Vorbereitet in die nächsten Jahre

Beach national

Im deutschen Damen-Beach-Volleyball steht nach den Olympischen Spielen 2020 möglicherweise ein Umbruch bevor. Um nicht einen ähnlichen Einbruch wie bei den deutschen Herren erleben zu müssen, stellt der Verband daher aktuell die Weichen für die Zeit danach.

Die Namensliste ist lang

Niclas Hildebrand, Sportdirektor des Deutschen Volleyball-Verbandes, kommt um eine Feststellung nicht herum: „Ja, es wird eine Delle geben.“ Er spricht von der Zeit nach den Olympischen Spielen in Tokio 2020, von der Zeit, wenn sechs der acht aktuellen Nationalspielerinnen die 30-Jahre-Marke überschritten haben werden.

Die Wahrscheinlichkeit, dass nach diesem olympischen Zyklus der Großteil ihre Karriere beenden oder zumindest keinen kompletten neuen Zyklus mehr absolvieren wird, ist laut Hildebrand groß. Zumal Kira Walkenhorst gerade Mama geworden ist und auch ihre Partnerin Laura Ludwig in diesem Sommer ihren Sohn zur Welt brachte. Damit die „Delle“ weniger einschneidend als bei den deutschen Herren ist, bringt sich der Deutsche Volleyball-Verband (DVV) bereits jetzt in Stellung.

Dafür berieten sich „Morph“ Bowes, Chef-Bundestrainer der Damen, Jörg Ahmann, leitender Bundestrainer im Nachwuchs-Bereich sowie Hildebrand und untersuchten das Potential der nachkommenden Generation – unabhängig davon, in welcher Konstellation die Spielerinnen aktuell auftreten. Für den olympischen Zyklus bis 2024 ganz oben auf der Liste: Kim Behrens, Sandra Ittlinger, Leonie Körtzinger, Sarah Schneider und Leonie Welsch. 

Körtzinger und Schneider bilden ab sofort ein neues Team, für die Perspektive „Medaille bei Olympia 2024“ wechselt Schneider auf die Abwehrposition. In einer Trainingsgruppe mit Laura Ludwig/Kira Walkenhorst und Victoria Bieneck/Isabel Schneider sollen sie die Möglichkeit bekommen, von erfahrenen (Abwehr-)Spielerinnen zu lernen. Welsch trainiert in der Bundesstützpunktgruppe gemeinsam mit Anika Krebs, Hannah Ziemer und Lena Ottens.

Wie weit kann es für Behrens und Ittlinger gehen?

Auch bei Kim Behrens und Sandra Ittlinger glauben die Verantwortlichen an großes Potential. Die erste gemeinsame Saison der Berlinerinnen, die von Kay Matysik trainiert werden, verlief überraschend erfolgreich. Zweimal Platz neun bei 5-Sterne-Turnieren, die Teilnahme an der Europameisterschaft und zu guter Letzt der Silbermedaille bei den Deutschen Meisterschaften: „Ihre Entwicklung ist in der Tat bemerkenswert“, stellt Hildebrand fest. Allerdings: „Wir glauben aber nicht, dass die Entwicklung noch so weit gehen kann, dass sie Deutschlands bestes oder zweitbestes Team werden können.“ Um sich für Olympia zu qualifizieren, ist das aber die Grundvoraussetzung.

Ohnehin hätten die Bundestrainer eine andere Kombination lieber gesehen, dazu wurde Ittlinger der Wechsel in die Abwehrposition geraten. Das Duo ist aber davon überzeugt, es gemeinsam zu den Olympischen Spielen in Tokio zu schaffen. Die Verantwortlichen beim DVV sind anderer Meinung und glauben: „Im Endeffekt verlieren sie im Hinblick auf Olympia 2024 ein bis eineinhalb Jahre Aufbautraining.“

Die derzeitige Qualität ist hoch und breit

Die Fallhöhe ist groß, falls es tatsächlich den von Hildebrand vermuteten Umbruch geben wird: Auch in Abwesenheit von Ludwig/Walkenhorst befinden sich derzeit gleich vier Damen-Duos aus Deutschland unter den Top-20 der Weltrangliste. „Wir werden unsere Ansprüche herunterschrauben müssen“, ist sich Hildebrand bewusst, „wir gehen aber davon aus, dass wir die Genannten zu Top-World-Tour-Spielerinnen entwickeln können.“ 

Top-World-Tour-Spielerinnen, das ist für Hildebrand ein Platz unter den ersten 15 Teams der Welt. Ob es für Medaillen bei Weltmeisterschaften oder Olympischen Spielen reicht, ist eine andere Frage. „Eine der weltbesten Abwehrspielerinnen wie Laura Ludwig ist aber auch nicht ebenso zu ersetzen. Das darf man nie vergessen“, sagt Hildebrand.

Bei den Herren wird die Delle kleiner

Der deutschen Herren-Beach-Volleyball befindet sich unterdessen bereits im Wiederaufbau. Die aktuellen Nationalspieler sind fast durchgehend erst Anfang 20 – und trotzdem haben Spieler wie Julius Thole (21 Jahre) und Clemens Wickler (23) in dieser Saison schon bewiesen, dass sie in der Weltspitze mithalten können. Auch vom neuformierten Duo Ehlers/Flüggen (24/28) verspricht Hildebrand sich viel: Die direkte Qualifikation für Tokio liege zumindest im Bereich des Möglichen. 

Hinter diesen Spielern positionieren sich bereits die Verfolger. Dazu zählt Yannick Harms (24) genauso wie Sven Winter (20). Die entsprechenden Anlagen sieht der DVV auch bei Milan Sievers (20), Robin Sowa (20) und Lukas Pfretzschner (18). „Ich blicke zuversichtlich in die Zukunft. Weil wir uns darum kümmern,“ bekräftigt Hildebrand deswegen. Er weiß aber auch: „Daran werde auch ich mich messen lassen müssen.“

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