 35 World Tour Turnieren an den Profibereich heranführen.

Dabei unterstützt wird das Duo von Trainer Hans Voigt, der in der Szene der Beach-Volleyballer als Fachmann in der Trainingswissenschaft gilt und als Trainer von Julius Brink und Jonas Reckermann unter anderem Olympiagold in London 2012 gewann. Da es keinen gemeinsamen Trainingsstützpunkt gibt, werden Walkenhorst und Winter in Blöcken miteinander trainieren und so abwechselnd im Ruhrgebiet und Hamburg am Zusammenspiel feilen.

Denn erst im Oktober vergangenen Jahres ist Winter in die Hansestadt in eine WG mit anderen Beach-Volleyballern gezogen und hat sein Studium im Bereich Wirtschaftsingenieurwesen begonnen. Für die anstehende Prüfungsphase hat er im Trainingslager ebenfalls gelernt, auch deshalb blieb für Mittagsschlaf keine Zeit.


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