"Was für ein geiles Finale"

Techniker Beach Tour Leipzig

Ein hochklassiges Damenfinale bringt Anna Behlen und Sarah Schneider erstmals ganz oben aufs Treppchen der Techniker Beach Tour. Bei den Herren: Keine Abwechslung – Paul Becker und Jonas Schröder zum dritten Mal in Folge oben auf.

An der Spitze angekommen

Dass Anna Behlen und Sarah Schneider viel drauf haben, weiß man nicht erst seit diesem Wochenende. Auf der World Tour haben sie in diesem Jahr schon zwei Medaillen gesammelt – Schneider sogar schon drei, durch das Turnier in der vergangenen Woche in Haiyang mit Tillmann – und beim Vier-Sterne-Turnier in Espinho eine Top 10 Platzierung erreicht. Für das Finale, oder gar einen Sieg bei der Techniker Beach Tour hat es bisher allerdings noch nicht gereicht. Das hat sich jetzt geändert. Im Halbfinale bezwangen sie Olympiasiegerin Kira Walkenhorst und Elena Kiesling mit 2:0 (22:20, 21:18). Walkenhorst lobte die beiden: "Anna und Sarah haben schon ein sehr feines Händchen und in den entscheidenden Situationen die Ruhe behalten. Das haben sie stark gemacht."

Im Finale trafen Behlen/Schneider auf das topgesetzte Team des Frauenturniers, Kim Behrens/Sandra Ittlinger. Sie setzten sich die Krone durch einen 2:1-Sieg (21:16, 26:28, 15:5) auf. Sehr viele schöne, lange und hochklassige Ballwechsel dominierten vor allem im zweiten Satz das Spielgeschehen. "In dieser Phase des Spiels dachte ich eigentlich nur selbst, dass ich das mir unbedingt nochmal anschauen will. Was für ein geiles Finale. Ich wollte das Ding einfach nur gewinnen, am besten natürlich noch im zweiten Satz, weil, wenn man so einen Satz verliert, dann kann das auch schnell wieder kippen", lässt Sarah Schneider die Endphase des zweiten Satzes noch einmal Revue passieren. 

In der Zeit zwischen dem zweiten und dritten Satz habe Schneider dann gedacht sie müsse Behlen helfen, weil sie das Gefühl hatte, dass Behlen nicht mehr so konsequent in ihren Angriffen war. "Sie meinte aber nur, dass ich doch mal bitte die Klappe halten soll", sagt Schneider lachend. Beide Spielerinnen redeten dann erst einmal nicht mehr und konzentrierten sich auf sich selbst. Das schien der richtige Weg gewesen zu sein, denn im Tiebreak funktionierte alles bei der 25-jährigen Behlen und der 22-jährigen Schneider. "Ich glaube in diesem Spiel haben wir unser besten Beach-Volleyball gespielt", freut sich Schneider.

Becker/Schröder sichern sich vierte Goldmedaille

Paul Becker und Jonas Schröder hatten ein paar Probleme mehr als erwartet in Leipzig. Dennoch haben sie sich zum vierten ganz oben auf das Podium stellen können. Im Finale gewannen sie nach drei Sätzen (13:21, 21:17, 15:10) gegen Bennett und David Poniewaz. Becker/Schröder mussten den Umweg über die Zwischenrunde gehen, da sie ihr letztes Gruppenspiel gegen die Wolf-Brüder verloren hatten. Einziger Vorteil laut Becker: "Keiner von uns beiden wurde von den Gegnern das ganze Turnier über im Side-Out gesucht. Dadurch waren wir beide gleich gefordert und nicht einer von uns am Ende K.o." Im zweiten Satz des Halbfinales, als sie Marcus Popp und Eric Stadie bezwangen, hatte Schröder ein paar Probleme im Side-Out. Im ersten Satz des Finales war es Becker, der vorwiegend in Bedrängnis geraten ist. Dass Becker und Schröder die Kurve gekratzt haben lag auch daran, dass sie ihre Spielweise umgestellt haben. Becker analysiert: "Wir mussten unser Zuspiel näher ans Netz bringen und aggressiver annehmen. Im ersten Satz haben uns die guten Aufschläge von den Poniewaz-Zwillingen ordentlich zu schaffen gemacht."

"Ich glaube unser Schlüssel zum Erfolg ist einerseits, dass wir Beach-Volleyball als das sehen was es ist: 'nur' ein Sport. Das gibt uns die nötige Lockerheit. Außerdem muss man sagen, dass wir es in dieser, für uns, sehr guten Saison geschafft haben immer 85-95 Prozent unseres Leistungsniveaus konstant abrufen konnten", sagt Becker. Im siebten Turnier der ranghöchsten deutschen Beach-Volleyball-Serie heimsten die Jungs bereits ihre siebte Medaille ein. Diese Konstanz ist einzigartig für die deutsche Tour. 

Blocktiming fehlt noch

Mit ihrer bereits dritten Partnerin auf der diesjährigen Techniker Beach Tour, Elena Kiesling, hat Kira Walkenhorst ihre Medaillensammlung erweitert. Im Spiel um Platz drei konnten ihre Gegnerinnen nur im ersten Satz (24:22) mithalten. Danach zogen Kiesling und Walkenhorst davon und gewannen den zweiten Satz mit 21:9 und damit die Bronzemedaille in Leipzig. "Ich bin sehr zufrieden mit diesem Wochenende. Wir haben über die meisten Sätze sehr gut gespielt, haben es heute morgen im Halbfinale gegen Ende hin immer noch aus der Hand gegeben", sagt Walkenhorst nach dem Spiel um Platz drei. In Leipzig hatte Walkenhorst zum ersten Mal in dieser Saison wieder angefangen zu blocken. Das Timing sei natürlich noch nicht ganz da, es wäre ja auch schlimm, wenn doch, da sie ja sonst gar nicht mehr trainieren müsse. 

Den dritten Platz bei den Herren sicherten sich Yannic Beck und Bene Doranth, die gegen Marcus Popp/Eric Stadie mit 2:0 (21:17, 23:22) die Oberhand behielten. Für Beck/Doranth ist das die beste Platzierung bei der höchsten deutschen Beach-Volleyball-Tour jemals.

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