Vom Winde verweht

Snow-Volleyball DM 2019

Die zweite Deutsche Snow-Volleyball-Meisterschaft steht unter dem Eindruck eines neuen Systems – und des Wetters. Sie zeigt auch: Will sich die Sportart langfristig durchsetzen, bleibt noch viel zu tun.

Drei statt zwei

Auf den ersten Blick ist es noch immer ungewohnt, wenn Volleyball auf Schnee statt auf Sand oder Hallenboden gespielt wird. Konnte man sich aber schon im vergangenen Jahr langsam daran gewöhnen, wurde das Bild jetzt noch einmal verändert: Statt zwei Feldspielern stehen bei der zweiten Deutschen Snow-Volleyball-Meisterschaft in Willingen nun drei auf dem Platz, dazu kommt ein Auswechselspieler. Mit dem neuen System hat sich der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) den internationalen Standards angepasst, die dem Snow-Volleyball ein Alleinstellungsmerkmal geben sollen.

Naturgemäß macht es aber auch mehr Spieler notwendig. Für Beach-Volleyball-Teams, die einen Ausflug in den Schnee machen wollen, ein Problem. Die ersten Deutschen Snow-Volleyball-Meister der Geschichte, Paul Becker und Jonas Schröder, haben versucht, eine Lösung zu finden, mit der sie trotzdem ihre Erfahrung aus dem Beach-Volleyball miteinbringen können: „Wir spielen Annahme-Zuspiel normal mit zwei Spielern, dazu mit einem Diagonalspieler, der sich hinter den beiden Annahmespielern versteckt“, erklärt Becker, „das halten wir für deutlich intelligenter. 

Die Titelverteidiger triumphieren erneut

Mit Erfolg: Im Team mit den Brüdern Georg und Peter Wolf verteidigten sie ihren Titel, im Finale schlugen sie Delinsky/Korbach/Krippes/Wagler mit 2:1 (15:11, 9:15, 15:8). Bei den Damen konnte eine Spielerin ebenfalls zum zweiten Mal siegen: Lena Overländer feierte mit ihrer Schwester Sarah Overländer, Annika Stenchly und Charlotta Werscheck einen souveränen 2:0-Erfolg (15:9, 15:7) im Endspiel gegen Hogenmüller/Lemberger/Schulz-Müller/Straub.

Der sportliche Wert des Turniers ist aber noch gering: Das neue Spielsystem führte auch dazu, dass es trotz mehr Anmeldungen von Spielern insgesamt nur fünf weibliche Teams antraten – die siegreichen Damen konnten sich dadurch in drei Partien zum Titel spielen. Auch wenn bei den Herren acht Teams antraten, muss der Sportdirektor im Bereich Beach- und Snow-Volleyball des Deutschen Volleyball-Verbandes (DVV), Niclas Hildebrand, zugeben: „In der Spitze ist die Qualität wie auch schon im vergangenen Jahr gut, danach bricht es aber auch schnell ab.“ Ohne die Qualifikation für eine Europa- oder Weltmeisterschaft im Anschluss fehle es an sportlichem Anreiz, Preisgelder gab es auch nicht. 

Die Party fiel ins Wasser

Dazu kommt, dass Snow-Volleyball vielleicht noch mehr vom Wetter und von der Umgebung abhängig ist als Beach-Volleyball. Die Sportart lebt bisher von spektakulären Bildern in den Bergen und der Atmosphäre von Sport und Party. Gut zu sehen war das vor allem bei der Europameisterschaft 2018 im österreichischen Wagrain. Was die äußeren Umstände anging, hatte die Veranstaltung in Willingen wohl einfach Pech: Laut Hildebrand lag zum ersten Mal seit rund 20 Jahren zu diesem Zeitpunkt kein Schnee mehr, dazu kam starker Wind und teilweise Regen.

Das führte dazu, dass die Spieler letztlich auf recht matschigem Schnee vor einer grünen Kulisse spielten. Am Sonntag wurde schließlich noch eine Unwetterwarnung herausgegeben. Da ist es kein Wunder, dass die Zuschauerresonanz gerade am Finaltag fast bei null lag. Sportlich wurde es auch nicht einfacher, die Sätze im Halbfinale wurden wegen der Warnung für den Nachmittag auf elf Punkte verkürzt, die Spiele um den dritten Platz komplett gestrichen.

Ohne Olympia keine Weiterentwicklung?

Dennoch will man beim DVV auch in Zukunft weiterhin auf Snow-Volleyball setzen. Der Verband plant, noch zwei bis drei Turniere zusätzlich zur Meisterschaft auf die Beine zu stellen – diesen Plan gab es auch schon im vergangenen Jahr, umsetzbar war er ebenso wie die Einführung von Preisgeld bisher noch nicht. Letztlich hängt die Sportart davon ab, ob sie tatsächlich olympisch wird. „Sobald das der Fall sein sollte, würden wir andere Fördergelder erhalten. Es würde erwartet werden, dass wir gewisse Strukturen hinsichtlich Trainingsmöglichkeiten, Talentsichtung und Trainer aufbauen“, sagt Hildebrand. Bis dahin ist aber noch viel zu tun.

Das Wetter ist ein Faktor, den man nicht beeinflussen kann. Will der Snow-Volleyball sich nachhaltig durchsetzen, braucht es aber auch regelmäßig nationale wie auch internationale Turniere, mehr (oder überhaupt) Trainingsmöglichkeiten, mehr finanzielle Anreize, um auch andere Sportler für diese Sportart begeistern zu können. Und nur wenn die Qualität der Wettbewerbe steigt, wird sie auch für mehr Sponsoren interessant. Die Weiterentwicklung von Snow-Volleyball steht damit im direkten Zusammenhang zur Aufnahme in die olympischen Sportarten. Ohne die Teilnahme wird es wohl schwer, Investoren dafür zu finden, sagt auch Niclas Hildebrand: "Wir werden Snow-Volleyball weiter verfolgen, weil sie international so gefördert wird. Aber wir brauchen wohl einen langen Atem."

 

 

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