Nur noch "Klempeng" im Rennen

FIVB Grand Slam Gstaad, 5. – 11. Juli 2010

David Klemperer/Eric Koreng sind als einziges deutsches Herrenteam beim FIVB Grand Slam in Gstaad noch im Rennen und bereits mindestens Neunte. Jonathan Erdmann/Kay Matysik sind mit Platz 17 ausgeschieden. Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif schafften es nicht aus dem Pool – dem fragwürdigen Pool-Play-System sei Dank...

Weg aus dem Pool-Play

Mit einem blauen Auge davon gekommen sind David Klemperer/Eric Koreng. Sie wurden Gruppenzweite, obwohl sie in ihrem Pool zwei Niederlagen einstecken mussten. Das dritte Match gewannen sie nach einer verletzungsbedingten Aufgabe der Schweizer Heuscher/Heyer. Doch auch ohne diesen Abbruch sah es für die Deutschen gut aus. Sie verbuchten den ersten Satz klar und souverän mit 21-14 für sich. Auch im zweiten Durchgang lagen die Athleten vom HSV mit 17-13 vorn, als Sascha Heyer nach der medizinischen Auszeit trotzdem aufgeben musste.

Klemperer/Koreng gewannen anschließend gegen ein weiteres Schweizer Duo: Diesmal waren es Bellaguarda/Laciga, die in zwei Sätzen gegen die Deutschen den Kürzeren zogen (21-13, 23-21). Im Achtelfinale am morgigen Samstag (13 Uhr) kommt es für David und Eric zu einem Duell gegen ihre Freunde und Trainingspartner, die Vize-Europameister Gosch/Horst aus Österreich. Bislang spricht die Statistik für einen Sieg der Deutschen, denn sie konnten von den sechs Duellen auf der FIVB World Tour fünf für sich entscheiden. Zuletzt spielten diese beiden Duos bei der Europameisterschaft 2009 in Sotschi gegeneinander. Dort allerdings hatten die Österreicher die Nase vorn. 

Jonathan Erdmann/Kay Matysik konnten im dritten Gruppenspiel gegen Geor/Gia mit 21-18, 21-16 einen schönen Erfolg verbuchen. Doch Lospech erwischte sie gleich in der ersten Runde. Sie mussten dort gegen die an Fünf gesetzten Brasilianer Harley/Pedro. Das Berliner Duo schlug sich jedoch wacker und verlor nur knapp mit 19-21, 18-21.

Nur Schwächen oder sogar Schwachsinn - Pool-Play

Die Diskussionen um das fragwürdige Turnierformat Pool-Play werden wieder laut, schaut man sich genauer an, warum Sebastian Dollinger/Stefan Windscheif auf Rang Vier in der Gruppe zu finden waren und somit mit Platz 25 ausscheiden mussten, denn drei Teams – Klemperer/Koreng, Heuscher/Heyer und Dollinger/Windscheif – waren im Pool Q punktgleich.

Dollinger/Windscheif hatten zuvor in der Gruppenphase einen Zwei-Satz-Sieg gegen Klemperer/Koreng eingefahren und zwei Drei-Satz-Niederlagen gegen Heuscher/Heyer und heute gegen die stark aufspielenden Neuseeländer Lochhead/Pitman (21-18, 15-21, 11-15). Wie bereits berichtet, verloren Klemperer/Koreng zwei Spiele und gewannen heute gegen Heuscher/Heyer. Die Schweizer konnten ebenfalls nur einen Sieg verbuchen – gegen Dollinger/Windscheif. 

Damit waren die drei Duos punktgleich. In diesem Fall will es das System so, dass zunächst die Punkteratio zurate gezogen wird, will man ein Ranking unter diesen drei Teams aufstellen. Dabei sind Klemperer/Koreng mit 1.098 das beste Duo und werden auf Platz Zwei in der Gruppe gesetzt. Bei den zwei übrigen Teams kommt es dann auf den direkten Vergleich an. Da die Schweizer gegen Dollinger/Windscheif gewonnen hatten, werden sie also auf Platz Drei vor Dollinger/Windscheif gesetzt. Dass die jungen Deutschen aber - die Satzratio betrachtend (1.000) - das zweitbeste Duo im Pool sind und auch von der Punkteratio (0.951) besser sind als die Schweizer (0.600 bzw. 0.935), kommt bei diesem System nicht auf die Rechnung.

Dass in Sebastian Dollingers Stimme Enttäuschung mitschwingt, ist somit verständlich: "Wir haben dieses Turnier gut gespielt, waren in unserer Gruppe von den Satzständen her das zweitbeste Duo, aber haben Pech gehabt. Das Pool-System wird von allen Spielern als unfair angesehen, und solche Ergebnisse bestätigen das immer wieder."

beach-volleyball.de berichtete im Rahmen der Weltmeisterschaft 2009 in Stavanger ausführlich über die kritischen Bereiche des Pool-Play-Systems, denn auch dort kam es zu gravierenden Ungerechtigkeiten, die sich aus diesem fragwürdigen System ergaben. Wer Interesse hat, das System besser zu verstehen, der kann sich den unten verlinkten Artikel "Diskussionen um das Format der WM", das Interview mit Christoph Dieckmann "Das ist totaler Quatsch" und das Interview mit dem FIVB Technical Supervisor Peter Hreszczuk "Wir wollen nicht, dass Spiele ausfallen" zu Gemüte führen.

 

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