Trennung von Walkenhorst und Windscheif schlägt Wellen

Nationalteams

Eigentlich hatten sie gute Chancen auf die Olympiaqualifikation. Eigentlich passten sie von den Fähigkeiten gut zusammen. Der gemeinsame Weg von Walkenhorst/Windscheif scheiterte aber an unterschiedlichen Vorstellungen und riss das Duo Fuchs/Kaczmarek mit.

Wechselspiele

Alexander Walkenhorst musste sich erst einmal hinsetzen. In drei Sätzen hatte er mit seinem Partner Stefan Windscheif im Achtelfinale der Europameisterschaft gegen die späteren Titelträger Aleksandrs Samoilovs/Janis Smedins aus Lettland verloren. Es war das beste Spiel des DVV-Duos bei der EM, allerdings strahlten die beiden Nationalspieler schon während der gesamten Woche  nicht die Spielfreude aus, die man noch vor einem Jahr bei ihnen beobachten konnte. Das Spiel wirkte verkrampft, die Kommunikation verhärtet, beide erschöpft. Auf die Frage, was bei der EM hätte passieren müssen, damit er wieder selbstbewusst vorangeht, sagte Walkenhorst: „Man hätte mir hier auch die Goldmedaille umhängen können, das hätte nichts verändert.“ Gekrümmt saß er auf der hölzernen Spielfeldbegrenzung und blickte betrübt in die Sandkiste, die ihm als Profi-Beach-Volleyballer eigentlich alles bedeuten sollte.

Dass etwas nicht stimmte in der Konstellation Walkenhorst/Windscheif und Trainer Andreas Künkler war deutlich zu spüren. Die Fäuste der beiden Rheinländer schlugen nur noch selten zum Punktgewinn aneinander, in den vergangenen Wochen hatten sie auch keine guten Ergebnisse auf der World Tour mehr erreichen können. „In Polen hätten wir vermutlich sogar in die Quali gemusst“, sagt Windscheif. Der Grand Slam in Olsztyn startet am 25. August. Dazu kam es aber nicht mehr. Statt weiter zusammen für die Teilnahme an den Olympischen Spielen 2016 in Rio de Janeiro zu kämpfen, entschieden sich Walkenhorst/Windscheif dafür, getrennte Wege zu gehen. „Das war eine Teamentscheidung“, sagt Windscheif.

Anbahnung am Wörthersee

Für Alexander Walkenhorst hingegen kam die Nachricht überraschend. „Das war vielleicht eine Teamentscheidung zwischen Stefan und Andi (Künkler, d. Red.), ich hätte nicht gedacht, dass das, was wir uns in den vergangenen anderthalb Jahren aufgebaut haben, einfach so weggeworfen wird“, sagt er. Ende 2013 tat sich das Duo zusammen, das neben Jonathan Erdmann und Kay Matysik die besten Chancen hatte, die Qualifikation zu schaffen - aktuell stehen sie in der Zulassungsliste für Olympia sogar vor den beiden auf Rang 14. Doch scheinbar waren die Differenzen zu groß, als noch weitere 364 Tage zusammenzuarbeiten. „Wir haben uns jetzt nicht gestritten, aber unsere Vorstellungen passen nicht zusammen“, sagt Windscheif. Schon beim Grand Slam in Long Beach (18. August) will er mit einem neuen Partner antreten.

