Russlands Olympioniken vor Klagenfurt Major im Ungewissen

Klagenfurt Major

Beach-Volleyball gehört nun auch zu der Liste Russlands vertauschter positiver Dopingproben. Für Deutschland könnte diese Tatsache noch bedeutsam werden, die Entscheidung des IOC wird spätestens Dienstag erwartet.

Große Entscheidungen beim Klagenfurt Major

In Klagenfurt startet am Montag das letzte World Tour Turnier vor Olympischen Spielen in Rio und eigentlich könnte man meinen, es ist ein Wettbewerb, der so vor sich hin plätschert in Kärntens malerischer Landeshauptstadt. Viele Athleten befinden sich entweder mental oder sogar bereits physisch schon in Rio de Janeiro. Die US-Amerikanerinnen Kerri Walsh und April Ross und die Brasilianerinnen Larissa/Talita und Agatha/Barbara gehen nicht an den Start, genau wie die Kanadierinnen Sarah Pavan und Heather Bansley oder die Niederländerinnen Madelein Meppelink/Marleen Van Iersel, die schön frühzeitig an die Copacabana reisen.

Die deutschen Olympioniken wollen sich den wohl populärsten Tour-Stopp aber nicht entgehen lassen. Für Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und Karla Borger/Britta Büthe stehen die Chancen entsprechen gut, sich wieder einen Platz auf dem Podest zu ergattern, nicht zu vergessen Chantal Laboureur und Julia Sude, die sich durch ihren Sieg beim Major in Porec vor Katrin Holtwick und Ilka Semmler geschoben haben und damit im Hauptfeld starten dürfen.


Holtwick/Semmler starten in der Country Quota

Holtwick/Semmler müssen dementsprechend bereits am Montag loslegen. In der Qualifikation vorgeschalteten Country Quota treffen sie auf Victoria Bieneck und Julia Großner. „Für uns ist das natürlich ungewohnt, wir mussten das ja schon lange nicht mehr spielen“, sagt Trainer Tilo Backhaus. Die Gegnerinnen kennt er allerdings wie kein anderer, schließlich war Backhaus bis vor dieser Saison Trainer von beiden Teams. „Ich muss eher aufpassen, dass ich nicht zu viel sage und Katrin und Ilka damit nicht überlade“, sagt er. Seit dem Spiel um Platz drei bei den Deutschen Meisterschaften in Timmendorfer Strand 2014 sind sich die beiden Teams nicht mehr begegnet, damals siegten Holtwick/Semmler 2:1. International sind sie überhaupt noch nie aufeinander getroffen. „Wenn unsere Annahme da ist, können sie uns nicht stoppen“, prophezeit Backhaus, er gehe aber ohnehin davon aus, dass beide Teams in die Qualifikation rutschen, da diese eventuell nicht voll wird. 

Das hoffen auch Julius Thole/Lorenz Schümann und Armin Dollinger/Bennet Poniewaz, denen am Dienstag der Länderausscheid gegeneinander bevorsteht. „Ich gehe aber davon aus, dass bei uns alles so bleibt“, sagt Thole. Die beiden Hamburger wollen nun Revanche nehmen für das Zonal-Event der CEV, bei dem sie Dollinger/Poniewaz im Finale den Vortritt lassen mussten. Im Hauptfeld starten Markus Böckermann und Lars Flüggen ihre Generalprobe vor den Olympischen Spielen. Kay Matysik und Jonathan Erdmann gehen getrennt mit Alexander Walkenhorst und Stefan Windscheif an den Start. 


Russlands vertauschte Dopingproben öffnen eine Tür für Deutschland

Auch für sie könnte das Major in Klagenfurt noch zu einem einschneidenden Erlebnis werden, denn am Sonntag tagt das Internationale Olympische Komitee in Bezug auf den Ausschluss aller russischen Sportler von Olympia. Spätestens am Dienstag soll eine Entscheidung fallen, die Frage ist, welche Teams nachrücken dürfen, wenn die russischen Duos tatsächlich aus der Startliste rutschen. Geht es nach der Rangliste, könnten Erdmann/Matysik diejenigen sein. Hinzu kommt, dass zu der Liste der vertauschten Dopingproben inzwischen auch zwei Fälle aus dem Beach-Volleyball gehören. Laut Informationen des Volleyball Magazins hat die FIVB die Namen angefragt und wartet auf Rückmeldung. Unabhängig davon, ob das IOC alle russischen Sportler von der Zulassungsliste streicht, müssten zumindest die des Dopings überführten Athleten ausgeschlossen werden. 

“Ich hatte gehofft, Beach-Volleyball ist nicht auf der Liste“, sagt Matysik. „Für uns geht dadurch aber natürlich eine Tür auf, wir müssen jetzt mal abwarten, was passiert." Auch die russischen Olympioniken treten alle in Klagenfurt an und warten auf eine Entscheidung. „Wir sind gerade alle sehr überrascht, ich würde auch gern wissen, wer die beiden Athleten auf der Liste sind, ob männlich oder weiblich, ist auch noch nicht bekannt“, sagt Rivo Vesik. Der ehemalige World-Tour-Spieler aus Estland coacht das junge russische Team Oleg Stoyanovskiy/Artem Yarzutkin, das gemeinsam mit Nikita Limian/Dmitri Barsouk das zweite Olympia-Ticket für Russland beim World Continental Final erspielt hat.

Der russische Verband hat sich neben Semenov/Krasilnikov, die sich über die Rangliste qualifiziert haben, für Limian/Barsouk entschieden, die in Rio die russischen Farben vertreten sollten. Bei den Frauen haben sich Ukolova/Birlova das letzte Ticket beim World Continental Final in Sotschi gesichert. Sie werden Russland als einziges Frauenteam im Beach-Volleyball vertreten – ob es tatsächlich dazu kommt, hängt aber sowohl von der Entscheidung des IOC ab als auch davon, welche Namen im McLaren-Report auftauchen.

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