Rechnung ohne Laboureur/Sude

DVV Nationalteams

Bei der Nationalteam-Nominierung wurden Chantal Laboureur und Julia Sude nicht vom Verband berücksichtigt. Im Kampf um die Olympia-Qualifikation haben sie damit andere Voraussetzungen als ihre Konkurrentinnen.

Laboureur/Sude sind kein Nationalteam

Der Deutsche Volleyball-Verbrand hat sich festgelegt. Lars Flüggen und Markus Böckermann bleiben vorerst die einzige Neuerung bei der Vergabe des Nationalstatus der Beach-Volleyball-Teams (wir berichteten). Im olympischen Jahr vertraut der Leitungsstab weiterhin auf Kay Matysik und Jonathan Erdmann sowie bei den Frauen auf Laura Ludwig/Kira Walkenhorst, Karla Borger/Britta Büthe und Katrin Holtwick/Ilka Semmler. Wer die vergangene Saison verfolgt hat, wird nun ein Team vermissen: Chantal Labourer und Julia Sude.

„Eigentlich haben wir das auch nicht wirklich erwartet. In den vergangenen Jahren war es ja auch nicht so“, sagt Laboureur. Gemäß der Regularien des DVV wäre eine Nominierung aber durchaus vorstellbar gewesen, denn für die Vergabe des Status Nationalteam gilt derzeit die Olympia-Rangliste. Dort stehen die beiden Häflerinnen fast punktgleich mit Katrin Holtwick und Ilka Semmler auf Rang elf. Weit davor, auf Platz drei, rangieren Laura Ludwig und Kira Walkenhorst. Laboureur/Sude sind damit das drittbeste deutsche Frauenteam.

Borger/Büthe sollen wieder oben mitspielen

Drei Duos fördert der Verband normalerweise pro Geschlecht, so heißt es zumindest auf der Website, und so war es in den vergangenen Jahren. Dieses Mal ist es aber etwas komplizierter, denn mit Karla Borger und Britta Büthe mischt ein viertes Team mit. Die Zweiten der WM 2013 mussten die Saison wegen einer Rückenverletzung Borgers frühzeitig beenden und sind deshalb in der Olympia-Rangliste nach hinten gerutscht. Also überlegte sich der DVV als Grundlage für die Statusvergabe eine andere Rechnung: 60 Prozent der meist erzielten Punkte in zehn Turnieren des Weltverbandes der vergangenen Saison, der EM und WM wurden berechnet. Gemäß dieser Liste sind Laboureur/Sude viertbestes Team.

„Wir sind davon überzeugt, dass Karla Borger und Britta Büthe in dieser Saison wieder oben mitspielen“, sagt DVV-Sportdirektor Ralf Iwan. Die Einschätzung dürfte richtig sein, schließlich haben die beiden Stuttgarterinnen bis zur Verletzung eine Top-Ten-Platzierungen nach der anderen auf der World Tour erspielt, in Luzern sogar ihre erste Goldmedaille gewonnen. Labourer/Sude nicht zu fördern, bedeutet allerdings gleichzeitig, dass man ihnen weniger Zutrauen schenkt, sich für die Olympischen Spiele in Rio zu qualifizieren.


Irgendwo muss man einen Schnitt machen

Auch sie rangierten aber in der vergangenen Saison mehrmals unter den zehn besten Teams der Welt. Im April gewannen sie in Fuzhou sogar die Silbermedaille. Die Nationalteams erhalten ein Reisekosten- und Trainerbudget sowie Förderung durch die Sporthilfe. Laboureur/Sude haben somit andere Voraussetzungen als ihre Konkurrentinnen. „Es ist schwierig“, gibt Iwan zu. „Die drei Teams hinter Ludwig/Walkenhorst sind ziemlich gleich auf, deshalb würden wir am liebsten alle drei gleich behandeln, aber irgendwo muss man den Schnitt machen.“  

Doch warum muss der DVV das eigentlich? Mit Kay Maytisik und Jonathan Erdmann sowie Markus Böckermann und Lars Flüggen werden in diesem Jahr nur zwei Männerteams gefördert. Man hätte also auch ein viertes Frauenduo benennen können. „Das stimmt“, gibt Iwan zu. „Dann muss man die Gelder aber auch zwischen mehr Teams aufteilen und das wird dann den Athleten nicht mehr gerecht.“

Andererseits gilt der Status Nationalteam ohnehin nur bis zu dem Zeitpunkt, zu dem festgelegt wird, welche vier Teams tatsächlich nach Rio fliegen, bestätigt Iwan. Das ist spätestens der 10. Juli 2016. Ab diesem Moment werden die Gelder vor allem in diese Teams investiert. Nationalteam werden Laboureur/Sude also nur, wenn sie es schaffen, sich ihren Olympia-Startplatz auch so zu erspielen. Ganz ohne Unterstützung vom Verband soll das auch nicht passieren, denn das Team soll den Status A-Kader bekommen. "Sie sind als A-Kader-Athleten vorgeschlagen worden, der endgültige Beschluss steht noch aus", sagt Laura Gnau, Beach-Koordinatoren beim DVV. A-Kader-Athleten haben grundsätzlich die Möglichkeit, auf ein leistungsorientiertes Reisekostenbudget und Förderung durch die Sporthilfe, aber eben erst nach den Nationalteams.

 

Zusatzinfo:

Zwei deutsche Beachvolleyball-Teams pro Geschlecht dürfen an den Olympischen Spielen in Rio teilnehmen.

Qualifiziert sind Laboureur/Sude dann, wenn sie am 12. Juni 2016 mindestens als zweitbestes deutsches Duo eines der besten 15 Teams der Olympia-Rangliste sind (modifizierte Weltrangliste im Zeitraum 1.1.2015 bis 12.6.2016, die besten zwölf Turnierergebnisse dieses Zeitraums fließen ein. Wettbewerbe sind: WM, Grand Slam, Major Series, Open und eine kontinentale Meisterschaft, z.B. EM 2015 oder EM 2016)

In Sonderfällen kann es zu einem nationalen Ausscheidungswettbewerb zwischen zwei deutschen Teams kommen.

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