Olympiatraum für Borger/Büthe wird wahr

smart Major Hamburg - Olympiaentscheidung

Karla Borger und Britta Büthe haben in Hamburg das erlebt, wovon sie schon seit Monaten träumen: Auch sie dürfen zu den Olympischen Spielen in Rio de Janeiro fliegen, dabei war die Sportlerkarriere von Borger schon beinahe beendet.

"Dass ich überhaupt hier stehen kann, ist ein Wunder"

Da war es plötzlich, das Bild, das Karla Borger seit über einem Jahr in ihrem Herzen trägt: Eltern, Großeltern, Geschwister und Freunde von ihr und Britta Büthe standen am Ausgang der Rothenbaum-Arena und schlossen die beiden Beach-Volleyballerinnen in die Arme. Das Spiel gegen Madelein Meppelink und Marlen Van Iersel aus Holland hatten die Stuttgarterinnen gerade verloren, doch das interessierte in diesem Moment niemanden so richtig, denn Borger/Büthe hatten sich gerade für ihre ersten Olympischen Spiele qualifiziert. "Es ist genau so wie ich es mir vorgestellt habe", sagte Borger, als sie sich aus dem herzlichen Umarmungen gelöst hatte und in der Mixed Zone stand. "Nur eigentlich wollte ich nicht so viel weinen", doch die Emotionen übermannten die 27-Jährige, die eine schwierige Zeit hinter sich hat.

 „Dass ich überhaupt hier stehen und spielen kann, ist eigentlich ein Wunder, das muss ich mir immer wieder vor Augen führen“, sagt Borger. Eine Verletzung an der Bandscheibe zwang sie im vergangenen Jahr bei der Europameisterschaft in Klagenfurt zur Aufgabe. Operation oder nicht? Die Frage stand im Raum, bedeutete sie doch, dass Borger/Büthe zunächst keine weiteren Punkte gemeinsam sammeln konnten. Bis dahin standen sie aussichtsreich in der Olympia-Rangliste.

Wenn es weitergeht, dann nur mit Karla

„Und dann lag ich Monate nur herum“, sagt Borger – und noch viel schlimmer: „Wir wussten alle nicht, ob ich überhaupt wieder Sport machen kann." In Gedanken befasste sie sich schon mit dem Ende ihrer Sportler-Karriere. „Ich habe versucht immer ganz hart zu bleiben und ihr gut zuzureden, dass sie das schon schafft“, sagt Mama Cordula Püttner, selbst Beach-Volleyball-Europameisterin 1995.

Partnerin Büthe (28) hat in dieser Zeit Großes geleistet. Obwohl sie lange auch nicht wusste, ob ihre Partnerin wieder gesund werden würde, behielt sie die Nerven, wartete auf Borgers Genesung und hielt ihr mit allen organisatorischen Aufgaben buchstäblich den Rücken frei. „Sie hat immer gesagt, wenn es weitergeht, dann nur mit Karla“, sagt Mutter Beate Büthe.

Zurück an die Weltspitze

"Ich habe einfach immer daran geglaubt, dass wir das schaffen können", sagt die Tocher. Im Februar starteten Borger/Büthe dann wieder gemeinsam auf der World Tour und kämpften sich auf Anhieb mit sieben Platzierungen unter den Topf-Fünf in die Weltspitze zurück. Beim Grand Slam in Rio de Janeiro gewannen sie sogar Bronze, genau wie vergangene Woche in Biel, als sie ihre erste Medaille bei einer Europameisterschaft gewannen.

Im August können Borger/Büthe an die Copacabana zurückkehren und um ihre erste Olympiade spielen. Seit der Weltmeisterschaft 2013, als sie ganz unschuldig mit ihren blonden Zöpfen in Stare Jablonki aufschlugen und sich mit ihrer überraschenden Silbermedaille bei vielen zum ersten Mal auf den Radar schoben, haben sich Borger und Büthe unheimlich weiterentwickelt. Schon von Beginn an fiel die positive Energie zwischen den beiden Athletinnen auf, die sich auch außerhalb des Feldes blendend verstehen. Unter Trainer Srdjan Veckov entwickelten sie sich aber gerade im mentalen Beriech noch einmal extrem weiter und wuchsen noch enger zusammen. Inzwischen demonstrieren sie eine geschlossene Stärke auf dem Feld, die für viele Gegnerinnen kaum zu knacken ist. 

Von der Pfalz-Meisterin zur Olympionikin

Dabei könnten die extrovertierte und impulsive Borger und die einfühlsame und strukturierte Büthe eigentlich kaum unterschiedlicher sein. Sie verstehen es aber, ihre Stärken im Team so gezielt einzusetzen, dass sie sich gegenseitig perfekt ergänzen – auch das ist ein Schlüssel zu ihrem Erfolg. Dass ihre Tochter einmal zu den Olympischen Spielen führen würde, kann Beate Büthe noch nicht ganz fassen: „Das ist der Wahnsinn. Ich kann mich noch erinnern, wie wir uns gefreut haben, als Britta mit zwölf Jahren Pfalz-Meisterin geworden ist“, sagt sie lachend. Da war das größte Ziel noch, einmal Meisterin von ganz Rheinland-Pfalz zu werden. Jetzt geht es nach Rio.

 

> Alle Infos rund um das smart Major in Hamburg auf der Turnierseite

Trainingstipps gefällig?

Ob Angriff, Abwehr, Kommunikation auf dem Feld oder Athletiktraining. Hier findest du Trainingstipps zu jedem Beach-Volleyball-Thema. So kannst du dich jetzt im Winter schon optimal auf die nächste Saison vorbereiten und bist allen einen Schritt...

Ab in den Sand: Beach-Hallen-Übersicht

Warmen Sand unter den Füßen und Beach-Volleyball-Spielen, das klappt auch im Winter regelmäßig, wenn man eine entsprechende Beach-Halle in der Nähe hat. Hier geht es zur Übersicht der Indoor-Hallen in Deutschland.

    beach-volleyball.de Partner

    • Mikasa
    • Schauinsland Reisen
    • Techniker Beach Tour
    • Die Techniker
    • Website WM