Und Laura Ludwig schreibt Geschichte (mal wieder)

WM 2019

In Hamburg wird die deutsche Beach-Queen Laura Ludwig zum achten Mal bei einer Weltmeisterschaft spielen – und damit Geschichte schreiben. Welche beeindruckenden Zahlen die anstehende WM außerdem zu bieten hat.

Die WM-Routiniers der Frauen

Laura Ludwig wird am 28. Juni mal wieder Geschichte schreiben. Dabei hat sie historisch betrachtet schon so gut wie alles erreicht: Olympiasiegerin, Welt- und Europameisterin, World-Tour-Siegerin, dazu die nationalen Meistertitel und neunfachen Auszeichnungen als Beach-Volleyballerin des Jahres. An diesem Freitag kommt eine neue Episode dazu.

Mit dem ersten Gruppenspiel ab 18 Uhr gegen die US-Amerikanerinnen Larsen/Stockman startet Laura Ludwig in ihre achte WM-Teilnahme. Genau so viele hat die Niederländerin Rebekka Kadjik, deren Karriere bereits beendet ist. Auch nicht die Grand Dame der Beach-Szene, Kerri Walsh Jennings, hat schon so oft bei einer WM mitgespielt. Die 40-Jährige Walsh Jennings – Ludwig ist 33 – bestritt zwar schon 2001 in Klagenfurt ihre erste WM, kommt aber mit Hamburg erst auf sieben WM-Turniere, da sie 2013 und 2017 pausiert hatte.

2005 begann die WM-Laufbahn Ludwigs in ihrer Geburtsstadt Berlin. Mit Sara Goller (heute Niedrig) landete sie auf Rang 17. Goller/Ludwig kommen auf insgesamt vier WM-Teilnahmen; drei schaffte Ludwig an der Seite von Kira Walkenhorst.

Die meisten WM-Teilnahmen bei den Frauen (Stand vor der WM in Hamburg)

Name (Nation)Teilnahmen
Rebekka Kadijk (NED) 8
Laura Ludwig (GER) u.a.7
Kerri Walsh Jennings (USA),    6

April Ross (USA) u.a.

Die WM-Routiniers der Männer

Zu den Routiniers in der Geschichte der Männer-Weltmeisterschaften zählt der Österreicher Clemens Doppler. In Hamburg bestreitet er mit Partner Alexander Horst seine zehnte WM und zieht gleich mit der brasilianischen Legende Emanuel Rego. Der 39-Jährige Doppler krönte vor zwei Jahren vor heimischer Kulisse in Wien seine Bilanz mit dem Gewinn der Silbermedaille.

Doppler zählt auch zu den ältesten Spielern in Hamburg. Älter sind nur die Amerikaner Jake Gibb (43, sieben WM-Teilnahmen), Nick Lucena und Phil Dalhausser, beide 39, sowie der Marrokaner Mohamed Abicha (39). Für Doppler ist der Auftritt am Rothenbaum im Übrigen noch lange nicht das letzte Kapitel: „Ich mache so lange, wie es geht”, sagt er. Nächstes Ziel sind die Olympischen Spiele 2020 in Tokio. Es wären seine vierten Sommerspiele.

Auf ein halbes Dutzend WM-Erlebnisse kommen von den aktuellen Teilnehmern Pedro Solberg (BRA), die Letten Martin Plavins und Aleksandr Samoilovs und Phil Dalhausser.
Auch Dalhausser, ob seiner Schlaksigkeit genannt „Thin Beast” (das dünne Biest), würde in der japanischen Hauptstadt zum vierten Mal auf der olympischen Bühne stehen. Auch bei Weltmeisterschaften hat er reichlich Erfolgserfahrungen, gewann mit Todd Rogers als Partner 2007 Gold in Gstaad (Schweiz) und Bronze 2009 im norwegischen Stavanger.

