Wenn Altmeister ums Überleben kämpfen

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Drei DM-Routiniers kämpfen in Kühlungsborn um die Fahrkarte nach Timmendorf. Am Samstag kommt es zum Showdown

Viel spannender hätte niemand das Drehbuch kaum schreiben können. Da gibt es eine Todesgruppe bei den Männern und eine bei den Frauen und endlich einmal rücken die Teams in den Fokus, die sonst nicht für Schlagzeilen sorgen. Und dann mischen auch noch jede Menge Altmeister mit, die früher um Medaillen gekämpft haben, die es heute aber schwer haben, noch an einer Deutschen Meisterschaft teilnehmen zu können.

Bei den Männern sind das: Marcus Popp, elfmaliger DM-Teilnehmer, Vizemeister 2009 mit Björn Andrae; Armin Dollinger, Meister 2015 mit dem heutigen Vize-Weltmeister Clemens Wickler; Markus Böckermann, Meister 2016 mit Lars Flüggen und 2013 mit Mischa Urbatzka. Drei routinierte Haudegen, die in Kühlungsborn zittern müssen. Vor allem nach den ersten Pool Matches. Marcus Popp und Milan Sievers setzten sich gegen Pfretzschner/Sowa mit 2:0 durch. Was nicht so einfach war, wie Popp erfahren musste: „Die Aufschläge der Jungs sind ungemein gut, die flattern sehr extrem, da war es schwer in Satz eins. Da musst Du erst einmal eine ordentliche Annahme hinkriegen.” In Satz eins lagen sie schon 11:17 zurück, die DM-Teilnahme rückte in weite Ferne. Aber sie drehten das Ding und jubelten. „Mental ist der Sieg das A und O gewesen”, so Popp, der sich auf seiner Abschiedstournee befindet, „hier und jetzt einzugehen, wäre das Aus gewesen.” Jetzt können die für den Berliner VV (Popp) und den Kieler TV (Sievers) spielenden 13. der Setzliste im nächsten Spiel am Samstag befreit aufspielen.

Am Jubel ist der Druck zu erkennen

Gegner sind dann Armin Dollinger und Simon Kulzer, die ihr Auftaktmatch gegen Markus Böckermann und Max-Jonas Karpa in einem hochspannenden Duell mit 2:1 gewannen. „In Satz eins haben wir gar nicht gut gespielt, in zwei hat uns eine Aufschlagserie gerettet”, so Armin Dollinger. Den letzten Punkt machte  Dollinger mit einem Block gegen Karpa. „Im Tie-break haben wir es selbst am Ende eng gemacht. Ich denke, an unserem Jubel hat man gesehen, dass der Druck hoch war.”

Dabei liegen Dollinger/Kulzer gar nicht so ungünstig im Rennen, aber: „Wir wussten, dass es ein wichtiges Spiel ist, denn in den letzten Wochen waren wir nicht schlecht, aber die anderen waren besser und sind auch mal auf Medaillenplätzen gelandet.” Wie Böckermann/Karpa vor Wochenfrist in Zinnowitz. Jetzt müssen die Hamburger am Samstag gegen Pfretzschner/Sowa aufpassen, dass sie nicht frühzeitig aus allen Rechenspielen gestrichen werden. 

Marcus Popp hat mit seinen gefühlten hundert Jahren Tour-Erfahrung sowieso eine eigene Meinung zu den Statistik-Konstrukten: „Die Leute fangen fünf Wochen vorher an zu rechnen, das ist komplett sinnlos, weil Du das dann im Kopf hast und automatisch schlechter spielst.” Popps Tipp an alle „Rechenschieber”: „Spiel einfach gut und dann guckst Du nach dem letzten Turnier auf die Tabelle und dann wirst Du schon mitkriegen, ob Du eine Einladung zur DM erhalten wirst oder nicht.” Ach, wenn’s doch so einfach wär…

Showdown auch bei den Frauen

Auch in der Todesgruppe der Frauen läuft es auf ein Showdown am Samstag Vormittag hinaus. Die Kontrahenten heißen Annika Krebs und Leonie Welsch sowie Constanze Bieneck und Antonia Stautz.

Bieneck/Stautz schafften es gegen die Zinnowitz-Siegerinnen Anna Behlen/Anne Krohn immerhin bis in den Tie-break, doch das letzte Quentchen zum Erfolg fehlte. 

Krebs/Welsch hatten ihren Einstieg ins Kühlborner Turnier mit 0:2 (19:21, 13:21) gegen Hoja/Hüttermann verloren. Leonie Welsch sagte: „Bis 19:15 im ersten Durchgang waren wir gut vorn, dann war es eine Mischung aus Nervosität und knappen Bällen. Da kam eins zum anderen und wir haben das Ding noch verloren.” Noch ist der Kuchen nicht gegessen, sagt sie trotzig: „Ich rechne nicht so wild herum, ich will einfach weiter Spaß haben am Spiel. Ich will es in jedem Fall genießen, auch wenn es vielleicht das letzte Spiel der Saison ist.”

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