Never ending learning process

WM 2019

Nach Rang 17 bei der WM in Hamburg wird die Zeit für Laura Ludwig und Margareta Kozuch knapp bis zu den Olympischen Spielen in Tokio. Trotz einiger Baustellen zweifelt ihr Trainer Jürgen Wagner nicht an dem Projekt.

Versuch einer Erklärung

Im Stadion nebenan lief schon das nächste Spiel, tausende Zuschauer in der Rothenbaum-Arena jubelten schon wieder anderen Beach-Stars zu. Derweil mussten die entthronte Weltmeisterin Laura Ludwig und ihre seit dieser Saison neue Partnerin Margareta Kozuch damit zurechtkommen, bei der WM in Hamburg selbst nicht mehr dazuzugehören.

Nach der Erstrunden-Niederlage gegen die USA waren Ludwig und Kozuch also in der Mixed-Zone. Ludwig schrieb fleißig Autogramme, lächelte tapfer für Selfies mit den wartenden Fans; Kozuch saß im Schneidersitz vor den Medienvertretern und versuchte zu erklären, was schiefgelaufen war bei dieser WM, bei der sich das Duo einiges mehr vorgenommen hatte als Rang 17.

„Wir haben gedacht, dass es besser ist jetzt als am Anfang der Saison. Es ist momentan schwer zu verstehen, warum es hier nicht geklappt hat“, sagte die enttäuschte Kozuch. Nach teils überzeugenden Auftritten in der Gruppenphase hat die erste Partie der K.o.-Runde gezeigt, dass Ludwig zwar schon wieder in Nähe ihrer Topform ist, Kozuch aber weit von diesem Niveau entfernt ist.

Rückfall in alte Bewegungsmuster

„Es war offensichtlich, dass wir im Sideout eingebrochen sind“, sagt Jürgen Wagner, der seit 2013 Ludwig als Trainer betreut und Ludwig/Walkenhorst in die absolute Weltspitze geführt hat. „Unter großem Druck gab es einen Rückfall in alte Bewegungsmuster“, hat Wagner bei seinem Schützling Kozuch gesehen. Erst seit einem halben Jahr arbeiten Ludwig und Wagner mit der früheren Hallen-Weltklassespielerin zusammen und es braucht Zeit, um Kozuch auf das im Sand erforderliche Niveau heranzuführen. Zeit, die das Team eigentlich nicht hat.

Im nächsten Sommer endet der Qualifikationszeitraum für die Olympischen Spiele 2020, Ludwig und Kozuch wollen nach Tokio und brauchen Weltranglistenpunkte. Sie sind der derzeit nur die Nummer vier in Deutschland, nur zwei Teams spielen für Deutschland in Japan. „Viele Themen lassen wir schon so stehen wie sie sind, denn die Zeit dafür ist einfach nicht da“, sagt Wagner. „Es gibt aber auch Sachen, da gibt es keine Optionen, als das zu verändern – sonst wird es oft so aussehen, wie es gestern ausgesehen hat.“

Und je näher die Olympischen Spiele rücken, desto höher wird der Druck. In den nächsten Weltserienturnieren müssen Ludwig und Kozuch gute Ergebnisse holen, „sonst wird es eng“, sagt auch Wagner. Um das zu schaffen, will er gezielt im Training an den Schwachstellen arbeiten und diese Themen „im Kopf groß machen.“ Denn der mentalen Komponente kommt ebenfalls eine Schlüsselrolle zu, schließlich war es der Druck, mit dem vor allem Kozuch nicht zurechtgekommen ist.

„Never-ending-learning-process“

Trotz der schwierigen Ausgangslage: Im Ludwig/Kozuch-Team zweifelt keiner daran, dass es das Duo nach Tokio schafft. In Hamburg haben die Lokalmatadorinnen auch gezeigt, welches Potenzial in ihnen schlummert. Und dass Ludwig nur wenige Monate nach ihrer Schwangerschaft bereits so nahe an ihrer Topform ist, war auch nicht zu erwarten.

„Wir sind mitten in einem Prozess, das war auch eine wichtige Erfahrung, die man machen muss. Das ganze Leben ist ein never-ending-learning-process“, sagt Kozuch. Hoffnung geben kann die WM 2015 in Holland: Da landeten Ludwig/Walkenhorst ebenfalls auf Rang 17, was ein Jahr später bei Olympia in Rio passierte, ist bekannt.

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