Platz 33 für Böckermann/Flüggen in Wien

Beach-WM Wien 28.07.2017 - 06.08.2017

Lars Flüggen und Markus Böckermann verfolgt auch bei der Weltmeisterschaft das Pech. Im Spiel um den Einzug in die K.o.-Runde unterliegen sie Italien - statt weiter in Wien zu spielen, wird Flüggen in Hamburg zu einem MRT-Termin erwartet.

Bruchlandung nach Turniersieg

Eigentlich wollte Lars Flüggen noch ein paar Tage in Wien bleiben und bei der Weltmeisterschaft am liebsten seinem Beruf weiter nachgehen. Doch der Beach-Volleyball-Spieler scheiterte mit seinem Partner Markus Böckermann nach einem durchwachsenen Turnier im Duell um den Einzug in die K.o.-Runde an den Italienern Alex Ranghieri und Adrian Carambula mit 1:2 (10:21, 21:18, 8:15).

Platz 33 steht in der Ergebnisliste und es ist sicherlich nicht das, was sich das Hamburger Duo in Wien vorgenommen hatte – zumal Böckermann und Flüggen vor gerade mal zehn Tagen das 4-Sterne-Turnier der FIVB World Tour in Polen gewonnen hatte. Einen besseren Einstieg in das WM-Turnier hätte man sich eigentlich nicht ausmalen können.

Doch in der Vorrunde lief bei dem Duo erst gar nichts zusammen, es verlor die ersten beiden Gruppenspiele und rettete sich nur durch einen Sieg im abschließenden Spiel in die Playoff-Runde. Doch der Preis dafür war hoch: In der Partie gegen Venezuela verletzte sich Flüggen am Knie, nach einer Behandlungspause konnte er zunächst zwar weiterspielen.


Aufs Feld gehumpelt und gekämpft

Aber der 27-Jährige ahnte schon im Spiel, was ihn seine medizinischen Betreuer später bestätigten: Die Verletzung ist schwerwiegend. „Das war am Abend und auch heute Morgen noch richtig frustrierend“, erzählt Flüggen. Es scheint, als klebt dem Duo in dieser Saison das Pech an den sandigen Füßen – schon oft musste beide Athleten wegen Verletzungen Turniere absagen, erst im vergangenen Jahr wurde Flüggen am Knie operiert.

Insofern war es kaum verwunderlich, dass die Vorzeichen schon vor dem ersten Ball in der Partie gegen Italien auf dem Center Court, der sich nach einem rein österreichischen Spiel etwas geleert hatte, schlecht: Flüggen humpelte schon bei der Spielervorstellung auf das Feld. Ob das Team überhaupt spielen würde, stand vor Spielbeginn zur Debatte.


„Wahrscheinlich eine schwere Verletzung“

„Aber wir wussten, dass es nicht schlimmer werden würde, von daher haben wir es probiert“, so Flüggen. Die Entscheidung nötigte seinem Partner Respekt ab. „Wir haben überlegt, ob ich eine Verletzung vortäusche, damit sie eher über mich gehen. Meine Leistung hat dafür aber schon“, meinte Böckermann selbstkritisch. „Hut ab vor Lars zu so einer Leistung. Unterm Strich ist es wahrscheinlich eine schwere Verletzung, und es könnte das Saisonaus sein.“

Unter den Augen von „Maggie“ Kozuch lief im Duell gegen die Italiener Ranghieri/Carambula von Beginn fast alles gegen Böckermann/Flüggen. Vor allem im Angriff hatten beide große Probleme – entweder, weil die Italiener zu flink waren, oder weil sie selbst Fehler begangen. Im Laufe des Satzes kamen dann noch Probleme in der Annahme dazu, mit 10:21 ging der Satz schnell verloren.

Die Pause zwischen den Sätzen scheint den Wahl-Hamburgern gut getan zu haben, über einen verbesserten Aufschlag tankten sie ordentlich Selbstvertrauen. Auch die Körpersprache war nun eine ganz andere, Mitte des Satzes übernahmen sie erstmals die Führung – und gaben sie bis zum Ende nicht mehr ab. Böckermann nutze den zweiten Satzball, das Spiel musste in den Tiebreak.


Ranghieris Oma als Glücksbringer

Dort sah es zunächst nach einem offenen Rennen aus. Dann schlug Alex Ranghieri jedoch zu und spielte seine Lufthoheit gnadenlos aus. Das 8:15 bedeutete für Böckermann/Flüggen das Aus, mit der Niederlage verabschieden sie sich von der Weltmeisterschaft. Ranghieri/Carambula lüfteten in der Interviewzone nach dem Spiel ihr Erfolgsgeheimnis: Die 90-jährige Großmutter Ranghieris war als Ehrengast im Stadion und fungierte als Glücksbringer.

Als Armida Bianchet ihren Rollator in die Hand nahm und sich von den Journalisten verabschiedete, saß Flüggen noch auf dem Interviewstuhl, das Knie von sich gestreckt. „Ich hätte vor dieser geilen Kulisse gerne noch vier-fünf Spiele mehr gemacht, das ist schade“, sagt er. Stattdessen wird der Abwehrspieler schon morgen in Hamburg zu einem MRT-Termin erwartet.

Alle Infos zur WM 2017 gibt es hier

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