Qualifikationsprozess für die Olympischen Spiele 2012 geändert

Olympia

Große Veränderungen im Qualifikationsmodus für die Olympischen Spiele 2012 hat der Weltverband FIVB vorgenommen. Neben der Möglichkeit, sich über die Weltrangliste zu qualifizieren, gibt es erstmals zwei weitere Chancen, sich den Traum von Olympia zu erfüllen: Über den "Continental Beach Volleyball Cup" und das "FIVB Beach-Volleyball World Cup Olympic Qualification Tournament".

 

Die kontinentalen Ausscheidungskämpfe

Das "Continental Beach Volleyball Cup" stellt eine Art Kontinental-Meisterschaft dar. Sie startet dieses Jahr im Mai und findet im Juni 2012 ihr Ende. In diesen 25 Monaten werden die fünf Kontinental-Meister ausgespielt, welche direkt für Olympia qualifiziert sind. Die Meisterschaft besteht aus vielen Zwei-Nationen-Turnieren, wobei pro Nation zwei Teams ins Rennen gehen.

Diese "Länder-Wettbewerbe" sind in drei Phasen aufgeteilt. Das sind die Subzone-, Zone- und die Final-Phase. In der ersten Phase (subzone) spielen die "kleinen" Nationen gegeneinander, Nationen, die bisher in der internationalen Beach-Szene kaum in Erscheinung getreten sind, z.B. also Estland, Kroatien etc. In der zweiten Phase kommen stärkere Nationen dazu wie Tschechien oder Italien. In der dritten und letzten Phase schließlich greifen die stärksten Nationen wie Deutschland oder Norwegen in das Geschehen ein.

Beim Aufeinandertreffen zweier Nationen – vergleichbar mit dem Davis Cup beim Tennis – kommt es bei zwei Teams pro Nation also zu vier Spielen. Wenn es 3:1 oder 4:0 ausgeht, ist klar, welche Nation sich durchgesetzt hat und eine Runde weiter ist. Wenn es aber am Ende 2:2 steht, wird ein weiteres Spiel ausgetragen. Für dieses Spiel kann aus den zwei Teams eine neue Team-Konstellation gebildet werden, z.B. je nach Tagesform der Athleten.

Wenn die drei Phasen gespielt sind und sich ein Kontinental-Meister herauskristallisiert hat, erhält die Sieger-Nation ein Olympia-Ticket. Die fünf Gewinner des Continental Beach-Volleyball Cups qualifizieren sich automatisch für die Olympischen Spiele, beziehungsweise die Nachrücker, falls sich ein Land zuvor bereits durch zwei Plätze über die FIVB World Tour Rangliste qualifiziert hat.

Der jeweilige nationale Verband bestimmt, welches Team schließlich zu Olympia fahren darf. Erstmals in der Geschichte des Beach-Volleyball qualifizieren sich also nationale Verbände für Olympia und nicht Teams. Für diese Qualifikations-Turniere, die sich über einen Zeitraum von 25 Monaten verteilen, sind die kontinentalen Verbände zuständig und nicht der Weltverband. Die FIVB stellt für diese Turniere lediglich Mikasa Bälle und Netze zur Verfügung. Die Termine und der Rahmen für die "Länder-Vergleiche" stehen noch nicht fest. "Bisher haben die kontinentalen Verbände Vorschläge bzgl. des Wettkampfformats für die Sub Zonal (2010) und Zonal Phase (2011), abhängig von der Anzahl der jeweiligen Registrierungen, an die FIVB übermittelt. Die FIVB prüft diese zur Zeit und nimmt mit den Kontinetalverbänden nötige Änderungen vor. Da es sich dabei um ein neues Qualifizierungssystem für Olympia handelt müssen diese dann auch noch vom IOC bestätigt werden", erklärt CEV-Beach-Volleyball-Koordinator Dennis Passing.

Das "World Cup"

Die zweite Turnier, das "FIVB Beach-Volleyball World Cup Olympic Qualification Tournament", ist für die Zweit- und Dritt-Platzierten der Kontinental-Meisterschaft eine zweite Chance, sich ein Olympia-Ticket zu sichern. Die Zweiten und Dritten der fünf Kontinente spielen vom 25. Juni bis 1. Juli 2012 um drei weitere Tickets.



Das "World Cup Finale"

Als weitere Ehrung für die Länder, die sich über den Continental Beach-Volleyball Cups zu den olympischen Spielen qualifiziert haben, wird es das FIVB Beach Volleyball World Cup Finale geben, was voraussichtlich am zweiten Juli-Wochenende im Jahr 2012 geplant ist, um den Gesamtsieger zu ermitteln. Die FIVB wird in Kürze eine Ausschreibung machen, um das Gastland zu entscheiden.



Die 24 Startplätze

Das Olympische Turnier wird mit jeweils 24 Frauen- und Männerteams ausgespielt. Die 24 Teilnehmer setzen sich nach dem neuen Modus wie folgt zusammen: Die ersten 16 Teams werden nach der Weltrangliste vergeben, wobei die Zwei-Nationen-Regelung berücksichtigt wird. Fünf Plätze gehen an die Kontinental-Meister. Ein Startplatz geht an die Gastgeber per Wildcard, falls sie sich über die Weltrangliste oder den Continental Cup nicht qualifiziert haben. Die zwei verbliebenen Tickets werden schließlich beim "FIVB Beach-Volleyball World Cup Olympic Qualification Tournament" ausgespielt.



Der bisherige Modus

Bisher war für die Olympia-Qualifikation die Weltrangliste maßgebend. Wer zu Olympia wollte, der musste sich auf der World Tour durchsetzen und unter den ersten 24 der Welt sein. Dabei wurden noch die Zwei-Nationen- und die Kontinental-Regel berücksichtigt. Das heißt, maximal zwei Teams einer Nation wurden zugelassen und von jedem Kontinent sollte mindestens ein Repräsentant an den Olympischen Spielen teilnehmen. Außerdem gab es für das Gastgeberland eine Wildcard pro Geschlecht, falls es sich nicht über die Weltrangliste qualifiziert hat.

Es folgen ein kurzes Interview mit Holtwick/Semmler-Trainer Andi Künkler, in dem er seine Meinung zum neuen Qualifikationsmodus äußert sowie ein Kommentar von Ana Schanze.

 

 

 

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