Von Berlin nach Buenos Aires

Beach International

Über Umwege haben sich Lukas Pfretzschner und Filip John für die dritte Ausgabe der Olympischen Jugendspiele in Argentinien qualifiziert. Pfretzschner träumt nun von einer Medaille – bevor er im Anschluss wieder zurück in die Halle geht. Zumindest vorerst.

Olympisches Feeling

Lukas Pfretzschner ist 18 Jahre alt. Er gilt als eines der größten Talente im deutschen Volleyball, hat bereits an der Deutschen Meisterschaft teilgenommen, wurde 2016 U18-Europameister und im Juli U19-Vize-Weltmeister. Ab Oktober wird er mit dem Nachwuchsteam des VC Olympia Berlin in der Volleyball-Bundesliga spielen. Vorher wartet aber noch ein weiteres Highlight seiner jungen Karriere auf ihn: Gemeinsam mit Filip John (16) wird Pfretzschner bei den „Youth Olympic Games“, den Olympischen Jugendspielen, im argentinischen Buenos Aires starten.

„Ich bin sehr aufgeregt, aber im positiven Sinne“, erzählt Neu-Berliner Pfretzschner, „die Vorfreude ist sehr groß, gerade jetzt, wo wir erfahren, was alles so auf uns zukommt.“ So wird sich das Duo nicht nur mit den besten 23 Duos seiner Altersgruppe messen, sondern beispielsweise auch mit den über 3.500 anderen jungen Athleten und Athletinnen in einem Olympischen Dorf wohnen. Nicht nur in diesem Punkt sind die Jugendspiele den Olympischen Spielen sehr ähnlich. 

Eine kleinere Version

2010 eingeführt, werden sie seitdem alle vier Jahre ausgetragen und ebenfalls in Sommer- und Winterspiele aufgeteilt. Insgesamt 28 Sportarten suchen ihre Sieger und Siegerinnen, die Zahl an Disziplinen und Wettbewerben ist gegenüber den Olympischen Spielen allerdings eingeschränkt. So gab es 2010 zum Beispiel noch ein Volleyball-Turnier, 2014 wurde es durch Beach-Volleyball ersetzt. Teilnahmeberechtigt sind Sportler und Sportlerinnen im Alter zwischen 15 und 18 Jahren. 

Weil die Konkurrenz zwischen den einzelnen Ländern in den Hintergrund rücken soll, wird auf Nationalflaggen und -hymnen verzichtet. Zudem wird ein umfassendes Kultur- und Bildungsprogramm angeboten. „Der Mehrwert ist in jedem Fall da, egal wie es sportlich läuft. Das sind Erfahrungen, die fürs Leben prägen“, hebt Pfretzschner deswegen hervor. 

Der Modus des Beach-Volleyball-Turniers ist ein bekannter: In der Gruppenphase spielen jeweils vier Teams gegeneinander, anschließend geht es im einfachen K.o.-System weiter. Die Gruppenersten qualifizieren sich direkt für das Achtelfinale, die Zweiten und Dritten müssen den Umweg über die Zwischenrunde gehen. Gespielt wird aber zwischen dem 6. und 18. Oktober – für Pfretzschner und John eine Umstellung: „Weil das Turnier über einen viel längeren Zeitraum geht, als wir es gewohnt sind, hat man öfter frei. Es wird eine Herausforderung, die Spannung immer wieder neu aufzubauen“, erklärt Pfretzschner.

Hohes Potenzial

Qualifiziert haben sich Pfretzschner und John letztlich über ihre starke Platzierung bei den U19-Weltmeisterschaften. Dank der Silbermedaille ist das Duo in der Nachrückerliste weit nach oben gerutscht und hatte nun Glück. Bei einem Qualifikationsturnier im Juni hatten sie die direkte Qualifikation für die Jugendspiele noch verpasst. 

Trotzdem reist das Duo mit großen Ambitionen nach Argentinien: „Der Traum, eine Medaille zu holen, ist schon da“, sagt Pfretzschner. Als größte Stärke des Duos bezeichnet Pfretzschner die Fähigkeit, in den entscheidenden Momenten präsent zu sein und zusammenzuhalten. „Wir haben ein hohes Potenzial, das wir noch nicht ausgeschöpft haben. Sportlich ist die Chance da, etwas Großes zu schaffen“, glaubt er.

Die Entscheidung muss kommen

Seit dem 1. September bereitet sich das Duo gezielt auf die Jugendspiele vor. Im Prinzip sei aber schon die ganze Beach-Saison auf dieses Event angepasst gewesen, erzählt Pfretzschner. Beide Spieler sind für den VC Olympia Berlin in der Halle aktiv, beide stellten die Vorbereitung dafür hinten an. Nach einer Pause nach den Jugendspielen sollen sie wieder für ihre Mannschaften ans Netz gehen. 

Pfretzschner, den DVV-Sportdirektor Niclas Hildebrand zu den Spielern zählt, die „abgehen wie eine Rakete, wenn sie es schaffen, körperlich fit zu bleiben“, wird ab Ende Februar die Hallen-Saison aber beenden und stattdessen eine komplette Vorbereitung für die Spielzeit im Sand angehen. „Es ist wichtig, sich irgendwann zu entscheiden“, sagt er.

Bis 2020 wird der 1,90 Meter große Abwehrspieler noch am Schul- und Leistungssportzentrum in Berlin bleiben und sein Abitur machen. Wie es danach weitergeht, lässt Pfretzschner noch offen. Die Gespräche über einen Wechsel an den Olympiastützpunkt nach Hamburg seien in jedem Fall da. Momentan muss er sich aber ohnehin auf etwas Anderes konzentrieren. Schließlich geht es nun von Berlin nach Buenos Aires.

Alle Infos zu den Olympischen Jugendspielen 2018

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