Wenn Beach-Volleyballer im Schnee antreten

Snow-Volleyball

Schnee statt Sand, Kälte statt Hitze, Pullover statt Tanktop. Möchte man als Beach-Volleyballer Snow-Volleyball spielen, muss man sich anpassen können. Einer der wenigen Spieler der nationalen Beach-Szene, der der Trendsportart in diesem Winter eine Chance gegeben hat, ist Paul Becker. Der 27-Jährige tritt ab morgen bei der Europameisterschaft an.

2017 das erste Mal gespielt, ein Jahr später Deutscher Meister

Spätestens seit bei den Olympischen Spielen in Pyeongchang eine Präsentation vor dem Haus der Österreicher stattfand, ist Snow-Volleyball in aller Munde. Einer, der die neue Sportart schon im letzten Jahr kennengelernt hat, ist Beach-Volleyball-Spieler Paul Becker. Ein Ski-Urlaub bot dem 27-Jährigen die Gelegenheit, für ein Turnier den Untergrund zu wechseln.

Der Partner eines befreundeten Spielers aus Österreich fiel für ein Turnier in Wagrain spontan aus, Becker sprang ein. Und nicht nur das: Im Februar wurde er gemeinsam mit Jonas Schröder erster deutscher Snow-Volleyball-Meister. Dadurch qualifizierte sich das Duo automatisch für die erstmals ausgetragene Europameisterschaft. 


Das Große und Ganze im Blick

„Beach-Volleyball steht weiterhin an erster Stelle. Wir sehen Snow-Volleyball aber als gute Saisonvorbereitung, da es schon nah am Beach-Volleyball ist, weil man sehr genau in allen Aktionen sein muss“, erklärt Becker. Sorgen, dass das beliebte Team die Sportart wechselt, muss man sich also nicht machen. 

Als einer derjenigen, der den Sport nun selber getestet hat, plädiert Becker dafür, dem Hype gegenüber offener zu sein: „Das erinnert mich alles an die Anfänge vom Beachvolleyball. Ähnlich wie früher die Hallenvolleyballer über Beachvolleyball, äußern sich die Beachvolleyballer heute eher skeptisch gegenüber dem Snow-Volleyball.“ Dabei solle man eher an Volleyball im Gesamten, an die Fördertöpfe und Sponsorenmärkte, die sich bei einer Olympia-Teilnahme öffnen könnten, denken.

 

Umstellungen in vielen Bereichen

Zudem glaubt Becker, dass Snow-Volleyball auch eine Nische für kleinere Spieler sein könne – mit 1,86m und 1,88m gehört das Duo Becker/Schröder zu den kleinsten der nationalen Beach-Tour. Mehr Chancen für vermeintliche Außenseiter bietet auch der Modus: „Durch die verkürzten Sätze geht es deutlich schneller in die spannende Phase des Spiels. Man darf sich keine Fehler erlauben, sonst ist man weg vom Fenster“, meint Becker. 

Für Beach-Volleyballer ebenfalls ungewohnt: Die Höhe. In Kranjska Gora spielten Becker/Schröder auf 806 Meter, in Wagrain werden es noch einmal 1.000 Meter mehr sein. Auch für Leistungssportler wie Becker eine Umstellung: „Die Höhe merkt man schon. Als ich letztes Jahr in Wagrain gespielt habe, habe ich schon ordentlich gepustet.“

Nicht nur für die Sportler, die im Winter auch in der Halle aktiv sind, steht die Problematik des Verletzungsrisikos im Raum. Der Untergrund ist hart und rutschig, insbesondere mental ist das eine Umstellung. „Gerade morgens, wenn der Schnee noch hart ist, landet man uneben. Am Anfang hat man schon Bodenkontaktprobleme. Deswegen überlegen wir, ob wir neben den Knieschonern auch Ellbogenschoner tragen sollten“, sagt Becker dazu.

Aufbau von Strukturen notwendig

Ob sich der Sport auch in Deutschland durchsetzt, hängt ihm zufolge auch von den finanziellen Strukturen ab. Spiele man die komplette Tour und sei danach pleite, sei das keine Option. Interesse ist aber in jedem Fall da. Das ist aber erst einmal Zukunftsmusik, eine nationale Serie strebt der Deutsche Volleyball Verband erst mittelfristig an. Aktueller ist da die anstehende Europameisterschaft in Wagrain.

Trotz des Sieges beim Tour-Stopp in Kranjska Gora (Slowenien) rechnet er sich nicht allzu große Chancen für die Titelkämpfe in Österreich aus. Zu stark seien speziell die Teams aus Russland und Polen, die teilweise schon länger in professionellen Strukturen arbeiten. 

Bei der Europameisterschaft geht es am Freitag in der Gruppenphase los, die Finalspiele stehen am Sonntag an. Alle Spiele, die auf dem Center Court ausgetragen werden, werden im Livestream auf YouTube und Facebook gezeigt, die Duelle um die Medaillen gar im (Bezahl-)Fernsehen (Eurosport 2 und ORF Sport+). Ein weiteres Zeichen dafür, wie ernst es den Verbänden ist, Snow-Volleyball zu etablieren.

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