Bereits am Wörthersee bahnte sich das Wechselspiel möglicherweise schon an. Da saß Andreas Künkler am Sonnabend etwas abseits des Trubels im Strandbad-Kaffee mit Sebastian Fuchs zusammen, der allem Anschein nach mit Windscheif die weitere Saison bestreiten soll. Der ehemalige Trainer von Walkenhorst/Windscheif hatte es ziemlich eilig, ungefragt zu betonen, er habe lediglich wegen seiner Tätigkeit als DVV-Vizepräsident Gesprächsbedarf mit Fuchs, der sich inzwischen von Partner Thomas Kaczmarek gelöst hat. Heute war Künkler für ein Statement gegenüber beach-volleyball.de leider nicht zu erreichen. Verkehrt war seine Aussage ja nicht, schließlich gehört es auch zu seinen Aufgaben, sich um die Zukunft des Berliners zu kümmern – und um seine eigene, denn aller Voraussicht nach wird Künkler das neu formierte Duo ebenfalls betreuen, denn Windscheif betonte:„Ich möchte gern mit Andreas weiterarbeiten.“ Walkenhorst war sich da nicht so sicher: „Mein ursprünglicher Gedanke war, dass wir etwas an den Strukturen ändern, denn vielleicht hätten wir eine härtere Hand gebraucht. Sportlich habe ich nie an den Voraussetzungen von uns beiden gezweifelt, aber ich konnte Stefans Einstellung zum Leistungssport teilweise nicht akzeptieren. An dem Punkt hätte ich mich im Nachhinein aber zurückhalten und auf mich konzentriere sollen. Man kann Menschen eben nicht ändern“, sagt er.

Latentes Ungleichgewicht

Windscheif hingegen sagt: „Ich bin den Schritt zum Leistungssport gegangen und stehe voll dahinter.“ Er scheint eher mit der sportlichen Qualität seines Partners gehadert zu haben. Die Gegner hatten inzwischen herausgefunden, dass der 2,06 Meter große Walkenhorst ab und an Probleme in der Annahme hat und sich dann schwer tut, Lösungen im Angriff zu finden. Bei der EM musste Walkenhorst jedes Side-out spielen. „Das war echt hart“, sagt er, vor allem, weil er nicht mehr die Unterstützung spürte, die er sich von seinem Partner gewünscht hätte. Es war ein latentes Ungleichgewicht entstanden. Als Beobachter sah man, wie das Duo sich immer mehr entzweite, wie Windscheif, der als einer der besten Abwehrspieler der Welt gilt, nach Bällen nicht mehr lief, weil er zum Beispiel der Ansicht war, Walkenhorst hätte nicht ordentlich geblockt.

Die Reaktion seines Partners darauf blieb nicht aus: "Willst du mir sagen, ich habe keine Spannung oder was", raunzte Walkenhorst, als Windscheif eine Abwehraktion abbrach und anschließend seinen Block kritisierte. Walkenhorst kann ein sehr reflektierter und selbstkritischer Athlet sein, sobald er das Feld verlässt. Wenn er sich ungerecht behandelt fühlt, geht er mindestens genauso schnell in die Luft.  „Da sind zwei Hitzköpfe aufeinandergetroffen und die Trainer haben uns da zu sehr im offenen Kampf gelassen“, sagt er. Bei der Weltmeisterschaft wurde das Team noch intensiv psychologisch betreut, bei der EM war allerdings kein Mentaltrainer mehr dabei. Vielleicht war es da einfach schon zu spät.

"Die Probleme der beiden sind durchaus nachvollziehbar. Es sind aber Punkte, die in unserem Sport oder auch in anderen Sportarten eben auftreten", sagt Kay Matysik. In seiner Funktion als Athletenvertreter des Leistungsstabs sprach er mit beiden Spielern. Die Fronten seien aber bereits zu verhärtet gewesen, berichtet er.  Der Verband steht nun von der neuerlichen Frage, die internationalen Turnierteilnahmen zuzuteilen. Die Wechselspiele wirken sich auch die mögliche Olympiaqualifikation der deutschen Athleten aus, denn sowohl Windscheif/Fuchs als auch Markus Böckermann und Lars Flüggen haben derzeit nicht genügend Punkte, um bei einem Grand Slam im Hauptfeld gesetzt zu sein. Sich in der Weltrangliste bis auf Platz 15 zu spielen, wird eine Herausforderung. Alexander Walkenhorst hat  noch keinen neuen Partner in Aussicht. Beim CEV-Turnier in Biel spielt er nur mit Clemens Wickler, da Armin Dollinger derzeit verletzt ist. „Ich bin gerade ein bisschen leer. Mir ist alles genommen, worum ich kämpfen konnte“, sagt er.

 

 

 

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