Wie es mit dem Traditionsturnier in Gstaad weitergeht

Beach international

Mit Hilfe eines Crowdfunding-Projektes wurde das Beach-Volleyball-Event im schweizerischen Gstaad zunächst gerettet. Ob das Turnier den hohen Standard der letzten Jahre halten kann, bleibt nicht nur wegen der Corona-Pandemie unklar.

Weniger Einnahmen, gleiche Aufwendungen

Ruedi Kunz findet klare Worte: “Es geht ums Überleben unseres Turniers in Gstaad”. Seit über 20 Jahren organisiert er als Turnierdirektor das Event im Schweizer Nobelferienort mitten in den Alpen, das jährlich bis zu 45.000 Zuschauer und Zuschauerinnen anzieht. In diesem Jahr musste das Turnier aufgrund der SARS-CoV2-Pandemie abgesagt werden, ob es 2021 durchgeführt werden kann, hängt aber nicht nur von den weltweiten Entwicklungen ab: Den Organisatoren plagen einmal mehr Geldsorgen.

“Wir wissen schon jetzt, dass wir weniger Zuschauer- und Sponsoren-Einnahmen haben werden”, sagte Kunz dem Schweizer Blatt Blick. “Viele unserer Aufwendungen bleiben aber gleich.” Kunz und sein Team entschieden sich für einen ungewöhnlichen Weg: Mitte Juli starteten sie ein Crowdfunding-Projekt, um die Zukunft des Turniers abzusichern. Ende September vermeldeten sie den ersten Erfolg: Mit 66.450 Franken (umgerechnet etwa 61.900 Euro) wurde das Zwischenziel von 50.000 Franken sogar übertroffen.

“Es zeigt uns, dass unser Event sehr beliebt ist und es gerne erhalten möchte, was uns natürlich sehr freut”, so Kunz gegenüber beach-volleyball.de. 100.000 Franken sollen es am Ende werden, um die finanziellen Einbußen kompensieren zu können. Schon 2019 war das Traditionsevent in finanzielle Notlage geraten, seitdem wird die Organisation von der Gemeinde Saanen unterstützt, es wurde eine neue Geschäftsführung installiert.

Bleibt Gstaad Teil der Beach Major Series?

Wie groß das Budget sein muss, hängt auch von der Art des Events ab: Bei einem Vier-Sterne-Turnier sind beispielsweise die Preisgelder deutlich geringer als bei einem Turnier der höchsten Kategorie. In den letzten Jahren war Gstaad Teil der Beach Major Series; Hannes Jagerhofer, österreichischer Veranstalter und Vermarkter der Series, teilte im April allerdings mit, dass er als Mitorganisator des Turniers in Gstaad nicht mehr zur Verfügung steht. Dem Vernehmen nach macht Jagerhofer einen entsprechenden Etat zur Bedingung.

Nicht nur die heimischen Teams, auch viele andere Spieler und Spielerinnen bezeichnen Gstaad als ihr Lieblingsturnier. Ob sie sich auch im kommenden Jahr im berühmt berüchtigten Eisbach abkühlen können, ist von vielen Faktoren abhängig. “Wir hoffen sehr, dass wir den Anlass in gewohnter Form durchführen können, aber Corona wird einen großen Einfluss haben in den Abläufen und in der Planung”, betont Kunz. “Es ist aber unser Ziel, dass wir ein Beach-Volleyball-Turnier durchführen können, welches die Spieler, die Fans und Sponsoren so richtig erfreut und viele positive Emotion ergibt.” Ein Termin steht deswegen schon fest: Das Event ist für den 6. bis zum 11. Juli 2021 terminiert.

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