Dalhausser hat im Übrigen eine sehr spannende Vergangenheit: 1980 als Sohn der deutschsprachigen Schweizerin Marianne und des Deutschen Peter Dalhausser im österreichischen Baden wurde er geboren, in der Schweiz wuchs er auf.

Die meisten WM-Teilnahmen bei den Männern (Stand vor der WM in Hamburg)

Name (Nation)WM-Teilnahmen
Emanuel Rego (BRA)10
Ricardo Santos (BRA),       9

Clemens Doppler (AUT) 
Todd Rogers (USA), 8

Pablo Herrera (ESP)

Erfolgreichste deutsche Spielerin

Laura Ludwig ist mit Kira Walkenhorst, mit der sie vor zwei Jahren die Titelkämpfe in Wien gewann (als erstes europäisches Frauenteam überhaupt), die erfolgreichste deutsche WM-Spielerin. Gefolgt von Julia Sude mit bislang vier und Karla Borger mit drei WM-Turnieren. Borger gehört neben Ludwig und Walkenhorst zu den einzigen Medaillengewinnerinnen unter den Deutschen: 2013 verlor sie mit Britta Büthe im polnischen Stare Jablonki ein hochdramatisches Finale mit 1:2 (21:18, 17:21, 19:21) gegen die Chinesinnen Xue/Zhang-Xi und wurde mit der Silbermedaille dekoriert.

Julia Sude kann dafür auf eine andere tolle Ausbeute verweisen. Seit 17 Jahren ist sie in der internationalen Szene unterwegs, genau so lange wie die Niederländerin Marleen Van Iersel. Nur eine ist ein noch „älteres Eisen”: Kerri Walsh Jennings bestreitet derzeit ihre 19. Beach-Saison.

Deutsche WM-Medaillengewinnerinnen:

Platzierung   TeamJahr
GoldLaura Ludwig/Kira Walkenhorst   2017
SilberKarla Borger/Britta Büthe2013
4. PlatzKatrin Holtwick/Ilka Semmler2015

Erfolgreichste deutsche Spieler

Bei den Männern sind Julius Brink und Jonas Reckermann die klare Nummer eins unter den Deutschen. Weltmeister 2009 im norwegischen Stavanger, WM-Dritter zwei Jahre später im Foro Olympico in Rom (Italien). Zudem gewann Julius Brink vor 14 Jahren auf dem Schlossplatz in Berlin WM-Bronze mit seinem Partner Kjell Schneider.

Ebenfalls Bronze holten sich 2013 in Stare Jablonki Kay Matysik und Jonathan Erdmann. In Hamburg sind sie wieder dabei: Erdmann spielt als Walkenhorst-Ersatz mit Sven Winter, Matysik ist als Trainer von Sandra Ittlinger und Chantal Laboureur im Einsatz.

Deutsche WM-Medaillengewinner:

Platzierung   TeamJahr
GoldJulius Brink/Jonas Reckermann2009
Bronze


Kay Matysik/Jonathan Erdmann   2013
Julius Brink/Jonas Reckermann2011
Julius Brink/Kjell Schneider2005
4. Platz

David Klemperer/Eric Koreng2009
Marvin Polte/Thorsten Schoen2005

Erfolgreichste Nationen

Bei den ersten Weltmeisterschaften stellten immer Brasilien und die USA die Titelträger. Es dauerte bis 2009, als mit Brink/Reckermann erstmals ein Duo, das nicht aus diesen Nationen kam, die WM-Krone einfuhr. Bei den Frauen hielt die Erfolgsserie der Top-Nationen bis 2013. Dann gewannen zwei Chinesinnen in Stare Jablonki und schließlich Ludwig/Walkenhorst vor zwei Jahren in Wien.

→ Übersicht: Die erfolgreichsten Nationen bei Beach-Volleyball-Weltmeisterschaften seit 1997

→ Übersicht: Alle Medaillengewinnerinnen und -gewinner in der Übersicht (WM-Historie)

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