Unsanft ausgebremst: Benedikt Sagstetters guter Lauf jäh gestoppt

Techniker Beach Tour

Mit Silber bei der U 20-EM hat Benedikt Sagstetter für viel Wirbel gesorgt. Auf Fehmarn wurde der gute Lauf mit Moritz Klein früher beendet als erhofft.

Irgendwann musste das Stoppschild mal auftauchen. Nach zuletzt sehr erfolgreichen Wochen wurde Benedikt Sagstetter am Fehmarner Südstrand ausgebremst. Mit seinem Partner Moritz Klein war er nach den Pool Matches aus dem Turnier geflogen. Nach Platz fünf vor einer Woche in St. Peter-Ording, ihrem Premieren-Turnier der Techniker Beach Tour, ein erster Rückschlag, wo sie doch eigentlich weiter Punkte sammeln wollten, um sich einen Platz bei den Deutschen Meisterschaften zu sichern.

Vielleicht war es aber auch einfach mal ein bisschen zu viel. Benedikt Sagstetter ist nämlich seit August vergangenen Jahres on tour. Erst in der Halle für den ASV Dachau, dann begann er mit seinem Bruder Jonas sich bei den Beachern zu tummeln. Vorläufiger Höhepunkt: Mit Rudy Schneider holte er Silber bei der U20-Europameisterschaft im schwedischen Göteborg. Als 18-Jähriger.

Jetzt auch internatonal ein beschriebenes Blatt

International ein riesiger Erfolg eines bis dato dort Unbekannten, dabei ist der Name Sagstetter national längst ein Begriff. Im Volleyball-Magazin wird jährlich eine Galerie der Sieger bei den Deutschen Jugend-Meisterschaften veröffentlicht und da tauchen die Sagstetters in allen Altersklassen in schöner Regelmäßigkeit auf, mal als ein Team, mal mit anderen Partnern in unterschiedlichen Altersklassen, auch die Schwester Lina ist dort schon als Meisterin aufgelistet.

Bei den Eltern kein Wunder. Vater Reiner und Mutter Ursula haben viele Jahre selbst gespielt und engagieren sich mit viel Herz für Beach-Volleyball. Beim SC 53 Landshut haben sie Anfang der 90er Jahre eine der ersten Beach-Volleyball-Anlagen Bayerns ins Leben gerufen. Der Papa hat lange Jahre in Eltmann gespielt, hat die Kinder trainiert und zusammen sind die Eltern mit ihrem Campingbulli an diesem Wochenende in Fehmarn unterwegs, um Benedikt zu unterstützen. Wie man das als Eltern eben so macht. Sohn Jonas hat sich für den Rest des Sommers aus dem Sand verabschiedet, um sich in der Halle auf den Job als Außenangreifer beim Erstliga-Aufsteiger Eltmann fit zu machen. Benedikt hat auch einen neuen Arbeitgeber in der Hallen-Bundesliga.

Künftig ist er zweiter Zuspieler hinter Johannes Tille bei den WWK Volleys Herrsching. Deren Trainer ist Max Hauser und er kennt die Sagstetters gut. Und die Beach-Szene. Neulich leitete er mal wieder ein Camp in Berlin, an dem auch Benedikt teilnahm und auch Kay Matysik, Nachwuchs-Bundestrainer im Sand. Wenige Tage später erhielt Sagstetter von Matysik die Einladung, Deutschland in Schweden bei der EM vertreten zu können. Endlich hatte Benedikt Sagstetter mal Glück. Geboren ist er am 30. Dezember 2000, was sportlich gesehen ein sehr ungünstiges Datum ist: „Ich war im Doppeljahrgang 99/00 immer der Jüngste”, sagt er, und so wurde kaum Notiz von ihm genommen. Für Göteborg fehlten jedoch einige Kandidaten, die auserkoren waren, was Sagstetters große Chance war. Und die packte er beim Schopfe: EM-Silber hatte ihm und Schneider niemand zugetraut.

Das macht Mut für die kommenden Wochen. Jonas hatte Moritz Klein als Ersatzmann empfohlen, „Bene und Moritz” nutzten diese Chance und wurden Fünfte in St. Peter-Ording. Hinter dem Stoppschild auf Fehmarn geht trotzdem der gemeinsame Weg weiter. Noch vor Ort begannen die Planungen für die nächsten Stationen. Die Eltern – als Lehrer in Landshut gerade im Ferienmodus – ziehen in jedem Fall mit weiter nach Zinnowitz, Bene wird vielleicht auch im Bulli leben oder zu Klein nach Köln fahren, um gemeinsam trainieren zu können. Für Zinnowitz haben Klein/Sagstetter von Matysik eine Wild Card bekommen, auch wenn die punktetechnisch vielleicht nicht mehr nötig wäre. „Seit dem Wegfall der Qualifikationsrunden ist es für junge Team schwer geworden, einen Platz bei der Tour zu bekommen”, sagt der Papa. Die Familie unterstützt das Unterfangen, wo es nur geht, auch wenn es kostspielig und zeitintensiv ist. „Man muss mit Kosten zwischen 7000 und 10.000 Euro im Sommer rechnen”, sagt Reiner Sagstetter. „Es lohnt sich auch nicht”, sagt der Filius, „zwischendurch nach Landshut zu fahren.” Zu weit, also bleiben sie lieber alle im hohen Norden.

Der Traum von der DM-Teilnahme lebt

Ziel bleibt die DM-Teilnahme in Timmendorfer Strand, dem letzten Höhepunkt, bevor auch Benedikt Sagstetter in die Halle muss. Sein Vertrag in Herrsching lässt ihm Spielraum, auch im Sand trainieren zu dürfen. „Ich will erst mal erfahren, ob ich die höhere Trainingsbelastung gestemmt bekomme.” Statt fünf Mal acht oder mehr Einheiten sind dann angesagt. In der Halle ist die Rolle als Zuspieler bestimmt, wenngleich er in der letzten Saison auch schon mal als Diagonalangreifer eingesetzt wurde. Das unterstreicht seine Vielseitigkeit. Eines Tages wird er sich entscheiden müssen zwischen Halle und Beach. „Ich werde auch schon von allen Seiten gedrängt”, sagt er. Aber noch ist nichts entschieden. Vieles wird davon abhängen, wie der Weg im Sand in diesen Wochen noch verläuft.

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