Schwarz-rot-gold dreimal im EM-Viertelfinale vertreten

Beach-EM Lettland 16.08.2017 - 20.08.2017

Drei deutsche Damenduos stehen im Viertelfinale der Beach-Volleyball Europameisterschaft. In Lettland überrascht vor allem der Auftritt von Julia Großner und Nadja Glenzke, weil Großner nicht unbelastet in den kontinentalen Höhepunkt gehen konnte.

Beflügelt zum Achtelfinal-Sieg

Julia Großner erlebt derzeit ein Auf und Ab der Gefühle. Wobei sie heute sehr viele Glücksgefühle freigesetzt hat, denn mit ihrer Spielpartnerin Nadja Glenzke ist die 29-Jährige ins Viertelfinale der Beach-Volleyball-Europameisterschaft im lettischen Jurmala eingezogen. Mit zwei Erfolgen heute haben Glenzke/Großner dafür gesorgt, dass vier ihrer deutschen Kolleginnen schon aus dem Wettbewerb ausgeschieden sind.

In der ersten K.o.-Runde besiegten sie Victoria Bieneck/Isabel Schneider (2:0; 24:22, 21:16), die dadurch auf Rang 17 landeten. Eine Runde später gewannen sie auch gegen die bis dahin ungeschlagenen Karla Borger und Margareta Kozuch in einem spannenden Achtelfinale mit 2:1 (21:23, 21:15, 17:15).

„Wir waren durch den Sieg am Vormittag noch sehr beflügelt. Für uns war das Spiel eine Zugabe, weil wir unser Ziel, unter die Top-10 zu kommen, erreicht hatten. Zum Schluss haben wir in den entscheidenden Momenten einfach nicht aufgegeben und so die wichtigen Punkte geholt“, sagte Glenzke gegenüber dem DVV.

Im Viertelfinale am Samstagvormittag treffen Großner und Glenzke nun erneut auf ein deutsches Team. Laura Ludwig und Kira Walkenhorst sind die nächsten Gegnerinnen und die haben am Strand des Ostseebads von Jurmala nichts weniger im Sinn, als ihren EM-Titel aus dem Vorjahr zu verteidigen - bei diesem Vorhaben blieben sie bislang ohne Niederlage und besiegten in ihrem Achtelfinale Sinnema/Stubbe aus Holland mit 2:0. Glenzke: „Laura und Kira können ja nicht jedes Jahr Europameister werden.“


Ein Höhepunkt mit absehbaren Ende

Für Großner/Glenzke ist der Einzug in die Top-Fünf des Wettbewerbs jetzt schon der größte Erfolg, erst seit dieser Saison spielt das Team zusammen und trainiert gemeinsam am zentralen Stützpunkt des Deutschen Volleyball-Verbandes in Hamburg. Der Viertelfinal-Einzug ist der vorläufige Höhepunkt einer Team-Karriere mit einem absehbaren Ende, denn in dieser Woche wurde bekannt, dass Großner in der nächsten Saison nicht weiter vom Verband gefördert wird.

Es ist ein Thema, bei dem Großner versucht, es während des laufenden Turniers zu verdrängen. „Hier ist jetzt EM, da hänge ich mich voll rein und will mich nur darauf konzentrieren“, sagt die Athletin dazu. Das dürfte schwer genug sein, denn mit einer unsicheren sportlichen Zukunft spielt es sich sicherlich nicht unbelastet.

Neben Großner betrifft das außerdem Jonathan Erdmann und dessen Partner Armin Dollinger, die bei der EM nach drei Vorrunden-Niederlagen ausschieden, sowie Tim Holler und Max Betzien. Sie alle sollten zu Beginn des Jahres ihren Lebensmittelpunkt nach Hamburg verlegen und werden nun nach nicht mal einem Jahr wieder aus dem System befördert. „Die Gründe waren bei jedem Athleten unterschiedlich", erklärte Männer-Bundestrainer Martin Olejnak gegenüber der Berliner Morgenpost.

Der Verband benannte bei der Einführung des Konzepts Ende 2016 zuerst den Stützpunkt, suchte dann die Athleten dafür aus und stellte erst im Anschluss die Bundestrainer an. In Jana Köhler wurde gar erst in diesem Monat eine neue Sportdirektorin für Beach-Volleyball eingestellt. Der Vorteil ist nun zwar, dass diese wichtigen Personalien geklärt sind, wenn es in der Planung für die anstehende Saison darum geht, welche Athleten in Hamburg gefördert werden – das kommt für Großner, Dollinger, Erdmann, Betzien und Holler nun aber fast ein Jahr zu spät.

 

Laboureur/Sude top, Schümann/Thole Neunte bei EM-Premiere

Ein Duo, das wie Ludwig/Walkenhorst als Nationalteam zählt, aber nicht in den Strukturen des Verbandes trainiert, steht ebenfalls im Viertelfinale von Jurmala. Chantal Laboureur und Julia Sude agieren von ihrem Setzplatz eins aus sehr souverän, gewannen alle Partien mit 2:0 und spielen am Samstag gegen Graudina/Kravcenoka aus Lettland. Die gaben wie die Deutschen in vier Spielen noch keinen Satz ab.

Während bei den Frauen ein deutsches Team sicher im Halbfinale steht, war bei den Herren schon früher Schluss. Lorenz Schümann und Julius Thole haben bei ihrer EM-Premiere Rang neun erreicht, sie verloren gegen Carambula/Ranghieri aus Italien mit 0:2. „Es war auf jeden Fall ein gutes Spiel von uns. Insgesamt sind wir natürlich stolz. Es war unsere erste EM und dann gleich Top-10, darauf lässt sich aufbauen", sagte Thole hinterher.

Auf Rang neun landeten auch Sebastian Fuchs und Alexander Walkenhorst. Doch während Schümann/Thole ein gutes Spiel zeigten, mussten Fuchs/Walkenhorst die eigentlich anstehende Partie gegen Holland absagen. Aus medizinischen Gründen konnte Fuchs das Turnier nicht fortsetzen und musste aufhören. „Für einen Sportler ist es immer bitter, wenn man aus einem Turnier ausscheidet, weil man nicht antreten kann. Es handelt sich um eine Vorsichtsmaßnahme, daher muss ich leider aufhören. Ich werde jetzt zurück nach Berlin fliegen und alles abklären lassen“, so der Blockspieler.

Für Markus Böckermann und Yannick Harms war die EM nach einem 0:2 gegen Belgien auch sportlich beendet. „Wir hätten als Team über uns hinauswachsen müssen, um gegen die Belgier zu bestehen. Ich freue mich jetzt auf das World Tour Final in Hamburg. Mit Lorenz habe ich noch nie gespielt, aber wir kennen uns sehr gut vom gemeinsamen Training am Stützpunkt“, so Böckermann, der in der kommenden Woche mit Lorenz Schümann das World Tour Finale bestreiten wird.

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