Quali-Modus für DM in der Kritik – Einige Teams wollen nicht spielen

Road to Timmendorfer Strand

Rund um die sportliche Qualifikation zu den Deutschen Beach-Volleyball Meisterschaften gibt es Rumoren in der Spielerschaft - warum einige Teams einen Start ablehnen und was das bedeutet.

Die Meinungen im Überblick

Es kommt Licht ins Dunkel, rund um die „Road to Timmendorfer Strand” und die Deutschen Meisterschaften, die vom 3. bis zum 6. September in Timmendorfer Strand an der Ostsee ausgerichtet werden sollen.

Allerdings legt sich auch ein Schatten über die Turnierreihen, da einige Protagonisten mit dem Qualifikationssystem nicht einverstanden sind. Wir haben mit Stand vom 6. Juli einige Fakten zusammengetragen.

Wie gespielt werden soll: Gespielt wird jedes Wochenende mit jeweils zwei Teilnehmerfeldern zu je acht Teams. An einem Wochenende starten am Freitag die „Road to Timmendorfer Strand”-Turniere, am Samstagnachmittag stehen die Halbfinals und Platzierungsspiele an. Die Turniere der Top Acht beginnen erst am Samstag und werden am Sonntag mit den Finalspielen abgeschlossen – an einem Wochenende werden demnach jeweils zwei Teilnehmerfelder parallel ausgespielt, ein „Top-Acht”- und ein „Road to Timmendorfer Strand”-Turnier.

-> wie der Spielmodus im Detail aussieht

Wer spielen wird: Seit Freitag sind die Einzel- und Teamranglisten, die als Grundlage für die Zulassung zu den Deutschen Meisterschaften dienen, auf der DVV-Website zu finden. Im nächsten Schritt werden sich die Meldelisten für die Turniere der „Road to Timmendorfer Strand” mit den Teams ab Position neun der Rangliste und der „Top-acht”-Reihe füllen. Es gilt das Prinzip, dass dienstags um 12 Uhr die Meldeliste für das Turnierwochenende in der folgenden Woche geschlossen wird. Sprich: Meldeschluss für das Auftakt-Wochenende (17. bis 19. Juli) in Düsseldorf ist am Dienstag, 7. Juli, mittags um 12 Uhr.

Wer nicht spielen will: Eric Stadie, Matti Binder, Dirk Westphal und wahrscheinlich noch ein paar mehr. So ist es jedenfalls von Eric Stadie angekündigt in einem Facebook-Post, in dem er über einen „sehr fragwürdiger bzw. unfairer Modus” schreibt, „von der DVS und den Spielervertretern ins Leben gerufen, und die Spielerschaft erfuhr den Modus erst durch die Presse.” Und weiter: „Dass in einem besonderen Jahr von Corona, bei dem kein Team in Deutschland einen offiziellen Wettkampf bestritten hat, acht Teams direkt für Timmendorf qualifiziert sind und dies durch zwei, drei Leute entschieden wird, ist für uns nicht tragbar.” Innerhalb kürzester Zeit sei ein Gegenvorschlag erarbeitet worden, „mit einem fairen Modus (alle Teams müssen sich qualifizieren), welcher fast identisch zum alten Modus war und nur kleine Abweichungen hatte”. Dieser wurde „von der DVS abgeschmettert”. Stadie prangert das Fehlen von „Fairplay” an: „Der aktuelle Modus verstößt gegen diesen Grundgedanken und deshalb werden einige Teams die jahrelang die Tour mit geprägt haben, ein Zeichen setzen und nicht spielen.”

Das sagt Spielervertreter Daniel Wernitz: "Der Aufschrei liegt darin begründet, dass wir die schlechten Ideen, die es im Vorfeld gab, nicht alle eins zu eins präsentiert haben. Wenn man bedenkt, wo wir gerade stehen, sollte man merken, dass wir uns in einem guten Kompromiss befinden, weil Teams nicht einfach gesetzt werden, wie sie seit dem letzten Jahr dastehen, und der medial ein gutes Paket darstellt. Leider hat der Verband durch unvollständige Informations-Mails zum Thema Qualifikation für maximale Verwirrung unter den Teams gesorgt. Letztlich handeln wir im Sinn der Spieler. Die letzten Wochen waren zwar stressig und wir können nicht jeden einzeln abholen. Wenn ich nur bis Ranglistenplatz 30 gehe, sind das schon 120 Einzelpersonen. Es gibt einen Server, über den wir Gruppendiskussionen führen, das muss eine Lehre für die Zukunft sein, den besser zu nutzen. Dieses Kommunikationsleck müssen wir uns ankreiden. Im Januar hatten wir zu einer Gesprächsrunde aufgerufen, da war der Andrang sehr gering. Es ist schwer, erst dann um die Ecke zu kommen, wenn einem was nicht gefällt, statt schon vorher pro-aktiv mitzuwirken."

Das sagt DVS-Geschäftsführer Volker Braun (Interview auf der DVV-Website): „Wir kamen in Abstimmung mit dem Beach-Volleyballausschuss, DVV-Athletenvertreter Jaromir Zachrich und den Spielervertretern auf die Entwicklung des Spielmodus. Es ist uns schlussendlich gelungen, dass wir mit Sport1 ein attraktives TV-Paket schnüren konnten und in der Corona-Krise zusätzlich für unsere Sponsoren an Attraktivität gewonnen haben. Mit Blick auf die Ranglistenplätze ab Platz 21 ist es im Einzelfall sicherlich auch eine harte Entscheidung, aber für das gesamte Konstrukt in diesem Jahr unserer Meinung nach vertretbar. Es ist keine willkürliche Auswahl. Wir reden hier von Teams, die sich ihren Status über einen längeren Zeitraum erarbeitet haben. Ich bin mir sicher, dass sich dies auch bei der Beach-DM zeigen wird, dass die sportliche Qualität auch den Sachverhalt repräsentiert.”

Das sagt DVV-Athletensprecher Jaromir Zachrich (im gleichen Interview): „Es ging uns darum, den schmalen Grat zwischen einem sportlich attraktiven und damit vermarktbaren Modus einerseits und Fairplay andererseits zu gehen. In der Kommunikation haben wir leider den Fehler gemacht, dass wir nicht die breite Spielerschaft mitgenommen haben, den Schuh ziehen wir uns an. Wir mussten für die ,Road to Timmendorfer Strand’ einen Punkt definieren, an dem wir starten. Daraus ist der Weg entstanden, dass die aktuelle Rangliste als Gradmesser für die Setzliste dient. In die Bearbeitung ist auch die sportfachliche Verantwortung eingeflossen, um einen Modus zu finden, der für alle einigermaßen gerecht ist, bei dem jeder aber auch Abstriche machen muss. So haben sich in den Diskussionen zuletzt die Top-8-Teams bereit erklärt, auf ihr Preisgeld zu verzichten und dies in einen Topf für die DM zu werfen. Dadurch haben wir dort das gleiche Preisgeld wie im letzten Jahr.”

Prominenter Neuzugang für Sport1: Julius Brink, Olympiasieger 2012 mit Jonas Reckermann, wird die „Road to Timmendorfer Strand” und die Deutschen Meisterschaften im Free-TV auf SPORT1 als Experte und Moderator begleiten. Seine Premiere im On-Air-Team feiert der 38-Jährige beim Turnier in Düsseldorf am Samstag, 18. Juli, live ab 18:00 Uhr. Neben Brink gehört Kommentator Dirk Berscheidt zur Sport1-Crew vor Ort. 

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