Olympia statt Rücktritt

Beach international

Phil Dalhausser ist eine Legende im Beach-Volleyball und hat in seiner langen Karriere alle möglichen Titel gewonnen. Warum er auch mit 39 Jahren noch nicht aufhören möchte.

Die Zweifel waren da

Phil Dalhausser hat in seiner Beach-Volleyball-Karriere eigentlich alles gewonnen, was es zu gewinnen gibt: Er wurde Weltmeister und Olympiasieger, hat bei 5-Sterne-Turnieren und World Tour Finals Goldmedaillen gesammelt und war auch national mehr als erfolgreich – die Kombination aus diesen Erfolgen und seiner Körperstatur haben ihm den Spitznahmen „The Thin Beast“ eingebracht. Im Alter von 39 Jahren ist es da wenig verwunderlich, dass Dalhausser an den Rücktritt vom Leistungssport gedacht hat. Auch in den vergangenen Jahren war das schon ein Thema, so nahe dran wie in diesem Winter war er aber wohl nie.

„Ich stand in der Küche und habe mehr oder weniger laut über die Frage nachgedacht, was der Sinn meines Lebens und solch ein Zeug ist“, erzählte er dem Olympischen Komitee der USA, „ich sagte, dass ich glaube, dass es Volleyball spielen ist. Meine Frau sagte nur: `Du wärst ein Idiot, wenn du glaubst, dass es nicht Volleyball spielen ist`.“ Die Erklärung für seine Zweifel hat Dalhausser bereits gefunden: „Ich glaube, ich habe mich zu stark auf die falschen, die negativen Dinge konzentriert, zum Beispiel, immer unterwegs und weg von der Familie zu sein.“

Auch deswegen fokussierten er und sein Partner Nick Lucena sich hauptsächlich auf die nationalen Turniere und nahmen nur an den großen Events der World Tour teil. Nun sollen seine Frau und seine beiden Kinder aber mehr mitreisen – möchte das Duo zu alter Form zurückfinden, müssen sie wohl auch mehr internationale Turniere spielen, um sich stetig auf Top-Niveau messen zu können.

„Wenn wir so spielen, ist es schwer, uns zu schlagen“

Aktuell sind sie in der Weltrangliste nur noch auf dem 30. Platz zu finden. Dass mit Dalhausser/Lucena aber immer noch zu rechnen ist, zeigte jüngst der zweite Platz beim Saisonauftakt in Doha. „Es hat einfach gepasst. Wenn wir so spielen, ist es schwer, uns zu schlagen“, hält Dalhausser fest, „es war ein guter Start in die Saison und in die Qualifikation für Olympia.“

In Tokio wären beide Spieler 40 Jahre alt, es wären die vierten Olympischen Spiele für Dalhausser. Auch sein Partner ist olympia-erfahren, 2016 war er in Rio de Janeiro dabei. Jetzt soll erneut die Qualifikation gelingen – und die Ziele sind ambitioniert: „Es ist im Allgemeinen ziemlich cool, Gold zu holen. Aber das mit 40 Jahren zu schaffen, ist sogar noch cooler.“

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